- 01. Apr 2011
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Nuclear Blast Festival-Bericht
Blind Guardian + Dimmu Borgir + Subway To Sally + Edguy + Kataklysm
Nuclear Blast feiert Geburtstag – und lässt sich natürlich nicht lumpen. In der riesigen Schleyer-Halle in Stuttgart lassen sie fünf ihrer wichtigsten Bands spielen. Und das kommt an. Die Halle ist zwar lange nicht ausverkauft, aber 7.000 Menschen sind auf jeden Fall drin.
Als pünktlich um 17h Kataklysm auf die Bühne kommen, setzt es natürlich erstmal die Abrissbirne. Die tödliche Bangerschaft freuts – ‘In Shadows And Dust’ kommt natürlich auch immer gut. Alle nicht bangenden verziehen sich da lieber zum umfangreichen Merchstand.
Dann der erste Stil-Bruch – der das Konzept des Abends ausmacht. Denn jetzt stürmen Edguy auf die Bühne. Das kommt den Deathern grad recht – selber Merch checken. Alle Anderen recken zum stark Helloween beeinflussten Metal mit Stadion-Ambition die Fäuste. Der Sound klingt am Ende der Halle zwar eher arm, aber die Fans sind ja zum Glück vorne.
Subway To Sally sind anschließend dran, mit intelligenten Arrangements und deutschen Mitsing-Texten das Tanzbein anzusprechen. Machen sie auch ziemlich eindrucksvoll. Bei ‘Schrei’ gibt Stuttgart alles, ‘Eisblumen’ erfreut eh und im Potpourri aus alt und neu geht einiges.
Die Umbaupause wird noch schnell genutzt, damit die METAL HAMMER-Belegschaft auf der Bühne Nuclear Blast-Chef Markus Staiger ein Ständchen und ein Geschenk bringt, dann ist aber auch schon Schluss mit lustig.
Nach dieser guten Laune ist nämlich Finsternis angesagt: Dimmu Borgir wollen die Halle zur okkulten Brutstatt umwandeln und geben Gas mit allem, das auch schon auf der Tour mit Amon Amarth gut funktioniert hat. Leider ist die Show etwas statischer, als noch in München. Dafür gibt es Pyros. Auch gut. Und so bleiben zwischen ‘Progenies Of The Great Apocalypse’ und ‘Mourning Palace’ nur wenig Wünsche offen. Zumindest für Schwarzheimer.
Bevor sich bei Blind Guardian dann Alle einig werden, darf noch der Nachwuchs in der Umbaupause ran. Und der spielt statt Gitarre im Proberaum natürlich lieber Guitar Hero im Kinderzimmer. Also dürfen zwei Jungs in der Guitar Hero Championship gegeneinander antreten. Bei Iron Maiden und Black Sabbath drücken sie zünftig die Knöpfe, während per Leinwand übertragen wird, was auf dem Monitor erscheinen sollte – und das hat sich gewaschen. Die Jungs sind wirklich gut!
Dann aber endlich der Headliner: Blind Guardian. Und tatsächlich merkt man die Headliner-Qualität, denn die Songs sind endlich wirklich für die große Halle gemacht. Sei es ‘Mirror, Mirror’, ‘Welcome To Dying’ oder ‘Imaginations From The Other Side’ – die Fans singen, bangen und versetzen die Schleyer-Halle ganz ohne jeglichen Image-Gedanken in die große Geburtstagslaune, wegen der alle da sind. Aber das ist eben das Blind Guardian-Phänomen: Kein wirkliches Image, dafür die vielleicht besten Songs, die man im deutschen Metal finden kann.
Trotz Ansage, dass es noch eine All-Star-Band gibt, gehen die Meisten anschließend dann trotzdem. Sie verpassen aber auch nur mäßig viel. Rage spielen ‘Don’t Fear The Winter‘ und Material aus dem INTO THE LIGHT Geburtstags-Sampler, holen Mitglieder von Subway To Sally, Edgy und Blind Guardian auf die Bühne, lassen sich von Doro und Schmier (Destruction) unterstützen und covern ‘The Trooper’ (Iron Maiden), ‘Highway To Hell’ (AC/DC) und ‘All We Are’ von Doro. Eine prima Idee also, zu der auch noch schick Pyros verfeuert werden, die allerdings bei Blind Guardian besser aufgehoben gewesen wären. Ein guter Ansatz also, der aber nicht am Ende des Abends hätte platziert werden sollen.
So bleibt es trotzdem ein denkwürdiger Abend, der vor allem einen interessanten Blick auf die Vielfalt im Hause Nuclear Blast gewährt. Wer anschließend aus der Halle muss, feiert im LKA Longhorn die Party offiziell weiter, hinter den dann verschlossenen Türen der Halle stößt die Belegschaft mit einigen Gästen an.
Auf die nächsten 20 Jahre – oder die nächsten 5. Denn 25 Jahre Nuclear Blast müssen eigentlich auch gefeiert werden!
Tobias Gerber
Weitere Artikel zum Thema:
+ BASTARD - Subway To Sally sind Album des Monats
+ Dimmu Borgir und Amon Amarth Live Bericht
Den ausführlichen Bericht bekommt ihr natürlich in der Januar-Ausgabe vom METAL HAMMER.
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