Alben
Cradle Of Filth
Midnight In The Labyrinth
Black Metal
von Diana Glöckner
Foto:
Black Blood/Einheit
Horn - Distanz
Nerrath macht bei Horn alles alleine, und das offenbar mit einer nicht geringen Besessenheit: Schließlich legt er mit DISTANZ bereits das vierte Album seit dem 2005er-Debüt vor und fährt dabei gleich mal eine Spielzeit von einer knappen Stunde auf. Im Grunde genommen, gibt es an DISTANZ auch nichts wirklich Dramatisches auszusetzen, das Problem anno 2010 ist nur: Der Markt ist in puncto Pagan-/Folk-geschwängerter Metal-Alben derart übersättigt, dass man schon etwas Besonderes vorlegen muss, um das eigene Methorn über dem Wust an ähnlich gelagerten Combos schwenken zu dürfen.
Horn agiert auf einer sehr melodischen Black Metal-Basis und füttert diese mit Naturromantik auf, wobei der Fokus trotz einiger Tempoausbrüche stets auf dem Kreieren erhabender Stimmungsbilder liegt. Das gelingt öfter mal, dümpelt aber oft auch in relativer Belanglosigkeit vor sich hin. Song-Längen von bis zu zehn Minuten tragen auch nicht dazu bei, das Ganze spannender zu gestalten, zumal eben die ganz großen Aha-Momente fehlen, die derart langen Tracks die nötige Substanz verleihen könnten.
Gesanglich agiert Nerrath etwas abwechslungsreicher als auf dem Vorgänger, dennoch dominiert nach wie vor eintöniger Schreigesang, an diesem Punkt könnte man viel an Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert herausarbeiten. So ist DISTANZ zwar solide Genre-Kost, die einen immer mal wieder mit gelungenen stimmungsvollen Passagen aufhorchen lässt, aber größtenteils Besonderheiten vermissen lässt.
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