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Callejon Man spricht Deutsch

Metalcore, Four Music/Sony 13 Songs / 47:09 Min.

5/ 7
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Review in METAL HAMMER 02/2013
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Foto: METAL HAMMER

Deutschland, 1999. Im Radio: Die Fantastischen Vier mit dem Abkürzungs-Hit ‘MfG’. Vater Kessler kommentiert: „So ein Blödsinn, in zehn Jahren kennt das niemand mehr.“ 13 Jahre später hat der Sohnemann den Song wieder im Ohr. Schneller, härter, lauter. Blödsinn immer noch, aber wenigstens mit E-Gitarre! Callejon haben sich für ihr Cover-Album MAN SPRICHT DEUTSCH offensichtlich durch die Playlist eines „Neue Deutsche Welle“- und „90s Trash Party“-DJs gegraben und die peinlichsten Lieblings-Songs herausgezogen.

Klar, das tut weh. Und doch sind es genau diese Nummern, die man beim Samstagsspaziergang über den Wacken-Zeltplatz zu hören bekommt. ‘Alles nur geklaut’ (Die Prinzen), ‘Schwule Mädchen’ (Fettes Brot), ‘Schrei nach Liebe’ (Die Ärzte), ‘Boomerang’ (Blümchen – ein Album-Highlight, leider nur als Bonus-Track), und in den besonders harten Ecken sorgen auch ‘Mein Block’ (Sido) und ‘Durch den Monsun’ (Tokio Hotel) bei Headbangern für Party-Stimmung – dank Callejon nun auch mit Riffs, Doublebass und Geschrei.

Ernst nehmen darf man das alles natürlich nicht. Besonders viel Spaß macht MAN SPRICHT DEUTSCH aber immer dann, wenn komplett Unrockbares wie ‘Mein Block’ oder ‘Major Tom’ stahlgehärtet wird. Der genannte Sido-Song wird gar zum brutalen Hardcore-Brecher – geht in Deckung vor Aggro Düsseldorf. Nur ‘Ein Kompliment’ (Sportfreunde Stiller) ist und bleibt scheiße, da reißt ausnahmsweise auch eine Extraportion Metal nichts. Davon abgesehen: Kompliment für diesen Party-Sampler!

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