Neun Jahre nach Existenzgründung kann man auch im Fall Bullet nicht mehr wirklich von einer jugendlichen Frischespritze für den traditionellen Heavy Rock/Metal sprechen. Die Schweden sind längst alteingesessene Hasen, die mit ihrer genialen Live-Energie jedes Headbanger-Publikum im Sturm erobern. Twin-Leadgitarren, ein Sänger, der sämtliche Spitzen beherrscht, und ein Sound, der zwischen AC/DC und alten Accept dezente Maiden und Priest-Fixpunkte keinesfalls aus dem Auge verliert. Soli, Riffs und Rhythmik sitzen somit auch auf Album Nummer drei gewohnt sicher im Sattel, und Bullet brausen abermals über die Alte-Helden-Autobahn.
Dabei konnten sie einen jener sogar persönlich für ein kurzes Gast-Intermezzo aufgreifen: Saxons Biff Byford steuert beim Titelstück einen schrillen Finger-Pfiff als Zeichen der Anerkennung bei. Ritterschlag. Doch der Pferdefuß bleibt: Ähnlich wie Airbourne machen Bullet super Party-Mucke, treten aber in Konservenform weniger Arsch als auf der Bühne. Deshalb läuft HIGHWAY PIRATES Gefahr, im Hymnen-Heimgebrauch trotz zahlreicher Knüller (‘Citylights’, ‘Into The Night’) aufgrund des recht einförmigen Stils schnell abnutzen. Doch bis es soweit ist, darf man weiterhin zustimmend mit Kopf und Fuß im Traditionstakt wippen.
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