Korn + Flyleaf + Deathstars Live Bericht

Korn + Flyleaf + Deathstars Live Bericht

Korn + Flyleaf + Deathstars München, Zenith, 17.02.08


Wie passend: Draußen vor der Halle bekommt man die Eintritts-Karte ins nicht ganz ausverkaufte Zenith auf dem Schwarzmarkt schon für 10 Euro (!), drinnen beginnt mit den Deathstars punkt 20h die so unglaublich billige Version von Rammstein meets Marilyn Manson, dass selbst zehn Euro noch teuer sind.

Als Comedy eine wirklich lustige Angelegenheit, ist der Auftritt, der ausschließlich von abgegriffenen Gesten, einem Flickenteppich aus Klischees und billigen Riffs besteht, an sich eine Tortur.

ABER: Ihr Ansatz hat Fans. Und zwar gar nicht mal wenige. Das Publikum ist zwar nur partiell der düsteren Szene zuzuordnen, doch der Jubel für die Schweden ist groß. Irgendwas machen sie also doch richtig.

Das machen Flyleaf eigentlich auch, deren Sound deutlich besser zu Korn passt, als der elektronische Tanz-Tee der Deathstars. Doch das Publikum kann mit ihrem teils punkigen, teils verschrobenen New Metal wenig anfangen.

Dazu kommt, dass das Zenith seinem Ruf als Münchens schlechtester Konzert-Location wieder alle Ehre macht und von den Flyleaf-Songs wenig bleibt, als die Stimme von Sängern Lacey Mosley und mengenweise Bass. Da Lacey stimmlich aber nicht ihren besten Tag hat, bleibt von eigentlich tollen Songs wie ‘Cassie’ oder ‘Fully Alive’ wenig übrig. Besonders schade ist das beim Cover von Nine Inch Nails ‘Something I Can Never Have’ und den filigranen neuen Songs, deren Struktur komplett untergeht.

Doch der Abend geht skurril weiter.

Der Sound ist zwar erstaunlich gut, als Korn auf die Bühne kommen, doch das Bild, das sich zeigt, ist erwartungsgemäß erschreckend.

Korn reisen wie schon 2007 mit großem Tross: Es gibt einen Background-Sänger, zusätzliche Percussions und dergleichen mehr. Doch trotz der stattlichen Musikerschar sind Jonathan Davis (Gesang) und Fieldy (Bass) die einzigen aus der Ur-Band. Der Rest ist austauschbare Sölnderware, seit James “Munky” Shaffer die Tour verlassen hat.

Dafür legen Korn mit selten erlebter Spielfreude vor, Jonathan Davis spricht immer wieder zum Publikum, und über alte und neue Hits bringen sie es auf knapp 90 Minuten Spielzeit.

Der Reigen an Klassikern kann sich natürlich sehen lassen:

‘Freak On A Leash’
‘Got The Live’
‘Ass Itch’
‘A.D.I.D.A.S.’
‘Blind’
‘Evolution’ und so weiter und so weiter.

So machen Korn also deutlich all das wieder gut, was Vor-Bands und Halle vorher dem Abend-Spaß an Spießruten entgegen geworfen haben. Sehr zur Freude der Fans, die dementsprechend steil gehen.

Bleibt einzig zu hoffen, dass sich das Line-Up bald wieder normalisiert und mindestens Munky wieder schnell zur Band zurückkehrt.


Setlist Korn:
'Right Now'
'Love Song'
'Adidas'
'Hold On'
'Starting Over'
'Falling Away From Me'
'Coming Undone'
'Here To Stay'
'Ever Be'
'Faget'
'Helmet In The Bush'
'Freak On A Leash'
'Bottled Up Inside'
'Kiss'
'Evolution'
'Ass Itch'
-------
'Blind'
'Somebody'
'Got The Live'


Live-Bilder aller Bands findet ihr oben in der Bildergalerie!


TOBIAS GERBER


Weitere Live-Berichte:
+ Bullet For My Valentine + Still Remains
+ From Autumn To Ashes + Idiom
+ Alter Bridge + Enjoy Destroy