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20 Jahre Nuclear Blast Festival

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Es ist eine Jubiläumsparty der besonderen Art: 7.000 Gäste feiern an diesem Abend nicht nur fünf der wichtigsten Bands bei Nuclear Blast, sondern auch den zwanzigsten Geburtstag der schwäbischen Plattenfirma. Die Hanns-Martin-Schleyer-Halle ist der würdige Rahmen dafür – selbst wenn es auf den Rängen noch freie Plätze gibt, so drängen sich im Bereich vor der Bühne die Fans dicht an dicht.

Wellenbrecher sorgen dafür, dass in den vorderen Reihen niemand zu Schaden kommt, während sich Sound-Freaks auf Mischpulthöhe nach allen Regeln der Kunst zuaronnen lassen.

Als Erstes dürfen sie sich über eine geballte Ladung Todesklänge von Kataklysm freuen, denn die kanadischen Hyperblaster demonstrieren in der bereits um 17 Uhr halb vollen Halle ihre Ausnahmestellung im Death dann ist aber auch schon Schluss mit lustig: Metal-Sektor: Sänger Maunzio Lacono hat das Publikum fest im Griff und bläst mit seiner Crew dank Evergreens wie ‚In Shadows And Dust‘ und ‚Crippled And Broken‘ so ziemlich alles weg.

Nach dieser eindringlichen Darbietung stürmen die Power Metal-Hessen Edguy die Bühne. Mit bis in die unteren Körperregionen physisch präsentem Druck liefern Sänger Tobias Sammet und seine Truppe ein unterhaltsames Set ab, bei dem Klassiker der Klo-Lyrik wie ‚Lavatory Love Machine‘ ebenso wenig fehlen wie animierende Publikums-Interaktions-Chöre und intellektfreie Ansagen. So muss es sein.

Kontrastprogramm, die Zweite: Es wird folkig – und das Publikum weiß es zu schätzen. Subway To Sally legen sofort mit vollem Elan los – wie man die Potsdamer eben kennt. Der Spaß auf der Bühne kommt nicht zu kurz – so wird dem Techniker am Bühnenrand schon mal verschmitzt die Zunge rausgestreckt. Mit einem tollen Potpourri aus Hits wie zum Beispiel ‚Schrei‘ scheint es für Eric Fish und seine Mitstreiter ein Leichtes, die 7.000 Banger in Ekstase zu versetzen.

Die anschließende Umbaupause nutzt die METAL HAMMER-Belegschaft schnell noch dazu, Nuclear Blast-Chef Markus Staiger auf der Bühne ein Ständchen und ein Geschenk zu bringen, Dimmu Borgir machen ihrem Ruf als finstere Live-Gesellen nämlich alle Ehre. Schon zu ‚Progenies Of The Great Apocalypse‘ ziehen sie alle Düster-Register, bevor beim Klassiker ‚Spellbound (By The Devil)‘ die Pyro-Flammen bis unter die Hallendecke lodern dürfen. Besonders eine Show durch die pechschwarzen Videoeinspielungen, die auf der überdimensionalen Leinwand hinter dem Schlagzeug laufen. Sie unterstreichen das dunkle Flair der Norweger perfekt,sodass nicht nur bei ‚Mourning Palace‘ zu Recht alle Hörner oben sind. Als weniger sinister, dafür aber nicht minder talentiert erweisen sich die beiden Finalisten, die in der Umbaupause zur Guitar Hero Championship randürfen: Bei Iron Maiden und Black Sabbath drücken sie zünftig die Knöpfe, während die Fans im Publikum auf der Leinwand mitverfolgen können, was sonst beim Spielen auf dem Bildschirm erscheint. Nach wenigen Sekunden wird allen klar: Die sind wirklich gut!

Dann darf aber endlich der Headliner ran: Blind Guardian betreten die Bühne, und tatsächlich Bierkt man bei den Krefeldern die Headliner-Qualität. Ihre Songs sind einfach für die große Halle gemacht: Ob ‚Mirror, Mirror‘, ‚Welcome To Dying‘ oder ‚Imaginations From The Other Side‘ – die Fans singen, bangen und versetzen die Schleyer-Halle ganz ohne jeglichen Image-Gedanken in die große Geburtstagslaune, wegen der alle da sind. Man könnte es auch das „Blind Guardian-Phänomen“ nennen: Kein großes Image, dafür mit die besten Songs, die im deutschen Metal zu finden sind.

Trotz der Ansage, dass es noch eine Nuclear Blast-Allstar-Band gibt, gehen die meisten nach dem Gig der Guardians heim. Sie verpassen Rage, die ‚Don’t Fear The Winter‘ und Material aus dem INTO THE LIGHT-Geburtstags-Sampler spielen sich dazu Mitglieder von Subway to Sally, Edguy und Blind Guardian auf die Bühne holen. Zudem lassen sie sich von Doro Pesch und Schmier (Destruction) unterstützen und covern ‚The Trooper‘ (Iron Maiden), ‚Highway To Hell‘ (AC/DC) sowie ‚All We Are‘ von Warlock. Eine prima Idee, zu der auch noch schick Pyros verfeuert werden, die allerdings bei Blind Guardian besser aufgehoben gewesen wären.

So oder so: Es bleibt ein denkwürdiger Abend, der vor allem einen interessanten Blick auf die musikalische Vielfalt im Hause Nuclear Blast gewährt. Wer danach nicht genug hat, feiert im LKA Longhorn die Party offiziell weiter, während die Nuclear Blast-Belegschaft auch endlich dazu kommt, mit einigen Gästen hinter den Kulissen auf das Jubelfest anzustoßen. Prost und alles Gute sagen:

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