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Peristence Tour mit Hatebreed Live Bericht

Hatebreed + Agnostic Front + Ignite + Evergreen Terrace + Sworn Enemy + Death Before Dishonor + Ringworm



Manchmal kommt es anders, als man denkt – und manchmal sogar doppelt anders.



Sollte jemand erwartet haben, dass die Persistence Tour auf Grund der zeitgleich laufenden Black Crusade-Tour mit Machine Head, Trivium und Arch Enemy schlechter besucht würde, wird dieser jemand schnell eines besseren belehrt. Rund 1.200 Leute sind offiziell für das Backstage Werk zugelassen, geschätzte 1.400 sind da. Außerdem entpuppt sich das vermeintlich eintönig brutale Line-Up als ziemlich abwechslungsreich.



Davon ist beim Gig der eröffnenden Ringworm allerdings noch nichts zu spüren. Ihr live fast schon Crust-iger Hardcore brüllt immer, groovt selten, überzeugt nie. Nett zum Aufwärmen, aber doch eher irrelevant. Da die Band zum „doors open“ auf die Bühne musste, ist auch noch niemand da, den es interessieren könnte.



Anders schon bei Death Before Dishonor, die in Szene-Kreisen hohe Anerkennung genießen. Sie bolzen die Hasskappe gleich fett nach vorne, die ersten Violent Dancer nutzen den Raum vor der Bühne und die Band bezeugt mehrfach die Unity mit den Hardcore-Brüdern.



Die Gelenke sind damit schon mal gut eingewärmt, obwohl die Show gegen die nun kommenden Sworn Enemy wiederum kaum anstinken kann. Die reinen Hardcore-Tage des Debüts sind lange vorbei und metallische Riffs regieren das Programm. Kein Wunder: außer Sänger Sal haben alle Musiker lange Haare und demonstrieren einen deutlichen Metal-Background. Da die Halle jetzt auch schon übervoll ist, ist an Kung Fu-Übungen im Publikum eh nicht mehr zu denken – da kommen die Thrash Riffs also gerade recht.



Von den bisher auch körperlich massiven Musikern ist anschließend bei Evergreen Terrace nichts mehr zu sehen. Dürre Bürschchen legen ein enormes Tempo im immer wieder hetkischen Set vor, das allerdings immer dann ganz groß wird, wenn melodische Refrains und Harmonien das noisige Metalcore-Skellet mit weichem Fleisch andicken. Ein schöner Kontrast zum beständig mit harten aber simplen Riffs sich extremisierenden Programms.



Die richtige Abwechslung kommt mit dem überragenden Set aus Orange County: Ignite laden zum Punk Rock Tanz. Eine bestens aufgelegte Band um Sänger Zoli springt, rennt und singt sich vor allem durch Song-Perlen des aktuellen Meisterwerks OUR DARKEST DAYS. Die Ansagen sind natürlich wie immer politisch und menschlich bewusst, richten sich gegen Bush und erzählen Geschichte der Drogen- und Alkoholsucht. Es sind schließlich nicht wenig Leichen, die Sänger Zoli im Keller liegen hat. Beim semi-akustischen ‘Live For Better Days’ wird das Event der harten Männer und Frauen dann sogar ruhig und besinnlich, bevor mit ‘Veteran’ wieder alles geht. Tolle Show!



Dann: Legendenalarm. Mit Agnostic Front kommt eine DER Hardcore-Bands aus New York City auf die Bühne – und zeigt den Jungspunden, was Spielfreude ist. Sie sind zwar mittlerweile alte Männer (Vinnie Stigma feiert heute sogar Geburtstag), doch das ändert am Bewegungsdrang und Grinsefaktor gar nichts. Die Fans freuen sich über all die Kult-Songs, geben trotz viel zu wenig Platz Sprunggas und schreien sich bei den beiden Höhepunkten ‘For My Family’ und ‘Gotta Go’ die Stimmbänder aus dem Rachen.



Letztendlich warten aber doch alle nur auf Hatebreed, die höllisch laut und mit einem so fetten Sound vorlegen, als sollte allein der Bass die Halle schon einreißen. Stillstehen kennen die Headliner natürlich auch nicht, die sich auf Grund des ausverkauften Hauses natürlich auch gern mal feiern lassen. Von dieser Walze lässt sich das Publikum natürlich gerne umnageln, denn bei solch fetten Riffs gibt es einfach kein Pardon. Doch auch hier wieder augenfällig: Die erwartende Martial-Arts-Vorstellung im Publikum bleibt aus. Kurzzeitig flackert zwar der Violent-Pit auf, wird aber im wahrsten Sinne sofort wieder erstickt. Die Halle ist im überausverkauften Zustand einfach zu voll und der einzige Schwachpunkt einer ansonsten hervorragenden Sportveranstaltung.





Weiter oben findet ihr in der „Bildergalerie“ mengenweise Bilder aller sieben Bands!





Tobias Gerber





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+ Sworn Enemy Interview





Einen weiteren Konzertbericht findet ihr natürlich in der METAL HAMMER-Ausgabe, die am 16.01.08 am Kiosk liegt!



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