Festival-Bericht: Doom Shall Rise – mit Wino, Lord Vicar u.v.m.
Die Kapelle zu Göppingen ruft wieder die Doom-Jünger zu sich: nach einem Jahr Pause steht das sechste Doom Shall Rise Festival an. Sechzehn Bands an zwei Tagen zelebrieren Langsamkeit, dicke Riffs und schwermütige Melodien.
Freitag, 17.04.2009
Den Auftakt zum sechsten Doom Shall Rise geben die Münchner Extorian. Klanglich im Fahrwasser von Candlemass angesiedelt, wünscht man sich leider mehr als einmal deren Rob Lowe ans Mikro. Was da von den beiden Frontfrauen geleistet wird, ist mehr als nur einmal bedenklich schräg. Stimmung kommt so noch keine auf.
Lord Of The Grave zeigen dann, wie man auch mit nur einem Dicke-Eier-Riff einen Song auf zehn Minuten ziehen kann, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Und siehe da, kaum kommen eine energische Show und fettes Riffing, wacht das Publikum in der Kapelle auf und die ersten Hände geben Applaus. Geht doch! Ob die Band diese Energie aus ihrem vor dem Konzert verzehrten Powerfood "Korea mit Löffelbiscuit" bezieht, sei mal dahin gestellt.
Bedingt durch eine Kehlkopfentzündung von Sängerin Alex müssen die Mädels von shEver leider absagen, daher sind als nächste Band schon die Peruaner Reino Ermitaño am Start. Glücklicherweise beschränken sich die drei Jungs um Frontfrau Tania nicht darauf, zähe und schleppende Riffs zu verarbeiten, sondern lassen auch mal die Heavy-Metal-Axt kreisen und geben den Leuten im Publikum die Chance die Matten zu schwingen. So kommt Stimmung auf, und die ersten Gesichter langsamer Glückseligkeit zeigen sich im Rechteck der Kapelle.
Kriechend bewegen sich dann die Doom-Monster von Griftegård vorwärts, gewaltig bringen sie die Erde mit einer schier unglaublichen Heavyness zum Beben und es geht so packend und drückend zur Sache, dass einem die Luft wegbleibt. Griftegård machen keine Musik zum Berieseln lassen, es ist vielmehr der dichte und beklemmende Sound, der fesselt. Auch wenn der schwermütige Gesang von Thomas Eriksson alles abverlangt – in heiligen Stätte macht sich Begeisterung breit.
Die alten Haudegen von Pagan Altar werden von vielen im Publikum sehnsüchtig erwartet, Gelegenheiten, diese Band zu sehen, kommen schließlich nicht alle Tage. Pagan Altar bleiben aber weit unter ihren Möglichkeiten. Sowohl der Gesang von Terry Jones, der viel zu oft Probleme hat den Ton zu treffen und zu halten, als auch das Zusammenspiel der ganzen Band lassen sehr zu wünschen übrig. Glücklicherweise sprechen aber die alten Gassenhauer für sich, so dass niemand im Publikum allzu sehr auf die Spielfehler achtet. Ergo werden Pagan Altar von den Meisten abgefeiert.
Revelation zocken ihre Songs glücklicherweise erheblich versierter. Die 2007, nach acht Jahren Pause, wiedervereinigte Band, zeigt eine mehr als solide Show, bei der im Gegensatz zu Pagan Altar auch endlich wieder die Töne getroffen werden. Auch wenn die neuen Songs nicht ganz so knackig rüberkommen wie die Klassiker, ziehen die Mannen um John Brenner das Publikum in ihren Bann. Die Show jagt noch mal richtig Schauer über den Rücken und bietet so einen schönen Abschluss des ersten Tages Doom Shall Rise 2009.
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