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Ghost: Interview mit dem Satans-Kollektiv

Teufelsschlund hat Gold im Mund

Das Debüt-Album der schwedischen Ghost hat es in sich: OPUS EPONYMOUS vereint tiefsten Satanismus mit lustigsten Melodien und Rock.

Ihr habt nur zwei Jahre nach eurer Band-Gründung schon euer Debut-Album veröffentlicht. Habt ihr mit euren Songs von Null angefangen, oder auf bereits geschriebenes Material zurückgegriffen?

Unser Ghoul-Schreiber hat zwei Jahre lang an dem Material für unser Debut gearbeitet. Wir vertrauen seit unserer Gründung auf seine Fähigkeiten als Autor.

Das Ghost-Kollektiv besteht aus sechs Personen. Trotzdem führt ihr immer euren Ghoul-Schreiber an, wenn es um Songwriting und Texte geht. Was tragen die anderen Fünf aus künstlerischer Sicht zur Welt von Ghost bei?

Mentale und physische Presenz und die Fähigkeit ihre Instrumente in Einklang zu bringen.

OPUS EPONYMOUS ist ein erfrischendes Debut-Album – dank der Kombination von lustigen Songs mit satanischen Texten. Das ist ein ziemlich ungewöhnlicher Ansatz.

Genau das ist der Punkt. Obwohl es da draußen viele Menschen gibt, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben, als sich Vergleiche mit anderen Bands auszudenken, haben die meisten verstanden, dass wir einfach etwas anderes machen.

Als wir uns OPUS EPONYMOUS angehört haben, hatten die Meisten ein breites Grinsen im Gesicht. War das die Absicht der Songs?

Wir wollen unsere Hörer unterhalten, während das Ende naht.

In eurer Band-Info ist an der einen oder anderen Stelle von Black Metal die Rede. Gibt es für euch Black Metal-Bands die ihr als Brüder im Geiste anseht? Immerhin ist zumindest ihr musikalischer Ansatz konträr zu eurem.

Unsere Texte sind satanisch, also spielen wir, wenn man von der traditionellen Definition ausgeht, Black Metal. Wir kümmern uns nicht darum, wie die Leute unseren Stil definieren, nennt es wie ihr wollt. Und was Gemeinsamkeiten mit anderen Bands angeht – es gibt ein paar mit denen wir uns verbunden fühlen. Allerdings nur sehr wenige.

Bleiben wir bei dem Konzept von Ghost: den Satanismus an die Massen zu bringen. Rockmusik ist sowieso schon die Musik des Teufels – warum macht ihr keine satanische Popmusik um die Massen zu erreichen?

Unsere Bewegung hat bereits Vertreter in den eher kommerziellen Bereichen der Musikindustrie. Wir sind hier für die Rock-Enthusiasten, die sich der Existenz Satans bereits bewusst sind.

Sind Ghost nicht ungefähr 30 Jahre zu spät dran, um der Rock Musik das Böse zu bringen? Es würde wesentlich mehr Sinn machen The Doors, Roky Erickson und Ghost zusammen auf ein Festival zu beordern, als euch mit satanischen Bands wie Dimmu Borgir zusammenzustecken.

Es ist unsere Mission, nicht dazu zu passen. Aber natürlich wäre es eine große Ehre mit den Doors und Roky Erickson zu spielen, da sie definitiv Künstler sind mit denen wir uns verbunden fühlen.

Warum sollten die Leute eure Bands gegenüber zum Beispiel The Devils` Blood aus den Niederlanden vorziehen, schließlich vermitteln sie den Satanismus auch via Rockmusik?

Wir erwarten von niemandem, sich zwischen uns und ihnen zu entscheiden. Obwohl wir auf jeden Fall wollen, dass die Leute sich mehr für uns interessieren, als für die Jonas Brothers.

Ghost sind darauf ausgelegt, die Unterhaltung hoch zu halten. Wie wichtig ist Unterhaltung, wenn Ghost live spielen? Gibt es dann mehr Optisches, als die spielende Band?

Unser Vorsatz ist, dass sich unsere Performance irgendwo im Bereich zwischen einer Theateraufführung und einer Rock-Show bewegt. Was man jetzt sehen kann, ist nur der Zwischenhalt einer Entwicklung, ähnlich einem Filmtrailer. Es wird bald noch viel mehr geben...



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