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Hardcore

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Während sich der Post-Punk gleichzeitig in eine ruhigere, nachdenklichere, aber eben auch kommerzielle und trendige Richtung entwickelte, beharrte der Hardcore-Punk auf den einstigen Idealen.

Neben einem Ventil für die alltäglichen Frustrationen konzentrierte sich das Genre aber vor allem auch auf Politik und Ethik. Jugendliche, die den damaligen Szenen angehörten, lebten teilweise ohne den Genuss von Drogen, Alkohol und promiskuitives Verhalten (Straight Edge). Sie waren zudem, für diese Zeit noch sehr ungewöhnlich, Vegetarier oder Veganer. Auch Spiritualität wie der Krishna-Glaube fanden Anklang. Großgeschrieben durch alle Szenen hinweg, wurde die DIY-Ethik („Do It Yourself“). Die Bands selbst sorgten für ihre Aufnahmen, organisierten die Konzerte, gründeten Labels oder starteten Fanzines.

Ein US-weites Phänomen

Als erste Hardcore-Band werden häufig die aus Washington D.C. stammenden Bad Brains gehandelt. Mit ihrer Debüt-Single PAY TO CUM aus dem Jahr 1980 und ihren legendären Live-Performances beeinflussen sie das Genre bis heute. Gleichzeitig sind sie eine der wenigen Bands mit durchweg Afro-Amerikanischen Mitgliedern. Auch Bands wie Black Flag (DAMAGED, 1981), Hüsker Dü, Minor Threat (OUT OF STEP, 1983), Cro-Mags, Negative Approach oder Agnostic Front (VICTIM IN PAIN, 1984) prägten die Anfangsjahre des Hardcore-Genres. Die Keimzellen der Szene befanden sich vor allem in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D.C., in Los Angeles, Boston und New York.

Die Szenen beeinflussten sich zwar stets untereinander, standen aber auch im direkten Konflikt miteinander. Während in Washington z.B. vor allem weiße Jugendliche aus mehr oder weniger gutbürgerlichem Hause die Szene prägten und Politik und Ethik im Vordergrund standen, waren es in New York eher frustrierte Jugendliche aus schlechteren Verhältnissen, die mit Männlichkeit, Drogen und Gewalt regierten und sich häufig auch der Skinhead-Szene zuordneten.

This is Boston, Not L.A.

Auch Boston und Los Angeles standen in einem Konflikt miteinander, was 1982 – nebenbei bemerkt – aber auch zu der großartigen Kompilation THIS IS BOSTON NOT L.A. führte. Ende der Achtziger war vor allem das Label Revelation Records für wichtige Alben von Bands wie Gorilla Biscuits mit START TODAY (1989), Youth Of Today mit BREAK DOWN THE WALLS (1986) oder Judge mit BRINGIN IT DOWN (1989) verantwortlich.

Die Anfangszeit des Hardcore Punk beeinflusste auch Künstler, die dann mit ihren späteren Bands zu Erfolg gelangten: Beastie Boys, die später als Hip Hop-Act weltweit Erfolge feierten oder AFI, die heute eher dem modernen Alternative Rock bzw. Post Punk zuzuordnen sind, starteten als Hardcore-Band. Zack de la Rocha sang vor Rage Against the Machine bei Inside Out und Dinosaur Jr. starteten als Deep Wound.

Old School, New School

Spätestens Anfang bis Mitte der Neunziger Jahre begann das Genre sich in die verschiedensten Wege zu entwickeln. Es ging entweder um einiges melodischer und emotionaler zu oder wurde noch härter und metallischer. Man begann plötzlich zwischen „New School“ und „Old School“ zu unterscheiden, wobei Metalcore z.B. eher in ersterer Kategorie und Thrash Core eher in letzterer zu verordnen ist. „New School“ brachte Bands wie Earth Crisis, Merauder, Integrity, Biohazard, Life Of Agony oder Converge hervor. Auf den „Old School“-Gedanken besonnen sich Bands wie H2O, Battery, In My Eyes, Sick Of It All oder Madball.

In den Zweitausendern entwickelte sich eine moderne Form des Hardcore, die die Ästhetik der alten Bands mit dem Auftreten aktueller Acts verbindet. Zu diesen Bands gehören unter anderem Stick To Your Guns (THE HOPE DIVISION, 2010), Your Demise (YOU ONLY MAKE US STRONGER, 2007) und Comeback Kid (TURN IT AROUND, 2003).

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Die wichtigsten Hardcore-Alben