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Letzte Instanz: Interview mit Sänger Holly D.

Sie ging auf, ab, und noch weiter rauf – die Karriere von Letzte Instanz . Jetzt gibt es die Band zwischen Mittelalter Rock und progressivem Metal schon seit zehn Jahren. Sänger Holly D. lässt die Zeit Revue passieren.

Foto:
A. Sonnenkalb
Letzte Instanz Promo Bild

Zur Feier des Jubiläums bringt die Letzte Instanz das Album DAS WEISSE LIED auf den Markt. Ein Akustik-Album, das 13 Songs enthält - fünf davon neu, acht alt. Das Album ist still, fast schon besinnlich und negiert die wilde Vergangenheit zumindest im Sound komplett.



„Wir sind eine Band, die sich all die Jahre entwickelt hat – kleine Schritte oder große Sprünge,“ setzt Sänger Holly D. die Erklärung für DAS WEISSE LIED an. „Ein normales Best Of-Album kam deshalb nicht in Frage.“ Ergo entschied sich die Band, Songs der verschiedenen Phasen umzuarrangieren, aufs wesentliche zu reduzieren und im neuen Gewand zu zeigen.



Die Idee eines Akustik-Albums lag ohnehin schon lange in der Luft. „Wir haben bei der Studioarbeit oft unglaublich schöne Streicher-Arrengements, die im fertigen Mix aber kaum noch wahrzunehmen sind. Rock'n'Roll mit Streichern ist halt eine Gratwanderung.“ Jetzt endlich kommen auch diese Instrumente gebührend ans Tageslicht, tragen die Songs sogar, die von Gitarrist Oli teils massiv umarrangiert wurden.



Den Anfang im Entstehen von DAS WEISSE LIED machte der Song ‘Für immer und ewig’, weitere Stücke folgten. Schnell stellten die Letzte Instanz fest, dass die Texte sich alle um Liebe drehten. Mehr oder minder explizit jedenfalls. Ein Thema, das sich jetzt durch das komplette Album zieht – intellektuell aufbereitet in der Dreiteilung Platons – Eros / Philia / Agape. „Wir wollten zeigen, dass das Thema die Menschheit nicht erst seit heute umtreibt,“ erklärt Holly D., schränkt aber gleich weiter ein: „Ich mag diese Symbolik und Metaphysikaber aber nicht zu sehr in den Vordergrund rücken. DAS WEISSE LIED funktioniert auch ohne fundierte Kenntnisse griechischer Philosophie.“



Natürlich funktioniert DAS WEISSE LIED auch ohne abgeschlossenes Studium in Philosophie und Alt-Griechisch. Die Letzte Instanz ist schließlich keine verkopfte Studenten-Band, sondern eine Rock-Combo. Und war es auch schon immer. Wobei auch sie ruhiger werden. „Das Album wäre vor zehn Jahren so nicht möglich gewesen. Damals waren wir jung und wild, haben uns manchmal aber auch wenig um Harmonielehre oder Sound gekümmert. Heute schauen wir, dass das Gesamtprodukt stimmt.“ Zehn Jahre Reife. Das muss man natürlich merken.



Doch zehn Jahre vergehen auch nicht ohne Hoch- und Tiefpunkte. Beides kennt die Band zur Genüge. „Wacken 2007 war großartig. 5.000 Leute sind komplett ausgetickt, ihr Schweiß tropfte uns von der Zeltdecke direkt ins Gesicht,“ erinnert Holly sich. Es ist einer von vielen Höhepunkten.“



Ganz weit unten anzusiedeln ist jedoch der Moment, in dem ihr früherer Sänger Robin seinen Abschied nahm: „Das war Ende 2003. Robin teilte uns per E-Mail mit, dass er jetzt andere Wege gehen will. Wir hatten gerade neues Equipment gekauft, eine DVD vorbereitet. Stattdessen mussten wir die bereits für 2004 gebuchten Festivals absagen und uns neue Jobs suchen.“



Doch auch aus dieser Krise sind sie gestärkt hervorgegangen und blicken nach dem Jubiläums-Programm von DAS WEISSE LIED wieder nach vorne. Und dort steht als nächstes die Akustik-Tour „Mit Freunden“ an, auf der sie unter anderem von Anna und Frau Schmitt (beide Subway To Sally) begleitet werden.



 

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