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Nightwish: Exklusiv-Interview und Impressionen von der Film-Premiere

Das Schweigen der Finnen

Es hätte die große Nacht der Filmpremiere von IMAGINAERUM für NIGHTWISH werden sollen. Doch durch die plötzliche Trennung von Sängerin ANETTE OLZON stehen auch andere Fragen auf der Tagesordnung: Was waren die Gründe? Wie wird sich ihre Nachfolgerin FLOOR JANSEN auf der Bühne schlagen? METAL HAMMER berichtet ausführlich und exklusiv aus Helsinki.

METAL HAMMER-Ausgabe 01/2013 Foto: METAL HAMMER METAL HAMMER-Ausgabe 01/2013 Die Stimmung vor einem Nightwish-Konzert war schon lange nicht mehr so elektrisiert. Wie Tiger im Käfig hält es die Finnen nicht lange an einem Platz in den weitläufigen Backstage-Räumen der Hartwall Areena. Alle Interview-Termine sind abgeblasen worden, aber Band-Kopf und Keyboarder Tuomas Holopainen sowie Sängerin Floor Jansen erteilen METAL HAMMER trotzdem Auskunft.

Das Konzert

Vor der Bühne, verborgen hinter dem bekannten weißen Fransenvorhang, herrscht gespannte Heimspielstimmung. Die ersten Reihen zetteln eine Welle an, doch der umgelegte Hauptlichtschalter beendet das Treiben. Jubel braust auf, als Bassist und Sänger Marco Hietala im Schattenriss auf einem Schaukelstuhl ‘Taikatalvi’ anstimmt. Darauf folgt erwartungsgemäß mit ‘Storytime’ ausgerechnet eine von Anette Olzons Paradenummern.

Die Welt hält kurz den Atem an. Nun schreitet Floor auf die Bühne. Die hochgewachsene Holländerin mit der kräftigen Schwimmerfigur bietet alleine von ihrer Optik her ein imposantes Bild. In ihrem schwarzen Lederrock, vorne kurz und hinten lang, strahlt sie den Habitus einer Rocklady aus. Ein herzliches, dankbares Lächeln für das spontan applaudierende Publikum, dann ertönt ihre kraftvolle, klare und präzise Stimme. Wieder rauscht Szenenbeifall.

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Die Trennung

Zur Trennung dazu äußern sich weder die Band noch ihre ehemalige Frontfrau. Vermutlich steckt dahinter auch eine Reaktion auf den arg stürmischen Rauswurf von Tarja. Denn damals hatten beide Seiten zu viel Persönliches in die Öffentlichkeit getragen, was bis heute tiefe Wunden und Lügenvorwürfe hinterlässt.

Zumindest dieser Vergleich veranlasst Tuomas zu einer Klarstellung: „Es handelt sich bei Anette weder um einen Rauswurf, noch hat sie uns verlassen“, betont der Band-Kopf. „Wir haben uns in gegenseitigem Einverständnis getrennt. Die Erklärung wurde von allen Beteiligten gemeinsam unterschrieben.“ Dieser kleine, aber feine Unterschied ist ihm sehr wichtig. Die Klatschpresse in Finnland und Schweden überbietet sich derzeit mit Spekulationen. „ Es wird versucht, uns mit Gemeinheiten und Unterstellungen gegeneinander aufzuwiegeln“, seufzt Tuomas. „Aber wir lassen uns nicht provozieren und schweigen weiter.“

Für viel Aufmerksamkeit sorgt ein Detail, das Floor nochmals bestätigt: „Die Band hatte mich schon eine Woche vor der Spaltung angerufen und gefragt, ob ich für Südamerika und Australien einspringen könnte“, sagt die Sängerin. Daraus wollen einige Beobachter schließen, dass die Männer der Gruppe schon länger am Mikrofon der Schwedin gesägt haben. Es lohnt sich jedoch, ihre Aussage wörtlich zu nehmen. Darin ist lediglich von einem temporären Einspringen für Anette die Rede, wobei die Schwedin offenbar für die Festivalsaison zurückerwartet wurde. Vermutlich löst sich zumindest dieses Rätsel bald von selbst.

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Der Film

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Rechtzeitig, ehe die Anwesenden vor Neugier platzen, springen die Projektoren an, und trotz Tausender Zuschauer ist nur der Filmton in englischer Sprache zu hören. Um den Spaß nicht zu verderben, wird hier kurz auf die Handlung eingegangen. Untermalt von Nightwishs IMAGINAERUM (2011) in einer passend bearbeiteten Fassung (THE SCORE), erzählt der Film vom sterbenden Musiker Tom. In dessen Komatraum vermischen sich reale Erinnerungen an die Kindheit und symbolische Visionen. Gleichzeitig besteht eine mysteriöse Verbindung zur filmischen Wirklichkeit. Die Bilder sind äußerst gelungen. Wer aber von Disney-Freund Tuomas und Stobe Harju einen Kinderfilm erwartet, liegt falsch. Einige Szenen sind durchaus schockierend. [...]

Allen Unkenrufen zum Trotz werden die Finnen ihren Anhängern noch lange viel Freude bereiten, oder umgekehrt: ihre vielen Feinde mit fantastischen neuen Werken ärgern.

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Mehr zur Trennung, zur Zukunft und zum Film von Nightwish findet ihr in unserer Januar-Ausgabe.

Das Heft kann einzeln und innerhalb von Deutschland für 5,90 Euro (inkl. Porto) per Post bestellt werden. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Einzelheft Metal Hammer 01/13“ an einzelheft@metal-hammer.de schicken.

Generell können natürlich alle Hefte auch einzeln nachbestellt werden - alle Infos dazu findet ihr unter www.metal-hammer.de/einzelheft.

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Kommentare (1)
Gerupfte Hühner

Wenn eine Band sich so verhält verdient sie es nicht anders als komplett gerupft zu werden von der Presse.
Nach Turunen hätte man meinen können, das war nur ein versehen. Aber nun haben sie das gleiche mit Olzon abgezogen. Man sagt ja es ist erst ein Fehler wenn man ihn zweimal macht.

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