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Bloodsimple Interview mit Sänger Tim Williams

Dass The Doors der Archetyp einer Rock’n’Roll-Band waren, ist kein Geheimnis. Trotzdem werden die Metal-Musiker, die sich offen zu den düsteren Helden der Hippie-Ära bekennen, immer seltener. Eine Ausnahme ist Bloodsimple -Sänger Tim Williams.



Bloosimple sind endlich in die Gänge gekommen und haben ihr zweites Album RED HARVEST fertig und veröffentlicht. Eröffnet wird es von ‘Ride With Me’ – einer offenen Hommage an ‘The End’, einen der größten Klassiker von The Doors. Bekannt ist er unter anderem von diversen Kriegsfilmen.



Aus eben einem solchen Kriegsfilm wurde auch die innige, fast schon zur Obsession tendierende Liebe von Tim Williams zu den Doors geboren. Er erinnert sich genau an den Moment: „Das erste, was ich von ihnen hörte, waren ein paar Songs von L.A. WOMAN (1971). Ich war damals in der zehnten Klasse und konnte nichts damit anfangen. Einige Zeit später war ich aber auf der Sommer-Party eines Freundes und wir hörten den APOCALYPSE NOW-Soundtrack, wo unter anderem ‘The End’ drauf ist. Von da an liebte ich The Doors.“



Mittlerweile besitzt er neben den Alben unzählige Bootlegs, offizielle und inoffizielle Mitschnitte und dergleichen mehr. Außerdem hat er seinen ersten Trip nach Europa – damals noch mit seiner alten Bands Vision Of Disorder – direkt dazu benutzt, Jim Morissons Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris zu besuchen.



Kein Wunder, schließlich war es die Faszination für die Ära der Doors, also 1965 bis 1973, die ihn überhaupt dazu brachte, Musiker zu werden. Allen, die den Weg in die Welt der Doors ebenfalls finden wollen, empfiehlt er allerdings nicht sein persönliches Lieblinswerk – MORISSON HOTEL (1970) – sondern das selbstbetitelte Debüt (1967), die Heimat solcher Klassiker wie ‘Break On Through’, ‘Light My Fire’ und eben ‘The End’. „Das Debüt ist ihr faszinierendstes Werk. Dabei haben sie auf jedem Album mindestens einen Über-Song, wenn nicht gleich mehrere.“



Wer nun ein wirklicher Bloodsimple-Fan ist und oft genug auf ihrer myspace-Seite vorbei geguckt hat, hat auch das The Doors-Cover ‘Five To One’ vom Album WAITING FOR THE SUN (1968) entdeckt. Es ist nicht mehr online und kam vor dem neuen Bloodsimple-Werk RED HARVEST, ist auf diesem aber auch nicht zu finden. Es war letztlich nur ein Verneigen vor der Inspirations-Band und als Überbrückung zu RED HARVEST gedacht. Eine waschechte Fan-Aktion also.



Ob Tim den Bloodsimple-Fans nun seine Helden näher bringen kann, weiß er nicht. Er hofft es natürlich. Auf das neue Bloodsimple-Album haben sich die alten Helden jedenfalls positiv ausgewirkt, denn es ist im Gegensatz zum Debüt A CRUEL WORLD (2005) ebenfalls in der klassischen Proberaum-Situation entstanden, anstatt per Copy and Paste in Protools zusammengebastelt zu werden. Der alte Weg. „Der einzige Weg,“ wie Tim sagt.





Ein weiteres Interview mit Tim Williams zum neuen Album RED HARVEST findet ihr in der nächsten Ausgabe vom METAL HAMMER.





Tobias Gerber





Bilder der Band findet ihr oben in der Bildergalerie, ein Clip zum Song 'Straight Hate' weiter unten.





'Straight Hate':





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