Konzerte

Sonata Arctica + Labyrinth live

05.03.2011, Erfurt, HsD
Foto:
C. Kersten
Sonata Arctica live 05.03.2011, Erfurt, HsD

Fast unbemerkt sind die finnischen Sonata Arctica derzeit auf ihrer zweiten großen Europa-Tour für ihr aktuelles Album THE DAYS OF GRAYS. Dabei wird Deutschland fast komplett umfahren – lediglich die Fans in Memmingen, Saarbrücken und Erfurt kommen in den Genuss ihrer Show. Doch bevor sich Tony Kakko und seine Kollegen auf die Bühne des leicht angestaubten DDR-Tanzpalastes schwingen, geben sich die Italienischen Power Metaller Labyrinth die Ehre. Einst gegründet von Rhapsody Of Fire Fronter Fabio Leone, bleibt im 20. Jahr des Bestehens der Band nur die Rolle das Anheizers. Das gelingt Sänger Roberto Tirenti zwar blendet, doch die Frage bleibt, warum südländische Power Metal-Bands immer den Komiker raushängen lassen müssen.



Vor allem wenn sie an den singenden Stand Up-Komiker Tony Kakko sowieso nicht heranreichen. Denn neben der letztendlich vorhersehbaren Set-List, führen gerade seiner Entertainer-Qualitäten zum Gelingen des Abends. Er tanzt den einsamen Tanz (‘Caleb’), macht das Haar-Monster (‘Flag In The Ground’) und fordert zur La Ola auf (‘Last Amazing Grays’). Doch auch zwischen den Sonata Arctica-Songs sorgt er (zumindest bei den englisch-sprachigen Fans) für Unterhaltung. So redet der kleine Finne minutenlang über sein erstes Auto (einen Toyota Corolla) und welche Schandtaten in und mit ihm angestellt wurden – nur um selbst am Ende den Faden zu verlieren und den Übergang zum folgenden ‘Paid In Full’ zu versemmeln – stark! Oder er bereitet der Guttenberg-Nation eine Lehrstunde in Sachen Ideenklau, denn er gibt zu, von Shakespeare dann und wann, mehr als nur inspiriert wurden zu sein. Man beachte: „Wenn man klaut, dann nur von den Besten!“



Musikalisch gibt es nichts zu meckern, auch wenn ‘Blank File’ die einzig echte Überraschung darstellt – dass sie den allerersten Song ihre Debüts zocken, hätten wohl nur die wenigsten erwartet. Sonst regiert die bekannte Mischung aus älteren Stimmungskanonen (‘Fullmoon’) und neueren Schmachtfetzen (‘Juliet’), wobei die Rechnung aufgestellt werden muss: Älter = mehr Stimmung! Nach 90 Minuten und dem Rausschmeißer ‘Vodka’ ist auch schon wieder alles vorbei. Ja, es war gut, aber es bleibt der Eindruck, dass Sonata Arctica zu viel Potential liegen lassen.





Setlist Sonata Arctica:

Everything Fades To Gray (Intro)

Flag In The Ground

The Last Amazing Grays

Juliet

Replica

Blank File

As If The World Wasn’t Ending

Paid In Full

Victoria’s Secret

Instrumental Paté

The Misery

Fullmoon

In Black And White

- - - - - -

Caleb

Don’t Say A Word

Vodka

Everything Fades To Gray (Outro)



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