Exklusive Judas Priest Vinyl mit dem Metal Hammer 03/24

Album des Monats Special Tipp

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Sein Stamm Marc Rizzo (Gitarre), Joe Nunez (Schlagzeug) und Bobby Burns (Bass) hilft ihm, die Eindrücke und das Gelernte in musikalische Bilder umzusetzen. Diese fallen beim fünften Soulfly-Album DARK AGES harsch, brutal und unverschönt aus. Gleich nach dem Intro ‘The Dark Ages’ bricht mit ‘Babylon’ der Sturm los. Crust Punk vermengt sich mit Hardcore, Death Metal und einem ordentlichen Schuss alten Sepultura. Max Cavalera ist wütend, verletzt und stinksauer und Dampfwalzen-Tracks wie ‘Carved Inside’, ‘Corrosion Creeps’, ‘Innerspirit’ und ‘Fuel The Hate’– um nur einige zu nennen – sind seine Art, das mitzuteilen. DARK AGES, das vom Tod Dimebag Darrels und seines geliebten Enkelkindes Moses geprägt ist, bietet die härtesten und persönlichsten Songs, die Cavalera jemals geschrieben hat. In jeder Sekunde, in der die Rhythmus-Fraktion die Wut pumpt, die Gitarren den Zorn filettieren und Cavalera aus den Tiefen seines Körpers den seelischen Schmerz heraus schreit, wird klar, wie ehrlich und offen sich der Frontmann präsentiert. DARK AGES ist seine Katharsis, und er lässt uns alle daran teilhaben. Bei seiner seelischen Reinigung greifen ihm die verschiedensten Gäste unter die Arme: Zu ‘Molotov’ röhrt Billy Milano (S.O.D.) den Chorus ins Telefon, bei ‘Innerspirit’ steht Max der Sänger Coyote, der sonst bei den Serben Eyesburn singt, zur Seite, und mit ‘Staystrong’ gibt Cavaleras Sohn Richie sein Debüt. Ganz ohne die Hilfe des Papas schrieb der Kurze seine Verse und brüllt diese mit Inbrunst – der Nachwuchs ist gesichert. Neben diesen Überraschungen gibt es auch Altbewährtes. Neben ordentlichen Moshpit-Anheizern wie ‘Arise Again’ oder ‘Frontlines’ wenden sich Soulfly auf DARK AGES auch den ruhigen Momenten zu. ‘Bleak’ frohlockt mit orientalischen Klängen aus der Sitar, das chillende Outro ‘Soulfly V’ zerfließt in coolen Gitarren-Melodien, die in Zusammenarbeit mit dem brasilianisch-französischen Stephan komponiert wurden und ‘I And I’ stellt lässig verwobene Saiten-Experimente des ehemaligen Ill Niño-Gitarristen Marc Rizzo in den Vordergrund. Nur einen Ausfall hat DARK AGES zu verzeichnen: ‘Riotstarter’, ein Stück, das mit Tribal-Drums beginnt, sich dann aber als schlechte Prodigy-Kopie entwickelt. Kein Fehltritt, sondern Absicht des Meisters, der damit seinen Kniefall vorm Industrial Metal machen möchte. Schwamm drüber, denn insgesamt ist DARK AGES die Offenbarung eines gereiften Mannes, der sich auf der Suche nach seinem Seelenheil befindet. Ehrlich, aufrichtig und glaubwürdig. In der Dunkelheit liegt Cavaleras Kraft. Möge diese ewig mit ihm sein!

Thorsten Zahn

Wer die Klingelton-Hitparaden endlich satt hat, kann sich statt dessen den wahren Lärm gemütlich vor die eigene Couch holen oder mit Freunden bei ein paar Bierchen reinziehen. Es ist schlicht unmöglich, an dieser Stelle den gesamten Apparat von 66 Filmchen auf zwei prallvollen Silberscheiben wiederzugeben, darum nur eine Auswahl der Höhepunkte: Mit HammerFall (‘Bound By Blood’), Judas Priest (‘Revolution’), Accept (‘Balls To The Wall’) oder Saxons ‚Beyond The Grave‘ sollten sich besonders die klassischen Heavy-Fans wohl fühlen. Wer tödlichen Stoff mag, bekommt Nile (‘Execration Text’), In Flames (‘My Sweet Shadow’), The Dillinger Escape Plan (‘Setting Fire To Sleeping Giants’) geboten. Die schwarze Fraktion darf wiederum vor Enslaved (‘Isa’) und Dimmu Borgir (‘Vredsbyrd’) niederknien – hier hätte es mehr sein dürfen, doch es gibt leider kaum „schwarze“ -Clips auf dem Markt. Wer modernere Töne schätzt, darf sich mit Meshuggah (‘Shed’), Ektomorf (‘Show Your Fist’), Mastodon (‘Iron Tusk’) oder Strapping Young Lad (‘Love?’) vergnügen. Sogar die Anhänger weiblichen Frontpersonals werden bedacht: Nightwish (‘Ghost Love Score’ – live), Tristania (‘Equilibrium’) sowie Within Temptation (‘Ice Queen’) schmeicheln nicht nur den Ohren, sondern bieten auch den Männern einmal einen hübschen Anblick am Mikrofon. Aber auch alle anderen Fraktionen der harten Töne sollten auf diesem Doppelschlag fündig werden: Wie wär’s mit Kreator (‘Impossible Brutality’), Graveworm (‘I, The Machine’), Apocalyptica (‘Bittersweet’), Masterplan (‘Back For My Life’), Pain (‘Same Old Song’) oder J.B.O (‘Gänseblümchen’)? Natürlich konzentriert sich die Band-Auswahl auf die ausführende Plattenfirma, doch zum Glück für die Käufer handelt es sich bei der Kompilation jedoch eben nicht um eine reine Selbstdarstellung. Dies ändert sich im Zugabenteil: Hier wird direkt und unverhohlen Werbung in eigener Sache gemacht. In einem Live-Kapitel dürfen sich zwölf Bands austoben, darunter Dimmu Borgir (‘Puritania’), Pungent Stench (‘Klyster Boogie’), Destruction (‘The Butcher Strikes Back’), The Duskfall (‘The Light’) oder Kataklysm (‘Laments Of Fear’). Wer jetzt immer noch nicht genug hat, erhält eine kleine Audio-Vorschau auf frische oder kommende Taten von Cathedral, Subway to Sally, Hypocrisy und anderen. Fazit: Eine unverzichtbare Sammlung toller Metal-Videos für alle, die ihre Musik in Verbindung mit bewegten Bilder mögen.

Gunnar Sauermann

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K. K. Downing verteidigt Owens’ Priest-Alben

K. K. Downing verteidigt die Zeit, in der Tim „Ripper“ Owens bei Judas Priest sang. Der ehemalige Gitarrist der Band hält es für „unfair“, diese Phase der Metal-Pioniere zu ignorieren. Judas Priest: Owens-Alben nicht im Streaming verfügbar „Ich möchte etwas festhalten“, eröffnete er seinen Standpunkt in der YouTube-Show ‘That Rocks!’. Moderator Jim Florentine hatte darauf hingewiesen, dass die Judas Priest-Alben JUGULATOR (1997) und DEMOLITION (2001) nicht auf den üblichen Streaming-Plattformen vertreten sind. K. K. Downing war damals (und bis 2011) noch bei Judas Priest, nach dem Ausstieg von inzwischen-wieder-Frontmann Rob Halford sang auf diesen Alben Tim „Ripper“ Owens bei der…
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