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Maroon: Interview mit André Moraweck zum Album ORDER

Die deutschen Metalcore-Helden Maroon melden sich mit ihrem neuen Album ORDER und deutlich mehr Death Metal zurück. Sänger André Moraweck nimmt entgegen dem Titel aber nur ungern Befehle entgegen.



Neues Album, neues Glück: Zwei Jahre nach dem letzten Album THE COLD HEART OF THE SUN (2007) legen Maroon nach, und es scheint so, als erwarte man sich von ORDER den endgültigen Durchbruch. Zumindest stehen die Zeichen bei Band und Plattenfirma auf Sturm: “Klar, wir sind ja auch ‘ne stürmische Band und stürmische Jungs”, grinst Frontschreihals André Moraweck. “Ernsthaft, wir gelten ja so gemeinhin als Kritikerlieblinge, aber ich glaube, dass wir mit ORDER auf breiterer Front überzeugen können. Unser letztes Album war ziemlich technisch und anspruchsvoll, deshalb wollten wir diesmal zurück zu den Ursprüngen, haben die Songs entschlackt und die Strukturen vereinfacht. Kurz gesagt: Wir wollten zurück zu den alten, klassischen Song-Strukturen des Heavy Metal!”



Heavy Metal is the Law – das gilt offensichtlich auch für alte Metalcore-Haudegen wie Maroon. Angesichts ihrer Begeisterung für wahren Stahl stellt sich die Frage, ob sie sich in der Schublade “Metalcore” überhaupt noch wohl fühlen: “Grundsätzlich schon, denn wir sind ja tatsächlich Metal-Fans mit einer Hardcore-Attitüde. Letzteres betrifft speziell die Texte, da wir politisch und sozial sehr engagiert sind. Bei uns wird es halt nie irgendwelche Texte über Burgfräulein geben, die vor dem Feuer speienden Drachen gerettet werden müssen. Insofern passt der Begriff ‘Metalcore’ schon. Klar: Es wird immer Leute geben, denen wir wahlweise zu viel Hardcore oder zu viel Metal sind, aber man kann ohnehin nie jedem Recht machen,” so der Maroon-Sänger.



Damit ist das Stichwort auch schon gefallen, denn die Jungs aus Nordhausen gelten als intelligente Köpfe, deren Überlegungen deutlich über die mögliche Platzierung des nächsten Tattoos hinausgehen. Und so ist auch ORDER mehr als eine bloße Ansammlung von Songs. Schon hinter dem Cover steckt eine tiefere Aussage, wie André Moraweck sagt: “Man sieht diese zwölf Frauen, die wie hypnotisiert nach oben schauen, um Befehle von politischen und religiösen Führern zu empfangen - also genau das, was wir eben nicht wollen. Für uns ist es wichtig, dass sich jeder seine eigenen Gedanken macht und auf dieser Grundlage Entscheidungen trifft. Die Zahl zwölf ist übrigens nicht ganz zufällig - wer will, kann gerne nachforschen, warum es gerade ein Dutzend ist.”



Ein Song-Titel wie “This Ship Is Sinking” passt auch ganz gut zur momentanen Wirtschaftslage. Diese Interpretation greift laut André Moraweck jedoch zu kurz: “Wir schreiben nie offensichtliche Texte über aktuelle Themen, da uns das zu platt wäre. Aber grundsätzlich ist es beängstigend, wie sehr sich das Kapital auf einige wenige konzentriert und diese über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Da sollte man sich in der harten Szene vielleicht auch mal Gedanken machen, was man dagegen tun kann - ist ja nicht so, dass wir nichts mehr tun können!”



Womit wir wieder beim Thema Sturm und Drang wären, das Maroon auf ORDER auch musikalisch ständig präsent ist.





Live-Bilder von Maroon findet ihr oben in der Galerie.





Wolfgang Kuhn





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