Schätze

Slayer-Interview: Ein Haufen dummer Kids...

Aus METAL HAMMER 09/1988

SOUTH OF HEAVEN, das neue Slayer-Opus, ist erschienen und wird die europäischen Verkaufscharts im Sturm erobert. In Deutschland konnten sich die Kalifornier auf Anhieb in den Top 40 platzieren, in England sogar in den Top 20! Slayer einträchtig neben Prince, Michael Jackson und Konsorten? Vor zwölf Monaten noch undenkbar, inzwischen greifbare Realität. Doch der kommerzielle Erfolg hat auch seine negative Seite: Die Fans beginnen sich in zwei Lager aufzusplitten. Während die eine Partei nach wie vor hinter ihren Faves steht, spricht die andere von fehlender Energie und gedrosselter Geschwindigkeit. Wir wollen wissen, wie die Band selbst darüber denkt und trafen uns mit Tom Araya und Jeff Hanneman in Los Angeles.

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METAL HAMMER
Slayer in METAL HAMMER 09/1988

SOUTH OF HEAVEN unterscheiden sich stellenweise erheblich von REIGN IN BLOOD. Wo liegen die Hauptveränderungen?

Jeff: Die Platte ist für unsere Verhältnisse zunächst mal recht langsam geworden. Außerdem brüllt Tom nicht mehr wie am Spieß, sondern singt, was ihm viele Leute Sicher nicht zugetraut hätten.

Tom: Ich mir auch nicht. Wir hatten schon seit einiger Zeit vor, gesanglich was zu ändern, und wir haben's dann einfach versucht. Ich halte mich etwas mehr an Melodiebögen und singe jetzt insgesamt höher. Jeff und ich haben das vor der Produktion auf unseren 4-Track-Recordern ausprobiert, und das Resultat hat uns beiden gefallen. wolltet

Wolltet Ihr die Songs eingängiger gestalten, oder warum die Änderung?

|eff: Auf SHOW NO MERCY hat Tom ja bereits in Ansätzen gesungen, auf allen anderen Scheiben hat er sich dagegen die Seele aus dem Leib gebrüllt. Jetzt versucht er's halt wieder, und ich finde, daß es weitaus interessanter klingt. Wir sind aber nicht bewußt eingängiger geworden.

Tom: Ich finde auch gar nicht, daß Wir uns so sehr verändert haben, musikalisch gehen viele Songs in Richtung HELL AWAITS, und meine Stimme klingt eigentlich nicht sehr viel anders als früher. Die Leute, die uns vorwerfen, wir matten an Brutalität verloren, machen den Fehler, uns an einer einzigen Platte - nämlich REIGN IN BLOOD - zu messen. Wir wollten damals eine schnelle LP machen und die ist R.I.B, ja auch geworden, aber das heißt nicht, daß wir bis in alle Ewigkeit so klingen wollen. Diesmal hatten wir Bock auf langsamere Songs, also haben wir sie geschrieben.

In Europa gehen die Meinungen über SOUTH OF HEAVEN etwas auseinander. Viele Leute mögen die Platte, weil sie originell klingt, andere dagegen kommen mit den stilistischen Neuerungen nicht zurecht.

Jeff: Verstehe ich eigentlich nicht. Ich finde, die alte Energie ist immer noch da. S.O.H. ist ja wohl alles andere als eine softe LP geworden; wir hacken lediglich nicht immer wild auf unseren Instrumen herum. Sicher, einige Stücke sind ungewöhnlich, selbst wir mußten uns an gewisse Ideen im Studio erst gewöhnen - aber letztlich sind wir vollkommen zufrieden. Man sollte nicht nach dem ersten Anhören über die Platte urteilen, sondern erst mal versuchen, sie kennenzulernen.

Habt Ihr Songs für eventuelle Single-B-Seiten oder ähnliches aufgenommen?

Tom: Aufgenommen zwar nicht, aber Kerry hat noch ein Stück übrig. Die Musik ist soweit im Kasten, der Text allerdings noch nicht, weil wir den Song nicht für die LP verwenden wollten. Vielleicht nehmen wir ihn mal irgendwann komplett auf.

Tom, Du hast diesmal zu sechs Stücken Lyrics beigesteuert, auf REIGN IN BLOOD ist Dein Name dagegen überhaupt nicht zu finden.

Tom: Jeff und Kerry hatten schon genug Material zusammen, als wir REIGN IN BLOOD aufnahmen, so daß ich mir gar nicht erst Gedanken um die Texte gemacht habe. Diesmal wars dagegen hauptsächlich die Musik, die vorlag; also habe ich ein paar Texte geschrieben. Kerry, der normalerweise für den Hauptteil der Lyrics zuständig ist, hat in den letzten Monaten kaum etwas auf die Reihe bekommen, während ich genügend Ideen hatte, die ich ausarbeiten konnte. Kerry war davon zwar nicht allzu begeistert, aber Jeff mochte meine Texte, so daß wir sie im Endeffekt auch benutzt haben.

Inwieweit unterscheidet sich das Album textlich von REIGN IN BLOOD?

Tom: Stellenweise sehr stark. Meine Art zu schreiben läßt sich nicht mit Kerrys vergleichen; ich schreibe hauptsächlich über das, was ich um mich herum sehe, während Kerry gerne irgendwelche Stories erfindet. "Silent Scream", um ein Beispiel zu nennen, behandelt ein Thema, das hier in den Staaten gerne totgeschwiegen wird - nämlich Abtreibung. "South Of Heaven" dagegen ist meine Vorstellung von der Hölle auf Erden, vom drohenden Untergang der Menschheit.

Jeff: Hast du Nostradamus gelesen? Sieht verdammt danach aus, als ob der Knabe Recht behalten würde. Vielleicht steht uns nicht gleich der Weltuntergang bevor, aber zumindest das Ende des Lebens, so wie wir es kennen.

Tom: Ein weiteres Beispiel für einen Slayer-untypischen Song ist "Mandatory Suicide". Ich habe mich da etwas von all' diesen Anti-Kriegsfilmen wie 'Platoon' oder 'Full Metal Jacket' beeinflussen lassen. Ich kann mir vorstellen, was diese armen Teufel in Vietnam durchgemacht haben müssen -Unschuldige, die für einen Haufen Dreck und Lügen geopfert wurden.

Apropos Vietnam: In "Ghosts Of War", dessen Text von Kerry stammt, taucht die Zeile "Fallen mercenary, dormancy is done, not content with wars we never won“ auf. Ist das als Anspielung auf Vietnam zu verstehen?

Jeff: Nein. Ich glaube kaum, daß Kerry bei diesem Text an Vietnam gedacht hat. Normalerweise läßt er sich irgendwelche Fantasy-Stories einfallen und als solche ist wohl auch "Ghosts Of War" zu verstehen. Der Song ist die inhaltliche Fortsetzung von "Chemical Warfare", weiter nichts. Kerry steht auf Horror, weniger auf Politik; das ist Toms Sache.

Tom: "Mandatory Suicide" ist, wenn du so willst, ein politisches Stück und eine Anspielung auf Vietnam. Ich denke, diese Sache war nicht gerade ein Glanzpunkt der amerikanischen Geschichte, und das sollte man auch ruhig deutlich feststellen. "Mandatory Suicide" hätte eigentlich "Mandatory Draft" heißen sollen - denn Jugendliche nach Vietnam zu schicken, war nichts anderes als Mord. Wenn Du freiwillig in den Krieg ziehst, ist das Deine eigene Sache, aber wenn Du dazu gezwungen wirst, ist das in meinen Augen ein Verbrechen. "Mandatory Suicide" ist also im Grunde ein Anti-Kriegssong.

Ihr habt außerdem den Priest-Track "Dissident Aggressor" gecovert. War das eine Notlösung, weil Kerry das erwähnte elfte Stück nicht rechtzeitig fertiggestellt hat?

Jeff: Nein, es stand von vornherein fest, daß wir "Dissident Aggressor" für die LP verwenden würden. ''Cleanse The Soul" war der Song, der ursprünglich später auf einer Single oder EP erscheinen sollte. "Dissident Aggressor" wollten wir schon viel früher covern, die Idee stammt noch aus der HELL AWAITS-Phase.

Gibt es Songs auf SOUTH OF HEAVEN, die Ihr in einem Take aufgenommen habt? Ihr seid ja dafür bekannt, daß Ihr es nicht allzu lange in einem Studio aushaltet. Jeff: Das kann man wohl sagen. Wir haben diesmal drei Wochen für die Aufnahmen gebraucht - und das ist schon verdammt viel für unsere Verhältnisse. Die Songs, die am schnellsten im Kasten waren, sind "Silent Scream" und "Mandatory Suicide". Es ist oft so, daß wir einen Song zwei- oder dreimal einspielen und uns zum Schluß doch für den ersten Take entscheiden.

Wie steht's mit den Soli? Es gibt da einige, die wenig ausgearbeitet und für meinen Geschmack etwas unpassend klingen. Improvisiert Ihr sie oder probt Ihr die Soli tatsächlich ein?

Jeff (lachend): Normalerweise arbeite ich meine Soli im Vorfeld aus, aber diesmal hat uns dazu die Zeit gefehlt. Die letzten zwei Songs sind erst kurz vor der Produktion entstanden, so daß uns gar nichts anderes übrig blieb, als die Soloparts zu improvisieren. Kerry arbeitet seine Soli allerdings so gut wie nie aus.

Jeff, Du hast mit "Behind The Crooked Cross" ein Stück über das deutsche Nazi-Regime geschrieben. Im Gegensatz zu "Angel Of Death" ist hier eine negative Wertung enthalten. Für mich klingt das wie eine Entschuldigung...

Jeff: Ich versuche zu erklären, auf welche Weise die Leute damals geistig beeinflußt worden sind, aber es ist keine Entschuldigung. Ich interessiere mich sehr für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges; ich sammle Eiserne Kreuze, Flaggen usw. - davon habe ich Unmengen in meiner Wohnung.

Und Du trägst die Dinger sogar auf Deiner Lederjacke. Was fasziniert Dich daran so sehr?

Jeff: Keine Ahnung, ich interessiere mich einfach für alles, was damals passiert ist schon seit Jahren. Ich habe allerdings erst vor ein, zwei Jahren angefangen, das Zeug ernsthaft zu sammeln. .“Behind The Crooked Cross" habe ich geschrieben, nachdem ich über die deutschen Einsatzgruppen gelesen hatte. Mich interessieren nicht nur die historischen Fakten, sondern auch die psychologischen Zusammenhänge.

Wurdest Du auch in Deutschland mit Hakenkreuzen an der Jacke herumlaufen?

Jeff: Ja klar, warum denn nicht? Die Sachen faszinieren mich, also trage ich sie auch. Deshalb bin ich noch lange kein Nazi.

Bist Du Dir darüber bewußt, daß das einige Fans ganz anders aufrissen könnten? Es wäre schließlich nicht das erste Mal, daß Slayer-Fans den Arm zum Hitlergruß recken - und das finde ich schlicht und einfach gefährlich.

Jeff: Klar, es gibt immer Leute, die einige Dinge zu ernst nehmen. Ich finde das allerdings nicht gefährlicher, als wenn man sich Horrorfilme ansieht. Wir waren schon immer eine kontroverse Band und haben gerne für Aufruhr gesorgt. Daß ein Song wie "Angel Of Death" allerdings solche Reaktionen provozieren würde, hätten wir nicht gedacht. Und der Ärger kam nicht nur aus Deutschland.

Wo' gab's denn sonst noch Probleme?

Tom: Zum Beispiel in den Staaten oder in England, wo uns bestimmte Gruppierungen vorgeworfen haben, wir seien Faschisten. Ich kann dazu nur sagen, daß wir nie beabsichtigt haben, irgendjemanden politisch zu beeinflussen. "Behind The Crooked Cross" macht ja schließlich deutlich, daß wir keine Nazis sind. Wir haben mit Politik generell wenig am Hut, auch wenn wir hier und da Statements in unsere Songs einbauen.

Ich hatte eher den Eindruck, daß Kerry und Jeff politisch interessiert sind...

Tom: Nein, ich bin der einzige, der sich ernsthaft mit Politik auseinandersetzt. Jeff hat seine Ansichten, aber die verarbeitet er nicht unbedingt in seinen Songs.

Wart Ihr bereit, etwas offener über Eure politischen Einstellungen zu sprechen?

Tom: Nein, ich mochte darüber nicht allzuviel verraten, weil ich mich nicht irgendeiner Bewegung anschließen will. Ich habe ein paar politische Texte geschrieben und das muß genügen.

Jeff: Dem kann ich mich nur anschließen; ich rede nicht gerne über Politik.

Stört es Euch denn, wenn man Slayer als faschistische Band bezeichnet?

Jeff: Nein, ist mir völlig egal. Wir schreiben über das, was wir interessant finden - ob das irgendjemanden stört oder nicht. So sind wir immer gewesen, und so werden wir immer sein.

Tom: Mich freut es nicht gerade, wenn man uns als rechtsextreme Band bezeichnet. Zwei von uns sind nicht mal Amerikaner - wie könnten wir also Faschisten sein?

Jeff: Ein großes US-Magazin hat mich kürzlich gefragt, ob ich ein Rassist wäre. Daraufhin habe ich geantwortet: 'Einer meiner besten Kumpels ist ein Schwarzer. Ja, ich glaube schon, daß ich ein Rassist bin...' Alles klar? (Lachend:) Aber laß uns mal das Thema wechseln; das artet hier langsam in eine politische Diskussion aus, und Slayer ist alles andere als eine politische Band.

Ich finde das Thema aber nicht unwichtig, denn bei Eurer letzten Deutschlandtour hat es in einigen Städten handfeste Auseinandersetzungen wegen Eurer Texte, und besonders natürlich wegen "Angel Of Death", gegeben.

Tom: Das tut mir ehrlich leid. Es war nie unsere Absicht, die Fans zu Schlägereien oder ähnlichem anzustacheln - wirklich nicht. Außerdem lieben wir Deutschland; das ist schließlich einer unserer größten Märkte. Ich freue mich darauf, nach Deutschland zurückzukommen, und ich möchte ernsthaften Ärger vermeiden.

Okay, schließen wir das Thema mit dieser Frage ab: Würdet Ihr Eure Texte jemals ändern, um eventuelle Probleme zu umgehen?

Jeff: Momentan kann ich mir das nicht vorstellen, weil wir wie gesagt - gerne über kontroverse Themen schreiben. Aber ich will mich jetzt nicht auf irgendwas festlegen. Wer weiß, vielleicht ändern wir unsere Lyrics doch mal- dann allerdings, weil wir es wollen und nicht, weil es uns gewisse Leute aufzwingen. Wir haben uns ja bereits in der Vergangenheit geändert. Vor drei Jahren waren wir noch eine Black Metal-Band, heute langweilen uns die satanistischen Texte größtenteils.

Tom: Wir werden sicherlich nicht jahrelang dasselbe machen weder in textlicher noch in musikalischer Hinsicht. Jede Band muß sich weiterentwickeln, wenn sie überleben will. Jedes unserer Alben unterscheidet sich von den anderen, und so wird's auch in Zukunft sein, unabhängig von momentanen Trends. Wir heißen schließlich nicht Poison und hängen uns irgendwelchen Modewellen an.

Für Eure letzte Europatour habt Ihr Euch Malice als Support ausgesucht. Findet Ihr nicht, daß das eine etwas unglückliche Wahl war?

Tom: Nein, wir spielen nicht besonders gerne mit anderen Thrash-Bands zusammen, weil die Fans dann einen ganzen Abend lang mehr oder weniger dasselbe vorgesetzt bekommen. Daß Malice nicht gut bei den Leuten angekommen sind, lag meiner Meinung nach weniger an ihrem Stil als an der Qualität ihrer Auftritte. Wenn's nach uns ginge, würden wir gerne mit jemandem wie Joe Satriani touren - aber das wäre vielleicht doch etwas zu extrem. (Anm. d. Verf.: Tom trägt ein Satriani-Shirt.) Wir wissen, daß wir sehr fanatische Fans haben, die nicht unbedingt jede Band akzeptieren, aber das ist andererseits auch etwas, das uns stolz macht.

Ihr startet Eure nächste Worldtour am siebten August in den Staaten. Danach steht dann Europa auf dem Plan. Was können wir erwarten?

Tom: Wir beginnen hier in Amerika zunächst mal als Headliner in den größeren Clubs; als mögliche Supports sind derzeit M.O.D. und Nuclear Assault im Gespräch. Bei Euch werden wir dann in den großen Hallen spielen - mit wem, steht allerdings noch nicht fest. Fates Warning wären interessant oder eben Joe Satriani... Auf jeden Fall würden wir gerne einen Support haben, der sich stilistisch von uns unterscheidet, aber dennoch die Fans begeistern kann. Thrash-Bands wie Slayer werden hier in den Staaten plötzlich auch von den großen Medien ernstgenommen. Ist das eine Modeerscheinung, oder findet tatsächlich ein Umdenken statt?

Jeff: Ich glaube, die Einstellung zur Musik hat sich geändert. Thrash und Speed Metal sind hier momentan sehr populär, und ich kann mir vorstellen, daß die Sache noch weiter wächst. Nimm doch nur mal Metallica als Beispiel: Die touren momentan durch die größten Stadien und räumen überall voll ab!

Könnt Ihr Euch eine ähnliche Entwicklung für Slayer vorstellen?

Tom: Ja, im Prinzip schon. Hoffentlich bekommen wir irgendwann die Chance, durch die großen Hallen oder Stadien zu touren. Wir besitzen sehr treue Fans, das ist unser größtes Plus. Man hat uns schon unzählige Male totgesagt, und trotzdem sind wir bisher ständig erfolgreicher geworden. Selbst die großen Radiostationen fangen an, unsere Songs zu spielen, weil sie so oft verlangt werden. Natürlich werden die extremsten Sachen dabei umgangen, aber das ändert sich ja vielleicht auch noch.

Metallica haben den entscheidenden Kick - zumindest, was die Staaten angeht - durch die Tour im Vorprogramm von Ozzy bekommen. Habt Ihr ähnliche Angebote von größeren Acts erhalten?

Tom: Bisher leider nicht. Jemand wie Ozzy wäre natürlich ideal für uns, und wir hoffen auf eine solche Gelegenheit. Wenn wir die Europa-Dates hinter uns haben, wollen wir noch einmal ausgiebig durch die U.S.A. touren - am liebsten als Support für einen Mega-Act.

Gibt es da irgendwelche Wunschvorstellungen?

Tom: Ja, für mich wäre das auf jeden Fall Ozzy.

Jeff: Ich würde am liebsten mit Maiden touren - aber die wohl kaum mit uns! Viele Bands schrecken davor zurück, jemanden wie uns ins Vorprogramm zu holen, weil wir den Kids zuviel Energie rauben. Nicht jeder Musiker ist in der Lage, die Fans so anzumachen, wie das bei uns der Fall ist. Ozzy wäre vielleicht wirklich die einzige realistische Möglichkeit. Er hat Mut und kümmert sich noch um seine Fans im Underground.

Wann wird es ein erstes Slayer-Livevideo geben?

Jeff: Wir haben schon darüber nachgedacht, etwas in der Art von Metallicas 'Cliff 'em All' zu machen allerdings sehr viel besser. Vielleicht schneiden wir ein paar Shows der kommenden Tour mit und veröffentlichen dann im nächsten Jahr ein Video. Privatmaterial gibt's bereits genügend; Tom und ich besitzen Videokameras und haben Aufnahmen während der LP-Produktion und auf Tour gemacht. Da sind mit Sicherheit ein paar lustige, sehenswerte Sachen dabei.

Tom: Ich fände sowas auf jeden Fall interessant, weil die Leute dann vielleicht unsere Einstellung besser verstehen würden. Wir sind im Grunde nichts anderes als ein Haufen dummer, kleiner Kids, die nur ihren Spaß haben wollen.

Welches Verhältnis habt Ihr persönlich zueinander? Dave scheint der große Außenseiter der Band zu sein.

Jeff: Ja, das stimmt. Wir treffen Dave eigentlich nur bei den Proben; er ist lieber mit seiner Frau zusammen, was uns auch nicht weiter stört. Wir treffen uns auch nicht allzu oft mit Kerry. Tom und ich sind im Grunde die einzigen, die sich ab und zu privat sehen und selbst das beschränkt sich auf ein Minimum.

Ihr würdet Euch also nicht unbedingt als enge Freunde bezeichnen?

Tom: Nein, bestimmt nicht. Wir hängen auf Tour und im Studio oft genug zusammen; da müssen wir uns nicht auch noch privat jeden Tag sehen. Kannst Du Dir vorstellen, wie das ist, wenn Du drei Monate lang dieses dumme Gesicht siehst?

Jeff (lachend): Mir geht's genauso. Dieser Idiot kommt morgens um acht in mein Hotelzimmer und will eine Sightseeing-Tour machen unglaublich! Ich bin vielleicht gerade seit ein, zwei Stunden im Bett und habe bestimmt anderes zu tun, als jetzt irgendwelche Kirchen zu besichtigen. Aber Tom kann natürlich nicht pennen und muß mich aus dem Schlaf reißen. Nein danke, ich will diesen Typen nicht 24 Stunden am Tag sehen!

Könnt Ihr Euch vorstellen, daß sich die Band mal auflöst, weil Ihr Euch gegenseitig nicht mehr ertragt?

Tom: Nein, auf keinen Fall! Wir haben diese Sache mit Dave durchgemacht, aber die hat uns im Endeffekt nur fester zusammengeschweißt. Uns ist klar geworden, daß Slayer nicht mehr Slayer wäre, wenn einer von uns das Handtuch werfen würde. So unterschiedlich wir auch als Persönlichkeiten sein mögen - wenn wir zusammen auf der Bühne stehen, sind wir eine Einheit, die so schnell niemand auseinanderreißt!

Jeff: Ich brauche meinen Freiraum, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, in einer anderen Band mit anderen Musikern zu spielen. Ich habe schon immer Gruppen gehaßt, die jede Woche ihr Line-Up umstellen. Das wirkt auf mich unehrlich und unglaubwürdig, weil die Band doch dann nur noch ein Mittel zum Zweck ist. Wir haben unser Line-Up bisher nicht geändert, und darauf sind wir verdammt stolz!

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