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Motörhead-Interview: Im Namen des Sohnes

Lemmy und Paul Inder im Gespräch

Wir alle kennen Lemmy Kilmister von Motörhead und seine vielen Facetten: Vorzeige-Rocker, Bass-Ikone, profunder Religionskritiker, belesener Geschichtsfanatiker und geistreicher Zotenreißer. In seiner Funktion als leiblicher Vater dürften ihn die wenigsten von uns erlebt haben. Bis jetzt.

METAL HAMMER 12/2012 Foto: METAL HAMMER METAL HAMMER 12/2012 Das vollständige Interview lest ihr in unserer Dezember-Ausgabe.

Für viele ist Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister weit mehr als nur der Mann hinter Motörhead oder alles obig Aufgezählte. Er ist der Inbegriff des unzerstörbaren Überlebenden. Geerdet, und doch gottgleich verehrt ist der Hufeisenbartträger die lässigste Verkörperung und Definition von allem, was die Faszination des Sex, Drogen und Rock’n’Roll-Mythos’ ausgemacht hat und weiterhin ausmacht. Und das mit 66 Jahren.

Wo die eigene Elterngeneration bei dieser Zeile bestenfalls Udo Jürgens assoziiert, hat sich so manch einer von uns sicherlich schon öfter gefragt: Wäre es nicht verdammt cool, einen Vater wie Lemmy zu haben? Für Paul Inder ist dies keine hypothetische Spinnerei, sondern Realität. Der heute 45-jährige Musiker ist Lemmys Fleisch und Blut.

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Das erste Treffen

Unsere Geschichte beginnt 1972 in einem Londoner Mietshaus nahe Earl’s Court. Die kurze Liaison mit der Sängerin Tracy und ihre daraus resultierende Schwangerschaft vor ein paar Jahren längst verdrängt, steht ein unlängst bei den Space-Rockern Hawkwind eingestiegener Lemmy in der Küche, isst Toast und wartet auf den Mann mit dem Koks. Nicht wissend, dass nebenan eine ganz andere Überraschung auf ihn wartet.

„Meine Mutter und ich waren zur selben Zeit auch in diesem Apartment, und sie zeigte nur in den Nebenraum und meinte: Dort steht dein Vater“, erinnert sich Paul an den ersten physischen Kontakt mit seinem Erzeuger. Ein schräges Szenario, das Guy Ritchie in einem imaginären Bio-Pic auch mit harten Schnitten oder Zeitlupen nicht eindrucksvoller inszenieren könnte.

„Ich bin dann sofort zu ihm rübergelaufen. Er stand an der Spüle mit diesem Typen, der ihm ein kleines Tütchen gab. Ich hatte keinen Plan, was da lief und habe mich an das Bein seiner Schlaghose gehängt. Er wirkte riesig auf mich und sah verdammt cool aus: Komplett in Jeans gekleidet, und überall Aufnäher auf der Jacke. Er schaute auf mich herunter und ich sagte zu ihm ’Hallo Daddy‘. Sein Gesichtsausdruck buchstabierte nur so etwas wie ’Ach du Scheiße!‘. Das war unser erstes Treffen.“

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Frauentausch

Dass Paul letztlich – genau wie sein Vater – vor etlichen Jahren von England nach L.A. emigriert ist, erklärt der Senior jenseits von Karriere oder sentimentalen Vater-Sohn-Vereinigungen mit einem ganz einfachen, offensichtlicheren Beweggrund: „Paul hat schnell kapiert, was der Vorteil von Kalifornien gegenüber England ist: Hier kriegt man viel mehr hübsche, anstatt hässliche britische Bräute. Wir haben seitdem sogar öfter mal Freundinnen getauscht. Die Perlen stehen drauf“, so Lemmy.

„Manche zumindest. Für mich war das jedenfalls nie komisch sondern ganz normal, als würde man mit einem Freund die Partnerin tauschen“, charakterisiert Kenner Kilmister gleich das freundschaftliche Verhältnis, was er und sein 21 Jahre jüngerer Sohn mittlerweile unterhalten. „Das ist alles auch schon länger her und in letzter Zeit nicht mehr passiert“, gesteht Paul fast ein wenig schüchtern. „Als ich jünger war, hatte ich dabei keinerlei moralische Bedenken. Wenn eine heiße Olle auf mich scharf war, war mir egal, ob mein Vater sie vorher schon hatte. Lemmy ist eben auch nicht der normale Vater.“ In der Tat. Gemeinsam einen Drink im Rainbow oder auch schon mal dieselbe Frau zu nehmen, ist sicherlich genug (späte) Wiedergutmachung für all die verpassten normalen gemeinsamen Männeraktivitäten.

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Das Vaterlos

Kapital aus dem Namen Kilmister zu schlagen, war sowieso noch nie Pauls Ding, wie bisher wohl jeder mitbekommen haben dürfte. „Ich wollte immer mein eigenes Geld verdienen und von niemandem abhängig sein. Ich bin nie zu meinem Vater gerannt und habe ihn um irgendeine Unterstützung angebettelt“. Das weiß auch Lemmy sehr zu schätzen und rechnet es seinem Sohn hoch an: „Er hat nicht mal meinen Namen benutzt. Man will auch nicht dafür berühmt sein, dass man der Sohn von jemand Berühmtem ist. Na gut, es gibt Ausnahmen. John Lennons Sohn, zum Beispiel. Aber Paul hat mich nie behelligt oder wollte meine Hilfe in Bezug auf seine Karriere. Er stand schon immer unabhängig auf seinen eigenen Füßen.“

Mehr von Lemmy Kilmister und seinem Sohn Paul Inder lest ihr in unserer Dezember-Ausgabe.

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Tags: motörhead / Motörhead

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