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Metallica: Hetfield zockt mit Machine Head, Ulrich mit The Sword
Metallica sind noch immer auf ihrer...
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Die Marktwirtschaft liegt darnieder, es lebe der Schwarzmarkt: Mindestens 150 Euro müssen jene unglücklichen Metallica-Fans hinblättern, die im regulären Vorverkauf kein Ticket ergattern konnten. Ein Wucher, für den zunächst die beiden Vorgruppen ein wenig entschädigen: Zum einen The Sword, die das Publikum mit wuchtigem Charme ins letzte Drittel der 70er entführen.
Zum anderen vor allem Machine Head, die mit ihren letzten beiden Alben genau das gemacht haben, was Metallica statt ihrer missglückten LOAD / RELOAD (1996 / 1997) und ST. ANGER (2003) Werke hätten tun sollen: Zeitgemäßen Thrash Metal mit Anspruch und kompromissloser Härte nämlich. Das kommt in der ausverkauften Stadthalle bestens an.
Kann das in die Jahre gekommene Flaggschiff der Metalszene den Angriff der Jungspunde abwehren? Es kann – und das überzeugender, als allgemein erwartet. Metallica gehen anno 2009 nach dem „Star Wars“-Prinzip vor: Nachlassende musikalische Qualität wird einfach mit Gigantomanie und jeder Menge Spezialeffekte kompensiert. Rein optisch ist dies zweifellos eine der beeindruckendsten Shows, die jemals in Europa zu sehen waren: Über der in der Mitte der Stadthalle aufgebauten Bühne schweben überdimensionierte Särge wie Raumschiffe, die Licht- und Lasershow ist bis ins kleinste Detail ausgeklügelt und Feuersäulen schießen in den verschiedensten Farben aus dem Boden. In der Mitte des Hightech-Spektakels dirigiert Frontmann James Hetfield nach Belieben das begeisterte Publikum. Der Mann ist längst eine Ikone der Popkultur und könnte auf der Bühne auch Maroni verkaufen – die Leute würden ihm trotzdem aus der Hand fressen. In dieser Form dürfen es sich Metallica sogar erlauben, sechs Songs vom neuen – auch nicht unumstrittenen – Album DEATH MAGNETIC zu spielen.
Die 16.000 Besucher zeigen sich an diesem Donnerstag-Abend ohnehin großzügig, sehen über die üblichen Timing-Schwankungen von Drummer Lars Ulrich hinweg und akzeptieren selbst Preise wie 75 Euro für einen Kapuzen-Pullover. Offensichtlich setzt sich das Metallica-Publikum seit neuestem aus Bankdirektoren und Vorstands-Vorsitzenden zusammen, wie der Kommentar eines Wiener Fans beweist: „Heast, auf die Krise wird g'sch.....n, Oida!“. Na denn.
In abgeänderter Form wurde dieser Bericht von einem Artikel des gleichen Autors aus der "Kleinen Zeitung" übernommen.
Live-Bilder aus Wien können wir euch leider nicht anbieten. Impressionen von Metallica live in Berlin findet ihr trotzdem in der Galerie – die Setlist folgt weiter unten.
Wolfgang Kuhn
Setlist Metallica:
That Was Just Your Life
The End Of The Line
Harvester Of Sorrow
Of Wolf And Man
One
Broken, Beat And Scarred
Cyanide
Sad But True
Turn The Page
All Nightmare Long
The Day That Never Comes
Master Of Puppets
Fight Fire With Fire
Nothing Else Matters
Enter Sandman
Zugabe:
Jump In The Fire
Motorbreath
Seek and Destroy
Weitere Live-Besprechungen:
+ Girugamesh live in Hamburg
+ Schandmaul + Reincarnatus live in Köln
+ Festival-Bericht: Doom Shall Rise 2009
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