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Saint Vitus Lillie: F-65

Doom Metal, Season Of Mist/Soulfood 7 Songs / 33:25 Min. / 27.04.2012

6.0/ 7
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Foto: Season Of Mist/Soulfood

Ein neues Album der Doom-Urväter nach mehr als 15 Jahren Pause, nach persönlichen Streitereien, einem Todesfall (Drummer Armando Acosta starb im November 2010), mit dem Erwartungsdruck der ständig wachsenden Fan-Schar im Genick – das hätte fürchterlich schief gehen können. Doch die Zweifel waren umsonst: Saint Vitus klingen immer noch wie Saint Vitus, und Stücke wie das klagende ‘Let Them Fall’, das verzweifelte ‘Waste Of Time’, die epische Single ‘Blessed Night’ und sogar die beiden Instrumentals (eigentlich hat LILLIE: F-65 „nur“ fünf Songs) hätten auch auf BORN TOO LATE (1986) stehen können.

Alles beim Alten also: Die Stücke sind erdbebensicher im massiven Rhythmusfundament verankert, der Beat schleppt sich dahin wie ein todkranker, zähnefletschender Kojote, Winos zornige Worte und Dave Chandlers wimmernde Soli treffen in ihrer Ehrlichkeit mitten ins Herz. Die kreativen Saint Vitus-Zöglinge mögen ihre Noten kopieren, doch die Schrammen ihrer Geschichte, ihr ungebrochener Glaube an ihre Musik und ihre Leidenschaft machen die längst grau gewordenen Rock’n’Roll-Outlaws unverwechselbar. Die Mischung aus Hippie-Mentalität und Punk Rock-Ethik ergibt den Charakter von Saint Vitus, der wie Wein mit den Jahren immer weiter reift.

Dass LILLIE: F-65 das Fehlen der Band während der letzten 15 Jahre vergessen lässt und die Fans dort abholt, wo sie mit DIE HEALING (1995) zurückgelassen wurden, ist ein beruhigender Gedanke. Denn insgeheim hatten wir von Saint Vitus nicht weniger erwartet.

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