Hart rocken Bon Jovi längst nicht mehr. Doch wenn die Band vor 500 Mann 'You Give Love A Bad Name' anstimmt, kann niemand Nein sagen. Wir haben uns den exklusiven Mini-Gig angesehen.
Laut, eng, stickig, heiß: All das war es nicht am Samstag Abend im Stuttgarter Club Zapata. Überraschend, wenn man sich vor Augen führt, dass hier tatsächlich Weltstars auf der Bühne stehen. Bon Jovi sind klar nicht die härtesten Rocker des Universums. Doch immerhin füllen sie normalerweise Stadien - hier spielen sie vor wenigen hundert Fans in einer gerade mal "mittelgroßen" Location.
Viele Tausende Fans sollen sich für das „Hautnah“-Event des Radiosenders SWR3 beworben haben, um die 500 hatten das Losglück, Zeuge des exklusiven Konzertes zu werden. Dass da weder ein lautes Hard Rock-Gewitter noch ein Best-Of der Achtziger-Jahre-Songs zu erwarten sind, dürfte niemanden überraschen. Und doch geben sich zwischen den älteren Paaren, Jugendlichen mit Eltern und mit Wunderkerzen und Konfetti bewaffneten "Normalos" auch eine handvoll Gäste als Metaller zu erkennen.
Enttäuscht soll heute niemand nach Hause gehen. Nicht nur, weil man so nah wie wieder an Jon Bon Jovi und Richie Sambora herankommt, sondern auch, weil in den kurzen neunzig Minuten zumindest die wichtigsten Songs alles Schaffensphasen gespielt werden.
'You Give Love A Bad Name' und 'Wanted Dead Or Alive' sind natürlich die Highlights für die Rocker im Haus. Dass ausgerechnet 'Livin' On A Prayer' als eher lahme Akustikversion kommt, freut dagegen nur die Durchgehend-Im-Vier-Viertel-Takt-Klatscher. Wie zur Wiedergutmachung können dafür die neueren Songs, auch die vom kommenden Album WHAT ABOUT NOW, live deutlich mehr als in der weichgespülten Radioversion. Zumindest meistens.
Jon Bon Jovi strahlt sein Perlweiß-Lächeln und flirtet mit den weiblichen Fans in den ersten Reihen ("Ich habe da etwas im Auge... Dich!"). Sein zweiter Mann Richie Sambora sieht nach seiner Entziehungskur wieder richtig fit aus und begeistert durchweg mit seinen Soli und Rock-Posen. Die anderen Musiker fallen kaum auf und dürfen erst am Ende der Show hervortreten, um sich vor den Fans zu verbeugen.
Zu recht, denn auch wenn das Publikum nicht hart rockt: aktiv dabei ist es. Und laut! Die Schreie und Ovationen klingen mehr in den Ohren als die Band. Respekt, zumal das Zapata dankenswerterweise nicht bis zum Anschlag mit Fans vollgestopft wurde. So lässt es sich unbeschwert Stehen, Bierchen trinken und die nur wenige Meter entfernte Show genießen. So hautnah wird es auf der großen Bon Jovi-Tour im Sommer kaum zugehen.
Lost Highway Because We Can It's My Life What About Now We Got It Goin’ On Whole Lot Of Leavin’ Amen What's Left Of Me You Give Love A Bad Name We Weren't Born To Follow That's What The Water Made Me Who Says You Can't Go Home Livin' On A Prayer (Akustikversion) Army Of One I'm With You Wanted Dead Or Alive Bad Medicine
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