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Live: Tiamat + The 69 Eyes + Ava Inferi + Lydia´s Gemstone

Tiamat + The 69 Eyes + Ava Inferi + Lydia´s Gemstone 19.02.2009 A-Wien, Szene ca. 300 Besucher



Nach unzähligen Band-Rochaden, Absagen und allgemeiner Verwirrung findet das HELLHOUNDS FEST nun doch statt. Zum pünktlichen Showbeginn um 19:30 Uhr bevölkern gerade mal 30-40 Neo-Goths, Goth´N´Roller oder auch Gothpunks die Szene, und zu welcher Gesinnung sie sich auch zugehörig fühlen mögen, steht eines ganz klar fest: Die Farbe des Tages ist: Tiefschwarz.



Den Anfang macht das österreichische Trio Lydia's Gemstone, die mit beherztem und melancholischem Rock/Metal inklusive sehr markanter Stimme von Fronter Markus Keimel eine gute Talentprobe abliefern. Der Drummer kämpft zwar sichtlich mit Timing-Schwankungen, nichtsdestotrotz eine solide Show.



Nach zappendusterem Intro und wohlig gefüllter Halle geht der Abend mit den Doomern von Ava Inferni weiter. Sängerin Carmen Simões entert mystisch-schleichend die Bühne und trägt dabei, ganz im Stile ihres portugiesischen Landsmanns Fernando Ribeiro (Moonspell), eine Laterne in der einen und das Mikro in der anderen Hand. Tonnenschwer wird die genretypische, theatralische Doom-Keule ausgepackt und von einer Stimme umgarnt, die jenseitig hoch durch die Boxen trällert. Die Wiener Audienz weiß nicht so richtig, was sie mit dem Sound anfangen soll, und so wird die Kapelle nach einem gut halbstündigen Set mit einem Höflichkeitsapplaus zum Duschen in die Kabine geschickt.



Nach einer sehr langatmigen Umbaupause wird schlagartig klar, warum die meisten Besucher, trotz ausladendem Wetter, den Weg in die Szene Wien auf sich genommen haben. The 69 Eyes – die Mötley Crüe des Gothic Punk – sind in der Stadt und starten nach kurzem Intro mit “Framed In Blood“ in ihren Auftritt. Schon ab dem ersten Takt geht die Meute ab und es zeigt sich, wer die bessere wasserdichte Schminke aufgetragen hat. Mit “Never Say Die“ und “Gothic Girl“ geht’s auch gleich munter weiter. Der gewohnt sonnenbebrillte Sänger Jyrki 69 - aka die Coolness in Person - ist natürlich das Objekt der Begierde der zahlreich anwesenden jungen Ladies, die schmachtend ihre Handys auf “Dauerfotografieren“ eingestellt haben. Routiniert und tight inszenieren die 69 Eyes eine Rockshow, die einerseits natürlich großes Kino bedeutet, andererseits den schmalen Grad zur Peinlichkeit leicht überschreitet. Mit “Devils“ ist das reguläre Set nach ca. 40 Minuten erstmal vorbei. Die Herrschaften lassen sich natürlich nicht zweimal bitten und rocken mit “Lost Boys“ und “L.A. Woman“ noch zwei Zugabenknaller, um sich damit endgültig für heute zu verabschieden.



Deutliche Lücken klaffen in den Reihen, als sich Tiamat mit dem getragenen AMANETHES-Ableger “Will They Come?“ auf der Bühne ankündigen. Nach der energetischen Show von The 69 Eyes leider der falsche Einstieg, um besonders die jungen Anteile im Publikum bei der Stange zu halten. Aber die Altmeister des Gothic Rock fangen sich und “Cain“ lässt erstmals magische Funken sprühen. Johan Edlund gibt mit nacktem Oberkörper, tief in die Stirn gezogener Wollmütze und bedeutungsschwangeren Gesten den unnahbaren Zeremoniemeister und erntet, als er mit “Do You Dream Of Me?“das erste Stück von Klassiker WILDHONEY ankündigt, verzückten Applaus. “Vote For Love“ knackt die Stimmung endgültig – die verbliebenen Tiamat-Jünger wiegen sich im Takt der liebesbejaenden Rock-Nummer und schwelgen in positiver Atmosphäre, während zum mystischen A DEEPER KIND OF SLUMBER Ausflug “Phantomas Deluxe“ die Feuerzeuge aufflammen. Schade nur, dass gerade zu den alten Trümpfen “The Sleeping Beauty“ und “Gaia“ viele Besucher bereits aufgrund der späten Stunde den Heimweg angetreten haben – ihnen entgeht das, was Tiamat seinerzeit an die Spitze des Düsterrocks katapultierte: Intensität, Passion und sakrales Feeling. Einziger großer Kritikpunkt der Show – neben einem Deut zuviel Pathos-Suhlerei und Kunstnebel des Todes: die Backing Vocals von Neu-Gitarrist Johan Nieman (Ex-Therion). Eine getretene Katze macht mehr her. Und trifft wahrscheinlich sogar die Töne besser.





Bilder aller Bands findet ihr in der Galerie, die Setlists weiter unten.





Einen Vergleich zur Show in Hamburg findet ihr - inkl. Bildergalerie - ebenfalls online.






Thomas “Tompte“ Panzenböck, Kathy Schütte





Setlist Tiamat:



Will They Come?

Raining Dead Angels

Cain

Until The Hellhounds

Do You Dream Of Me?

Divided

Vote For Love

For Her Pleasure

Phantomas Deluxe

Brighter Than The Sun

Wings Of Heaven

Cold Seed

------------

Via Dolorosa

The Sleeping Beauty

Gaia





Setlist The 69 Eyes:



Framed In Blood

Never Say Die

Gothic Girl

Rocker

Christina Death

From Dusk Till Dawn

Betty Blue

Stolen Season

Feel Berlin

Perfect Skin

Brandon Lee

Stigmata

Devils

----------

Lost Boys

L.A. Woman





Setlist Ava Inferni:



Intro

Wonders Of Dusk

Abandoned

Danca Das Ondras

Wings Of Emptiness

Pulse Of The Earth





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