Alben
Ufomammut
Oro: Opus Primum
Doom Metal
von Christian Kruse
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Sepultura, A-Lex, Cover
"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich weiter ungeniert." Dieses alte deutsche Sprichwort könnte man durchaus als Parabel für die neuen Sepultura gelten lassen. Nicht wenige ihrer Fans wünschen sich nichts sehnlicher als eine Reunion der Formation, die mit den Alben BENEATH THE REMAINS, ARISE, CHAOS A.D. und ROOTS Thrash-Geschichte schrieben.
Derrick Green hat einen der undankbarsten Posten in der jüngeren Metalgeschichte zu bekleiden - er wird als Nachfolger von Max Cavalera wohl nie vollkommen anerkannt werden. Zudem ist nach dem Release des letzten Albums DANTE XXII vor drei Jahren mit dem Ausstieg des verbliebenen Cavalera-Bruders Igor eine weitere Charaktergrösse aus dem Line Up der Brasilianer verschwunden, so dass der Release von A-LEX unter einem denkbar schlechten Stern steht.
Lässt man diese elende Personaldiskussion allerdings aussen vor, betrachtet Sepultura einmal unabhängig von ihrer Diskographie und lässt sich einfach von der Musik und dem Konzept der Scheibe leiten, dann muss man anerkennen, dass diese Band auch heute noch eine absolute Daseinsberechtigung hat. Die Songs sind vielschichtig, funktionieren in ihrer Gesamtheit als Konzeptalbum um die "A Clockwork Orange"-Story hervorragend, können aber auch einzeln aus dem Kontext genommen überzeugen. Sei es der brachiale Quasi-Opener "Moloko Mesto", das extrem atmosphärische "We've lost you" oder das mit seltsamen, abgefahrenen Chören ausgestattete "Filthy Rot" - Sepultura wissen, was sie tun, sprühen vor Kreativität und sperren sich bewusst gegen Erwartungshaltungen.
Und mal im Ernst: Vergangenheit ist Vergangenheit, aber wer als Ewiggestriger sich von seiner Lieblingsband kreativen Stillstand und das einfache Reproduzieren einer Formel, die ihn vor fünfzehn Jahren begeistert hat, wünscht, der kann auch die Kastelruther Spatzen hören. Sepultura fühlen sich als Band wohl, das hört man. Schenkt ihnen ein offenes Ohr, A-LEX hat es definitiv verdient.
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