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Jedes Jahr das Gleiche: plötzlich ist...
von
Kornfelder wohin das Auge reicht. Die Kamera senkt sich langsam auf das goldene Land, fliegt an alten Traktoren und schwer arbeitenden Männern vorbei auf eine rot gestrichene Scheune zu, in der vier Musiker proben. So kitschig wie ein welt-schlimmster Hollywood-Film kann man sich das Leben in Kentucky vorstellen, wenn man die relaxte Musik der Hard Rocker Black Stone Cherry im Hinterkopf hat und sich dazu noch mit Bassist Jon Lawhon über dessen Band unterhält.
Denn Black Stone Cherry kommen wirklich aus der Landidylle, haben den Proberaum mitten auf einem Feld und sehen Kühe und Pferde, wenn sie raus gucken. Trotzdem betouren sich momentan die ganze Welt und haben gerade mal sechs Jahre nach Band-Gründung schon mit ihren Helden Aerosmith live gespielt.
Neben dem hervorragenden selbstbenannten Album sind es genau die Konzerte, die Black Stone Cherry vor anderen Bands auszeichnen. In ihnen geben die Musiker alles und suchen anschließend den Kontakt zum Publikum. Auf ein Bier stoßen sie trotzdem nicht an – sie trinken nämlich nicht. Nicht mal den Whiskey der Heimat. „Wir trinken nicht und nehmen keine Drogen. Dadurch bleibt uns einiger Stress auf Tour erspart,“ zeigt Jon die Vorteile der Abstinenz auf.
Hört man sich den klassischerweise Whiskey-getränkten Rock der Kentucky-Jungs an, kommt diese Offenbarung eher überraschend. Aber Black Stone Cherry können mit noch mehr überraschen. Sie sind nämlich bekennende, wenn auch nicht bekehrende Christen, und haben ihr ganz persönliches Ritual vor jedem Konzert. „Wir vier Musiker [Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gitarre, Gesang), Jon Lawhon (Bass, Gesang), John Fred Young (Schlagzeug, Gesang)], sowie Dave, Joe und Shep von der Crew bilden einen Kreis, stecken die Köpfe zusammen und beten für unsere Freunde und Familien zu Hause, für die Bands mit denen wir touren. Wir danken Gott für die sich uns stellenden Möglichkeiten und bitten ihn, dass wir immer bescheiden und positiv bleiben.“
Klingt nicht gerade nach Rock’n’Roll.
Ist es auch nicht.
Aber das gehört bei Black Stone Cherry eben auch dazu – und ist gar nicht mal so schlimm. Denn so freundliche und zuvorkommende Musiker trifft man selten. Vor allem, wenn sie dann auch noch gute Musik machen.
Ähnlich wie bei Fair To Midland, die ebenfalls vom Land (Texas) kommen, scheint die ländliche Herkunft den Musikern gut zu tun – wenn sie denn dann den Sprung von der Farm in die weite Welt schaffen. Trotzdem versucht Bassist Jon gar nicht erst, das immer mal wieder einsetzende Heimweh wegzudiskutieren. „Natürlich sind wir vom Touren etwas müde – aber definitiv nicht ausgebrannt. Und natürlich freuen wir uns, wenn wir wieder zu Hause sind, denn Familie geht uns allen über alles.“
Und so wird die Band bald auch schon wieder die „frische Luft mit etwas Kuh-Dung“ (O-Ton Jon) einatmen, im Proberaum zwischen Kühen, Pferden und Getreide-Ären neue Songs schreiben, dabei die Zeit zwischen Heavy Rock, Blues und Southern Rock anhalten und 2008 wieder mit einem erstaunlich reifen, Whiskey-getränkten Album um die Welt reisen – zu dem weder das junge Alter, noch die Abstinenz, noch das explizite, fast nerdige Christentum passen will.
Aber Black Stone Cherry sind auch keine normale Band.
Zum Glück.
Jedes Jahr das Gleiche: plötzlich ist...
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