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Im Pit bei: Opeth + Anathema

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Als Vorwäsche haben die Schweden jedenfalls schon mal einen echten Kracher am Start: Die britischen Exkommunizierten Anathema, die dieses Jahr mit WEATHER SYSTEMS ein wunderschönes neues Album hervorgezaubert haben, zunächst aber mit ‚Deep‘ von der mittlerweile 13 Jahre alten JUDGEMENT-Scheibe einsteigen. Der Sound ist fantastisch, Vincent Cavanaghs einzigartige Stimme so klar wie ein unberührter Gebirgsbach.

Beim ‚Untouchable‘-Songduo vom neuen Album gesellt sich schließlich auch Sängerin Lee Douglas auf die Bühne und bedient ihre Stimmbänder ebenso perfekt und gänsehauterzeugend wie Frontmann Cavanagh. Zweimal stimmt Gitarrist Daniel Cavanagh an diesem Abend das ‚Sweet Tears‘-Riff aus den rumpeligen Anfangstagen der Band an, beides Mal ohne jedwede Reaktion aus dem Publikum – diesen Song kennt hier anscheinend niemand mehr.

Mit dem immer noch großartigen ‚Fragile Dreams‘ vom ALTERNATIVE 4-Album und einem kurzen ‚A Hard Day’s Night‘-Intermezzo (als Hommage an die Geburtsmeile der Beatles?) endet Anathemas erhebender Auftritt – viel zu früh, aber das eigentliche Highlight folgt schließlich noch.

Zwar eröffnen Opeth ihr Set mit ‚The Devil’s Orchard‘ vom HERITAGE-Album, doch schon bei den folgenden Songs wird klar, dass das heute ein anderes Set als vor einem Jahr werden wird: Mikael Åkerfeldt & Co. schmettern dem Publikum zuerst das schaurig-schöne ‚Ghost Of Perdition‘ von den GHOST REVERIES und dann ‚White Cluster‘ vom 1999er STILL LIFE  in die Magenkuhle. „Sorry for the noise“, entschuldigt sich der wie immer bestens aufgelegte Åkerfeldt, „today we’re gonna play a different kind of set“.

Auf den anschließenden Jubel reagiert das Opeth-Mastermind dann (gespielt) dünnhäutig: „We don’t take that as a compliment, that means you didn’t like us last time – fuck you!“ Ist natürlich nur semi-ernst gemeint, denn der Sänger erweist sich einmal mehr als begabter Entertainer, erzählt im Anschluss von einem „Electric Boogie“, den er kürzlich getanzt hat, und von deutschen Bands, deren Alben er besitzt: Puhdys, Scorpions, Accept.

Musikalisch tragen die schwedischen Soundmagier einmal mehr absolute Perfektion vor: ‚Hope Leaves‘ vom DAMNATION-Album ist Gänsehaut pur, der DELIVERANCE-Titeltrack ist an epischer Wucht kaum zu überbieten, die WATERSHED-Nummer ‚Heassian Peal‘ zieht einem die in der ersten Hälfte aufgebaute Gänsehaut mit der urplötzlichen Gewalteruption von den zitternden Knochen.

Als Zugabe haben sich Opeth den Titeltrack des Meisterwerks aller Meisterwerke aufgespart: Mit ‚Blackwater Park‘ zieht die versammelte Gemeinde beim furiosen Finale endgültig ins Sound-Paradies ein. Danach: nicht enden wollender Applaus, allerüberall freudetrunkene Gesichter. Ganz klar eins der Highlights dieses Konzertjahres.

Setlist Opeth

The Devil’s Orchard
Ghost of Perdition
White Cluster
Hope Leaves
Deliverance
Heassian Peal
Hex Process
Harlequin Forest
Blackwater Park

Setlist Anathema

Deep
Thin Air
Untouchable, Part 1
Untouchable, Part 2
A Simple Mistake
Closer
Fragile Dreams

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