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In Flames live

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Mittlerweile gibt es wohl kaum mehr einen Winkel auf dieser Welt, in dem In Flames nicht gespielt hätten. Nun also schicken sich die Schweden an, die Herzen der chinesischen Headbanger zu entflammen. Und das – so viel sei vorweggenommen – gelingt ihnen spielend.

Als Ort ihres Debüts im Reich der Mitte haben sie sich den Star Live Club ausgesucht; ein schmucker Laden, der von außen aussieht wie ein überdimensioniertes Teehaus mit einem Zuckerguss aus Kitsch. Drinnen jedoch ist alles erste Sahne, die Bude ist sauber, die Technik vom Feinsten und die Security wie in Europa – also hochgradig nervös und überfordert. Die zirka 700 Headbanger ertragen den Unsinn der uniformierten Hampelmänner („Jetzt noch mal alle die Treppe runter!“) jedoch ebenso stoisch wie die beiden chinesischen Vorgruppen. Die können sich aus zwei Gründen beliebt machen: Erstens zocken beide eine gar nicht mal so üble Mischung aus Fear Factory und Devildriver und zweitens packen sie nach jeweils 10 Minuten Spielzeit schon wieder ihre Instrumente ein. Clevere Idee, dadurch bleibt mehr Zeit für den Soundcheck, für den die namenlosen Bands eine halbe Stunde verplempern.

Gekommen sind die Leute aber ohnehin wegen In Flames. Die müssen an diesem Abend ohne ihre Pyros auskommen und feuern stattdessen eine satte Mischung vor allem älterer Hits ab. Gut so, denn bereits mit dem Opener „Clouds Connected“ geht die Meute ab. Jetzt nicht irgendwie so ein bisschen, sondern so RICHTIG. Die Chinesen haben es sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, den Begriff des Durchdrehens neu zu definieren und veranstalten ein heilloses Chaos aus fliegenden Leibern und sich verheddernden Haaren. Als ungläubiger Europäer fühlt man sich teilweise wie im Kriegsgebiet zu Zeiten des Boxer-Aufstandes. Die Band selbst nimmt den Ausnahmezustand mit Grinsen zur Kenntnis, speziell Anders Friden (Gesang) und Björn Gelotte (Gitarre) haben offensichtlich gute Laune. Selbst eine kleine technische Panne, während der ein 12-jähriger Knirps sein Können am Schlagzeug beweisen darf, wirft die Band nicht aus der Bahn. Stattdessen gibt es Filetstücke wie das lange nicht mehr gehörte „Artifacts Of The Black Rain“ (JESTER RACE, 1996) – so macht man sich auch in China Freunde. Sicher: Ihre Sturm-und-Drang Phase hat die Band schon seit Längerem hinter sich, Peking nehmen sie allerdings im Sturm. Ohne Drang.

Wolfgang Kuhn

Weitere aktuelle Konzert-Artikel:
+ Stratovarius + Dream Evil + Tracedawn live in München
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Gekommen sind die Leute aber ohnehin wegen In Flames. Die müssen an diesem Abend ohne ihre Pyros auskommen und feuern stattdessen eine satte Mischung vor allem älterer Hits ab. Gut so, denn bereits mit dem Opener „Clouds Connected“ geht die Meute ab. Jetzt nicht irgendwie so ein bisschen, sondern so RICHTIG. Die Chinesen haben es sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, den Begriff des Durchdrehens neu zu definieren und veranstalten ein heilloses Chaos aus fliegenden Leibern und sich verheddernden Haaren. Als ungläubiger Europäer fühlt man sich teilweise wie im Kriegsgebiet zu Zeiten des Boxer-Aufstandes. Die Band selbst nimmt den Ausnahmezustand mit Grinsen zur Kenntnis, speziell Anders Friden (Gesang) und Björn Gelotte (Gitarre) haben offensichtlich gute Laune. Selbst eine kleine technische Panne, während der ein 12-jähriger Knirps sein Können am Schlagzeug beweisen darf, wirft die Band nicht aus der Bahn. Stattdessen gibt es Filetstücke wie das lange nicht mehr gehörte „Artifacts Of The Black Rain“ (JESTER RACE, 1996) – so macht man sich auch in China Freunde. Sicher: Ihre Sturm-und-Drang Phase hat die Band schon seit Längerem hinter sich, Peking nehmen sie allerdings im Sturm. Ohne Drang.

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Necrophobic: 20 Jahre HRIMTHURSUM

Als Necrophobic 2006 ihr fünftes Album HRIMTHURSUM veröffentlichten, war die Band längst ein fester Bestandteil der schwedischen extremen Metal‑Landschaft. Doch dieses Werk markierte einen Punkt, an dem die Band nicht nur ihre Identität schärfte, sondern sie auch mit massiver Wucht präsentierte. HRIMTHURSUM ist ein Album, das sich nicht zwischen Genre-Schubladen entscheiden will - und genau darin liegt seine Stärke. Es ist Black Metal, es ist Death Metal, es ist „Blackened Death Metal“ im besten Sinne. Ein Quartett im Angriffsmodus 2006 bestanden Necrophobic aus Tobias Sidegård (Gesang und Bass), Johan Bergebäck (Gitarre), Sebastian Ramstedt (Gitarre) und Joakim Sterner (Schlagzeug). Sterner war…
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