Konzerte
Bericht: Dir en Grey live
Woran erkennt man, dass man alt wird?...
von Ben Foitzik
Schluss, Aus, Ende? Von wegen! Die vermeintliche Abschieds-Tour der schwedischen Rock-Propheten Backyard Babies ist nur ein Abschied auf Raten: Nach einer ein- bis zweijährigen Auszeit wollen Dregen, Nicke und Co. wieder Vollgas geben.
Bevor die Skandinavier 13 Jahre nach ihrem letzten Auftritt in der Hamburger Markthalle (damals mit Social Distortion) den gut gefüllten Saal in einen Hexenkessel aus Schweiß und Ekstase verwandeln, stehen erstmal Tracy Gang Pussy im Rampenlicht. Die sehen zwar aus wie eine durchschnittliche Emo-Boyband und wirken in ihren Rock-Posen etwas unnatürlich, doch die französischen Sleaze-Rocker steigern sich von Song zu Song und haben beim finalen „I Want“ sogar ein Mini-Moshpit am Start. Netter Auftritt, danke, gute Heimfahrt!
Dann endlich rotieren die roten Sirenen auf der Bühne und die Backyard Babies bringen die Halle mit dem Opener „Backstabber“ auf Siedetemperatur. Auf der Bühne (deren Stage-Design die Jungs in ihrer Auszeit vielleicht mal neu konzipieren könnten) geschieht genau das, was man hier sehen will: testosteronschwangere Posen, schweißgetränkter Pathos, 100% Rock’n Roll. Dregen gibt die Rampensau und malträtiert seinen Saitenphallus bis er glüht, während sich Sänger Nicke wie immer vornehm zurückhält und ab und an dafür sorgt, dass auch die anderen Band-Mitglieder etwas Aufmerksamkeit bekommen. Deswegen wurde ihm wahrscheinlich auch der Sheriff-Stern verliehen.
Songtechnisch bieten die vier Backyard Babies einen bunten Querschnitt durch zwei Dekaden Band-Geschichte, dessen Glanzpunkte Mitgröl-Hits wie „Abandon“, „Degenerated“ oder „Nomadic“ bilden. Nachdem der letzte Akkord unter tosendem Applaus verklungen ist, sind alle glücklich und zufrieden – und freuen sich irgendwie schon wieder aufs nächste Mal. Hoffentlich kommen die sympathischen Schweden in ihrer Ruhepause nicht auf die abstruse Idee, sie könnten zu alt für den Scheiß sein.
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Setlist Backyard Babies:
Backstabber
Made Me Madman
Devil-May-Care
Dysfunctional Professional
I God Spades
Drool
Wireless Mind
Babylon
Highlights
Breand New Hate
Too Tough To Make Some Friends
Abandon
Degenerated
Fill Up This Bad Machine
Ghetto You
Electric Suzy
Bombed
One Sound
Nomadic
Minus Celcius
Look At You
People Like Us
Robber Of Life
Setlist Tracy Gang Pussy:
Bad To Worse
Remain
Wide Open To The World
Heartbroken, Heartbreaker
I Have A Wish
Let’s Burn This City
Miss Negativity
Black
I Want
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