- 22. Apr 2009
von Wolfgang Kuhn
Features
Chimaira: Interview mit Matt DeVries zu INFECTION
Chimaira haben vor, mit ihrem neuen Album THE INFECTION (2009) die Welt zu befallen, nachdem sie vor zwei Jahren wiederaufertanden sind (RESURRECTION). Gitarrist Matt DeVries gibt den Virus gerne weiter.
Das zahlt sich aus: Nach der Auferstehung schon wieder krank. Mit anderen Worten: Nur zwei Jahre nach ihrem letzten Album RESURRECTION (2007) melden sich die US-Metaller Chimaira mit ihrem neuen Album THE INFECTION zurück. Dabei präsentiert sich der Patient quietschlebendig, wie Gitarrist Matt DeVries im Interview bestätigt: „Den Albumtitel hat sich unser Sänger Mark Hunter ausgedacht, der sich mal wieder alles Negative von der Seele geschrieben hat. Und natürlich hat der Titel auch noch die Doppelbedeutung, dass wir die Leute mit unserer Musik infizieren wollen. Im gewissen Sinne hatte dieses Wort also auch Einfluss auf den Gesamt-Sound des Albums. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum wir diesmal noch aggressiver klingen."
Damit spricht Matt DeVries die Stimmung in der Band an, die nie besser war: Endlich mal kein Druck von Fans, Label oder Produzenten. „Das heißt, wir konnten auf eine maximal ehrliche Art und Weise die Musik schreiben, die uns wirklich am Herzen liegt. Das hat sich bewährt, denn die Ideen sind diesmal nur so aus uns herausgesprudelt.“
Nicht unwesentlich am Gelingen von THE INFECTION beteiligt ist Produzent Ben Schigel, der mittlerweile bereits zur Chimaira-Familie gehört: „Ben kennt uns schon ziemlich lange und dadurch logischerweise auch den Charakter unserer Musik. Wir müssen ihn nicht mehr extra sagen, wie wir etwas haben wollen – er weiß es einfach. Er weiß auch, wie weit er uns pushen kann und wie weit wir gehen können. Das wirkt sich natürlich auf die Atmosphäre beim Arbeiten aus, was zusätzlich zu unserer relaxten Stimmung beigetragen hat.“
Bleibt nur die Frage, ob THE INFECTION auch bei einer Käuferschaft ankommt, die durch die Finanzkrise mehr oder weniger gebeutelt ist. Da Chimaira aus dem Mutterland der Krise kommen, dürften sie die Auswirkungen deutlich spüren, wie auch Matt bestätigt: „Klar, das merkt man hier an allen Ecken und Enden. Da kann man fast von Glück reden, dass wir in der Musikindustrie arbeiten, weil die ohnehin schon vorher im Arsch war, haha! Ganz ehrlich: Wir selber haben von der Krise bis jetzt noch nicht allzu viel abbekommen. Aber das ist vielleicht auch eine gute Seite am Metal: Die Leute kommen zu unseren Konzerten, damit sie für eine Weile ihre Probleme vergessen können.“
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