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Ahab, Syrach, Lamia Live Bericht

Ahab + Syrach + Lamia



Über die kalte Nordsee und das stürmische Skaggerrak zieht es die Pequod tief hinein in den Oslo-Fjord. In der Metropole geht die Besatzung Ahab an Land, um gemeinsam mit der Bergenser Doom-Kapelle Syrach und einer Band namens Lamia auf Walfang zu gehen.



Das Osloer Quintett Lamia gibt sich als erstes die Ehre und sorgt gleich zu Beginn für einige Überraschungen – und das nicht nur bei den Anwesenden Deutschen. Bei der jungen Formation bekommt man weder Gitarre noch Bass zu Gesicht, stattdessen Geige, Cello und Piano. Ein Schlagzeug und der zauberhafte und zugleich eindringlicher Frauengesang runden das Bild dieser überwiegend weiblichen Formation ab. Die ruhigen Klänge eröffnen den Abend auf eine unerwartete Art und Weise, lassen aber weder Intensität noch Innovation missen. Lange dürfte es nicht mehr dauern, bis diese talentierte Band bei einem Label unterkommt.



Nach kurzer Pause geht es einen gehörigen Zacken schneller und lauter zur Sache. Auch wenn Syrach durchaus als Doom Metal-Band bezeichnet werden können, strecken die Herren von der Westküste die imaginären Genregrenzen doch ziemlich weit. So ist es eigentlich auch mehr Programm als Ausnahme, die Musiker zwischen erzürnter Doublebass und stoisch durchgehaltenen Slomo-Passagen auf den Wogen der Verdammnis segeln zu sehen.



Die Bergenser haben sich nicht gescheut, eine achtstündige Zugfahrt auf sich zu nehmen, um für ihr kürzlich erschienenes Album DAYS OF WRATH auch in Oslo die Werbetrommel zu rühren. Das etwas lahmende Publikum ist für Sänger Ripper Olsen und seine Truppe allerdings nicht wirklich eine Unterstützung. Da konnte der knapp 14-minütige Opener 'Firm Grip Of Death' trotz seiner überzeugenden Vielfalt und Intensität leider auch nichts ändern. Die Nordmänner lassen sich trotz zurückhaltender Fans nicht davon abhalten, ein gutes und überzeugendes Set mit Paradise Lost- und My Dying Bride-Reminiszenzen abzuliefern.



Eine etwas enthusiastischere Begrüßung erhält die Besatzung der Pequod, als sie zu später Stunde die ersten Klänge von 'Below The Sun' durch das Kellergewölbe klingen lassen. Zu kämpfen haben Ahab anfangs mit den Clicktracks, die eigentlich nur für die Kopfhörer von Schlagzeuger Cornelius Althammer bestimmt sind, jedoch gut hörbar und unfreiwillig als Intro fungieren. Mit einsetzenden Gitarren und tief grollendem Bass ist dieser unerwünschte Nebeneffekt jedoch schnell übertönt und vergessen.



Das gleiche Spiel bei dem anschließenden 'Old Thunder'. Und als wäre das noch nicht genug, muss Sänger Daniel Droste auch noch mit viel zu leisem Gesang auf seinem Monitor ringen, was die ganze Sache nicht gerade einfach macht. Vor der Bühne herrscht ein ähnliches Klangbild – zu leiser Gesang und Clicktrack-Intros. Ein missglückter Beginn.



Doch Ahab sind nicht umsonst Musiker mit jahrelanger Erfahrung und so gelingt es ihnen im Laufe des Sets doch immer mehr, das Beste aus der Situation zu machen. Genau dies kommt auch beim Osloer Publikum an, das trotz fröstelnder und düsterer Stimmung immer mehr an Fahrt aufnimmt. 'The Sermon' ist dann schließlich der erste Ahab-Song an diesem Abend, bei dem alles rund läuft und sowohl Band als auch Fans komplett in die Klangwogen eintauchen können.



Ebenso wie die Fans bei den Konzerten in Deutschland, erhalten auch die norwegischen Anhänger einen ersten Ausblick auf das zweite Album: 'Divinity Of Oceans'. Neben dem abschließenden 'The Hunt' ohne Zweifel das Highlight des Abends.



Und so kann Kapitän Ahab in sein Logbuch schreiben, dass der Landgang im Reich der Wikinger nicht gänzlich ohne Blessuren von Statten ging, trotz allem aber als erfolgreiche Expedition gewertet werden muss.





Marcel Rudoletzky





Tracklists



Ahab:

'Below The Sun'

'Old Thunder'

'The Sermon'

'Divinity Of Oceans'

'The Hunt'





Syrach:

'Firm Grip Of Death'

'Semper Ardens'

'Stigma Diabolicum'

'Nine Fallen Men'

'The River's Rage'





Lamia:

'Come, Come'

'The Winds That Once Caressed Me'

'Adore Me'

'Nature Boy / El Tango De Roxanne’ (Cover-Song)

'Behind Your Veil Of Darkness'

'Untitled (neuer Song)'

'Addicted'



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