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Theory Of A Deadman + Heaven’s Basement live

Theory Of A Deadman + Heaven’s Basement + Halestorm 24.03.2010 Frankfurt, Batschkapp



Herzlich willkommen zur Theory Of A Deadman-Europatour! Oder sollte man das Ganze doch lieber als „Aufstiegsrunde zum Genre-Olymp“ titulieren? Auf den Startblöcken: drei potentielle Szene-Hoffnungsträger, deren aktuelle Position auf der Karriereleiter wohl nur eine Momentaufnahme darstellt.



Den Anfang vor dem überwiegend weiblichen Frankfurter Auditorium machen Halestorm: Dem kalifornischen Quartett gelingt es, vom als Intro getarnten Ständchen über unwiderstehliche Radiohits der ‘Familiar Taste Of Poison’-Kategorie bis hin zum obskuren Bescherungsdreikampf (Plektren/Setlist/Modeschmuck) ein Überraschungsfeuerwerk abzufackeln. Damit hätte eigentlich niemand wirklich gerechnet.



Heaven’s Basement müssen hingegen auf entsprechende Aha-Effekte verzichten. Die englischen Sleaze-Rocker haben bereits im Vorprogramm von Thunder oder Tesla erfolgreich ihre Visitenkarte bei der fachkundigen Zuschauerschar abgeben können – allerdings nicht mit einem solch effektvollen Nachdruck wie an diesem Abend. Da handelt es sich nur noch um eine Frage der Zeit, bis der sympathische Haufen die eigenen Alben nicht mehr höchstpersönlich vor den jeweiligen Konzerthallen an den Mann bringen muss.



Bleibt nur noch zu klären, was die Hauptattraktion des Billings - Theory Of A Deadman - ihren scheinbar übermächtigen Tagessieg-Konkurrenten entgegenzusetzen hat. Laut Tyler Connolly nicht mehr oder weniger als Alkohol, Rock’n’Roll sowie jede Menge neuer Freunde. Diese erlesene Mischung hinterlässt nach wenigen Minuten tatsächlich ähnlich explosive Nachwirkungen wie der stetig steigende Wodka-Red-Bull-Pegel des Theory Of A Deadman-Frontmanns. Wie wäre es zum Beispiel mit dem gänsehautverdächtigen Publikumschor bei ‘Santa Monica’? Oder doch lieber einem völlig Genre-untypischen Pogo-Pit, den die Studioaufnahme von ‘So Happy’ allein garantiert niemals fertig gebracht hätte?



Fazit: Die Wahrheit liegt eben mal wieder direkt auf der Bühne. Ein Konzert sollte mindestens 90 Minuten dauern. Und wem nach dem euphorisch bejubelten Finale in Form vom ‘Bad Girlfriend’ immer noch Nickelback-Plagiatsvorwürfe durch den Kopf rauschen, sollte mit einer ‘How Do You Remind Me’-Dauerbeschallung von nicht unter drei Monaten bestraft werden.





Bilder der Bands gibt es oben in der Galerie.





Manuel Liebler






Weitere Konzert-Besprechungen:

+ Airbourne + Taking Dawn live in Hamburg

+ Saxon + Big Ball live in München

+ In Extremo akustisch live in Leipzig



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