- 01. Apr 2010
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Reviews
Gamma Ray TO THE METAL Review
Zu oft und zu gerne wird traditionell ausgerichteten Metal-Combos die Fähigkeit abgesprochen, sich und ihren Sound zeitgemäß wie innovativ zu entwickeln. Nun, wer solche Vorwürfe gegenüber Gamma Ray aufrecht erhält, sollte sich – mit Verlaub – die Ohren waschen. Denn wann hat es eine musikalisch in den Achtzigern verbriefte Combo gewagt, Düster- und Gothic-Sounds (‘Mother Angel’, ‘All You Need To Know’) sowie dezenten Rammstein’schen Industrial-Stechschritt (‘Emphaty’) in ihren puristischen Melodic Speed Metal zu integrieren? Stellt sich also lediglich die Frage, ob mit diesem Brückenschlag von der Tradition zur Moderne auch die True-Metaller klarkommen werden.
Selbst diesbezüglich dürfte es keine Zweifel geben: Mit bewährten Melodic-Hymnen wie ‘Rise’ oder ‘Deadlands’ wird den Headbangern herkömmliche Mähnenschüttel-Animation satt geliefert – und die „neuen, modernen“ Elemente in der Klangstruktur des hanseatischen Vierers sind derart geschickt und stimmig in den Sound des Quartetts integriert worden, dass höchstens Betonköpfe mit engster Auslegung des true-metallischen Reinheitsgebots daran Anstoß nehmen werden. Aber die werden den Sprung in der Entwicklung von Judas Priest vom Achtziger-Jahre-Metal à la DEFENDERS OF THE FAITH (1984) und RAM IT DOWN (1988) hin zu PAINKILLER (1990) wahrscheinlich auch nur frustriert zur Kenntnis genommen und nicht mitgetragen haben.
Ach ja – in ‘All You Need To Know’ gibt ein alter Weggefährte Hansens aus Helloween-Tagen ein Träller-Intermezzo zum Besten: Michael Kiske. Zudem liegt der Erstauflage des Digpaks liegt eine sehenswerte wie unterhaltsame (weil: witzige), fast eineinhalbstündige Dokumentation über den Entstehungsprozess des Albums bei.
Andreas Schöwe
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der März-Ausgabe des METAL HAMMER.
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