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Dirt Showdown 4 Stars

Rennspiel
24.05.2012 - Namco Bandai

Dirt Showdown, Cover Foto: Codemasters Dirt Showdown, Cover Kann das Experiment Auskopplung eines arcade- und actionlastigen, kompetetiven Autoverschrottungs-Fun-Racer als Derivat einer klassischen Ralley-Rennspielreihe gelingen? Ein klares Jein trifft es wohl am Besten. 

Das Konzept ist denkbar einfach und geht teils auf: schnelle, aufgemotzte Karren, berstendes Blech, Geschwindigkeit und laute Stromgitarren-Musik. Fehlen eigentlich nur noch Black-Jack und Nutten, um alle Männer-Klischees zu erfüllen. Beides wird man vergeblich suchen, was den Spielspaß allerdings nicht mindert. Als die Entwickler von Codemasters ankündigten, ihre etablierte ‘Dirt’-Reihe in Richtung Destruction-Derby und Massenkarambolage umzufunktionieren war die Skepsis zunächst groß, war man doch bisher anderes gewohnt: rasante, vertrackte, kurvige (Off-Road)-Rennstrecken, die fahrerisches Geschick verlangten waren und sind das Markenzeichen der Dirt-Reihe. Und jetzt soll es ein „mach kaputt was dich kaputt macht“-Rennspiel werden?

Rempeln, schubsen, drängeln, volle Breitseite, auffahren, auf den Kühler zielen, von der Rennstrecke rammen, Donuts und Drifts ziehen sowie Gegenstände überfahren – das fasst die einzelnen Rennmodi ganz gut zusammen, die ‘Dirt Showdown’ zu bieten hat. Sei es ein rasantes Rennen auf einer 8er-Strecke, die zwangsläufig spektakuläre Hochgeschwindigkeits-Unfälle garantiert, das Knock-Out Turnier bei dem es darum geht, den Gegner von einer erhöhten Plattform zu rammen, die klassische Karambolage-Alle-Gegen-Alle Variante, die das Blech nur so um die Ohren fliegen lässt oder Kopf-an-Kopf-Rennen, die man durch eine Anreihung von Drifts, Sprüngen und 360-Grad-Drehungen für sich entscheidet - eigentlich ist alles dabei, was man sich in der Welt der quietschenden Reifen nur so wünschen kann.

Und dennoch zündet der Single-Player Modus trotz unterschiedlicher Renn-Modi nur bedingt. Zu sehr wiederholt sich alles, zu sehr geht der Stadionsprecher im Off auf die Nerven, zu eindimensional sind die Herausforderungen trotz Upgrades der einzelnen Wagen und Kurzweiligkeit der jeweiligen Rennen.

Anders jedoch beim Mehrspieler-Modus. Noch bevor der erste Kühler raucht fliegen die ersten Verbalattacken umher, die Schadenfreude respektive Frustration ist groß und der Spaßfaktor schnellt nach oben. Neben den bereits aus der Einzelspieler-Variante bekannten Renn-Modi gibt es zusätzliche, spezielle Online-Disziplinen, wie beispielsweise ein „Catch the Flag“-Turnier (Transporter genannt), der aus Actionspielen und Shootern bekannt sein dürfte.

Summa summarum ist ‘Dirt Showdown’ ein kurzweiliger Action-Renntitel mit großen Spaßpotential für Zwischendurch und einem schicken Soundtrack zwischen Rock, Punk und Dubstep. Während der Einzelspieler-Modus leider nur bedingt langfristig fesselt, bereitet ‘Dirt Showdown’ speziell in der Multiplayer-Variante jedoch viel Freude dabei, diverse Blechmonster auf den Schrottplatz zu befördern. Man kann somit durchaus sagen, dass das Experiment Auskopplung an sich gelungen ist, auch wenn nicht zu 100% erfolgreich.

Erhältlich für XBox360, PS3, PC.

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