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Amorphis, Swallow The Sun, Insomnium Live Bericht

München, Metropolis, 21.11.07



Während es im leicht schneeverwehten München allmählich ein paar wenige Grad wärmer wird, kommt ein Finnen-Paket der besonderen Art, den Herbst mit Nachdruck in die Herzen zahlreicher Metaller zu pflanzen.



Doch zuerst verkehrte Welt: Bevor die Schwermut Einzug hält, bäumen sich die Headbanger noch mal auf. Insomnium bringen trotz finnischer Herkunft mit schwedischen Death Metal zwischen alten und ganz alten Dark Tranquillity Action auf die Bühne. Auf Platte eher Standard, sind Insomnium live eine Macht voll Bewegung, Posen und bierseliger Metal-Freude. Warum also traurig über den kommenden Winter sein, wenn man Metal hat? Dass Sänger Niilo Sevänen alle Ansagen auf Deutsch macht, bringt zusätzliche Sympathiepunkte.



Ganz anders wird es da bei Swallow The Sun, deren Keyboarder Aleksi Munter sich schon vorher bei Insomnium an seinem Instrument aufgewärmt hat. Mit den ersten Tönen des eröffnenden ‘Hope’ legen sich dunkle Wolken dräuend über das Metropolis, schwere Doom-Riffs regieren und nur ab und zu blitzt mal Aggression in kurzzeitigen Tempo-Ausbrüchen durch.



Vergessen ist der eher durchwachsene Eindruck vom Summer Breeze – alle sechs Musiker leben ihre Songs, saugen die Herbstdepression in sich auf und teilen sie nur zu gerne mit ihrem Publikum, das sie im Gegenzug mit viel Applaus und geschüttelten Haaren bezahlt.



Doch all das ist noch nichts gegen Amorphis. Auf den Sommer-Festivals haben sie bereits angekündigt, was wir im kleineren Rahmen einer Club-Show erwarten dürfen: Magie. Nicht mehr und nicht weniger. Die Zeiten halbgarer Shows sind vorbei wie der verregnete Frühling und Song-technisch wird aus dem großen Hit-Fundes geschöpft (Setlist siehe unten).



Es ist dabei ganz gleich, ob die charmant unbeholfene alte Verflechtung von Death Metal und Mystik der TALES FROM THE THOUSAND LAKES-Zeit angeboten wird, die Hippie-Wärme eines ‘Alone’ oder die sehnsüchtige, in Metal gepackte Songwriter-Klasse von ‘A Servant’Amorphis bringen heute die großen Gefühle auf die kleine Bühne.



Zwischen Schmachten, trauern, bangen und der Patina-geschwängerten Erinnerung an die Jugend mit Alben wie THE KARELIAN ISTHMUS ist wirklich alles vorhanden. Dass der Swallow The Sun-Sänger Mikko Kotamäki bei ‘Drowned Maid’ zum Duett auf die Bühne kommt, ist eines der Highlights des Abends, der finale Gassenhauer ‘Black Winter Day’ die Vorratspackung Marshmallows auf dem Lagerfeuer am finnischen See.



So schön kann Metal sein – so weit weg die Realität mit einem nass-kalten Heimweg und der wartenden Arbeit.





Bilder von allen drei Bands findet ihr natürlich wieder oben in der „Bildergalerie“, alle Setlists weiter unten.





Setlists:



Insomnium

‘The Gale’

‘Mortal Share’

‘Drawn To Black’

‘The Killjoy’

‘Bereavement’

‘Change Of Heart’

‘The Elder’

‘The Day It All Came Down’

‘Devoid Of Caring’





Swallow The Sun

‘Hope’

‘Descending Winters’

‘Don’t Fall Asleep’

‘The Morning Never Came’

‘These Hours Of Despair’

‘Out Of This Gloomy Light’

‘The Ship’

‘Swallow’





Amorphis

‘Perkele (The God Of Fire)’

‘Leaves Scar’

‘A Servant’

‘The Smoke’

‘On Rich And Poor’

‘Drowned Maid’

‘Her Alone’

‘Against Widows’

‘Silent Waters’

‘Sign From The North Side’

‘Alone’

‘My Kantele’

‘The Castaway’

---------

‘Towards And Against’

‘House Of Sleep’

‘Black Winter Day’





Tobias Gerber





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