- 01. Apr 2011
von Metal Hammer
Features
Tunnelblick: Mikael Akerfeldt (Opeth)
Obwohl die Progressive Deather Opeth übliche Klischees vermeiden, bleibt der Metal auf ewig im Herzen von Band-Chef Mikael Akerfeldt verwurzelt.
Angefangen hatte alles ganz harmlos mit Iron Maiden. Dann ergriff Mikael Akerfeldt irgendwann der Wunsch, selber Metal zu spielen – bis er mit Opeth später berühmt genug wurde, um in einem kurzen Anflug von Rockstartum Stühle aus dem Fenster zu werfen.
Tunnelblick: Henkka Blacksmith (Children Of Bodom)
Was Mikael sonst beim Thema Metal fühlt, erklärt er im Tunnelblick:
Was hat dich zum Heavy Metal gebracht?
Er hat mich einfach fasziniert. Als Kind fasziniert dich immer alles, was erschreckend, skurril und gruselig ist. In der Zeit, in der ich aufgewachsen bin, wurde der Heavy Metal in Schweden immer bekannter. Alle Jungs in meiner Straße haben Heavy Metal gehört. Damals gab es auch das OK-Magazin, also wurde ich früh mit Metal konfrontiert. Ich habe mit gerade einmal sieben Jahren sogar meine erste Metal-CD gekauft.
Mein Musikgeschmack von damals unterschied sich nicht sonderlich von meinem heutigen, da ich immer sehr offen war. Ich habe Iron Maiden, David Bowie und Abba gehört. Und ich habe nie viel darüber nachgedacht. Mit der Zeit, hörte ich immer mehr Metal und habe lange Zeit nur Metal gehört. Erst jetzt werde ich wieder offener für andere Musikrichtungen.
Ich weiß gar nicht mehr, was genau mein Interesse geweckt hat oder welcher Metal-Song es war. Aber die erste Platte, die ich mir gekauft habe, war THE NUMBER OF THE BEAST von Iron Maiden.
Wer verkörpert für dich den Metal am meisten – und warum?
Das ist Bruce Dickinson, weil ich Iron Maiden in meiner Jugend einfach abgöttisch geliebt habe.
Was ist deiner Meinung nach das beste Metal-Album aller Zeiten?
Das ist schwer. Aber ich denke SAD WINGS OF DESTINIY von Judas Priest, auch wenn es eher ein Hard Rock- als ein Metal-Album ist. Aber sagen wir mal, es wäre Metal.
Was ist die wichtigste Metal Band ever für dich?
Black Sabbath, Led Zeppelin oder Deep Purple.
Was bedeutet Heavy Metal im Allgemeinen für dich: Lebenseinstellung oder Musik?
Er ist beides. Die Lebenseinstellung beinhaltet auch die Musik. Manchmal, wenn ich daran zurückdenke, wie es in den frühen 80er Jahren war als ich aufgewachsen bin, wird mir ganz warm und flaumig ums Herz und ich empfinde eine wahre Liebe dafür. Da werde ich richtig nostalgisch. Natürlich ist es auch eine Lebenseinstellung, denn wenn du ein Metal-Fan wirst, wirst du zu einem Außenseiter der Gesellschaft. So ist es auch heute noch. Ein Beispiel: Wenn ich heute einen Promo-Trip mache und in einem feinen Hotel absteige, dann schauen uns die Leute in unseren schwarzen Klamotten an und behandeln uns herablassend. Manchmal ist das unangenehm, aber es macht einen auch stolz, nicht ein Teil dieser beschissenen Herde zu sein.
Wie sieht die Zukunft des Metal aus? Was kommt als nächstes?
Ich glaube der Metal befindet sich gerade auf seinem Höhepunkt und wird wieder etwas absteigen, wenn die Bands nicht anfangen, etwas Interessantes zu machen. Meiner Meinung nach machen es sich die Metal-Bands heute zu leicht. In einer Zeit, in der Bands ihre Sachen durch das Internet verbreiten, ist die Qualität nicht gut, wenn ich ehrlich bin. Auch wenn es einige sehr gute Bands da draußen gibt. Meiner Meinung nach machen die meisten Bands blutlosen Scheiß-Metal, der im Grunde nichts kann. Innerhalb eines Jahres wird man sie vergessen haben. Sie haben einfach nicht diese zeitlose Qualität, die Iron Maiden oder Judas Priest haben.
Außer natürlich Opeth… haha…
Was ist das Verrückteste, das du je als Metal-Musiker gemacht hast?
Ich hatte eigentlich nicht wirklich viele Rockstar-Momente. Aber ich habe etwas wirklich Blödes gemacht, als ich und Per Wiberg in Australien waren. Wir haben uns betrunken und dann Stühle vom Balkon unseres Zimmers im zwölften Stock auf die Straße geworfen. Das war gefährlich, aber scheinbar waren wir einfach sehr betrunken. Und am Ende haben wir die Stühle bezahlt.
Wir hätten jemanden umbringen können. Aber meine Sichtweise war zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich klar. Ich dachte, wir würden die Stühle auf das Dach eines anderen Hauses werfen. Aber es war doch die Straß
In welchen Land bist du am liebsten auf Tour und warum?
Ich toure eigentlich überall gern. Ich liebe es aber, nach Australien zu fahren, da ich dieses Land liebe. Wir haben dort auch sehr viele Fans und spielen in großen Hallen. Die Leute sind einfach so nett, das Klima ist verdammt angenehm… Ich glaube, für jeden, der einmal in Australien gewesen ist, ist es eines der schönsten Länder der Welt.
Was war der größte Fehler, den du in deiner Karriere gemacht hast?
Die Stuhl-Geschichte, die ich gerade erzählt habe, ist etwas, auf das ich nicht gerade stolz bin. Aber musikalisch gibt es nichts, das ich bereue. Man soll aus Fehlern lernen und sie nicht korrigieren.
Was war bis dato das Highlight deiner Karriere?
Wir befinden uns momentan auf unserem Höhepunkt, mit dem neuen Album. Wir hatten einiges Pech durch den Line-Up-Wechsel. Aber nun scheint die Energie der Band größer zu sein als jemals zuvor. Wenn ich mir einen einzigen Moment aussuchen müsste, dann wäre es unser Gig im Roundhouse. Das war eine wirklich große Sache für mich. Eine legendäre Location und verdammt viele Leute – dieser Auftritt brachte mich dazu, dass ich dachte, wir würden etwas bedeuten.
Aber das entsprechende Live-Album ist keine sonderlich kreative Sache. Es ist einfach eine gute Live-CD mit alten Songs und deswegen nicht unser wichtigstes Album. Aber es ist eine gute Wahl, wenn du ein tolles Live-Album suchst.
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