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Auf der Reeperbahn mit: Steel Panther + The Treatment

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Wenn irgendeine Band den passenden Soundtrack zur verruchten Hamburger Sündenmeile abliefern kann, dann sind das wohl die schrillen Steel Panther aus dem nicht minder verruchten, aber deutlich glamouröseren Los Angeles. Mit im Gepäck haben Michael Starr, Satchel, Lexxi Foxxx und Stix Zadinia neben ihren Leoparden-Gitarren, Stretch-Pants und Stringtangas, dem Schminkköfferchen, den Eierwärmern und dem obligatorischen Hunderterpack Kondome (für diesen Abend) zunächst die britischen Hardrock-Epigonen The Treatment, die mit ihrer gefälligen Lepard-Lizzy-Luftschmied-Mixtur den von Beginn an proppenvollen Saal des Hamburger Docks auf Touren bringen und die Show trotz ihrer noch jungen Jahre absolut souverän über die Bühne bringen. Auch wenn der ganz große musikalische Wiedererkennungswert fehlt, gehen Eigenkreationen wie ‘Drink, F**k, Fight’, ‘Shake The Mountain’ oder ‘I Fear Nothing’ und die Cover-Versionen von More (‘Way Of The World’) und Slade (‘Get Down With It’) genau so schnell ins Blut wie der in Strömen fließende Alkohol.

Die bunt gemischte Meute ist warm, die Audiosexparty kann beginnen. Bereits um 20 Uhr schmeißen Steel Panther an diesem Freitagabend ihre ‘Supersonic Sex Machine’ an und kommen mit mächtig Bums auf die/der Bühne: Sänger Michael mit sexy Glitzerhose und -schal sowie nippelfreiem Muscle-Shirt-Lumpen bekleidet, Gitarrist Satchel im zerfetzten Darth-Vader-Shirt und in einer absolut unbeschreiblichen schwarzweißen Streifen-Sterne-Leggins-Kombination und der tuntige Lexxi im funkelnden Fischschuppenhöschen und mit pinkem Bass sowie dem obligatorischen Glitzerspiegel bewaffnet – nur Drummer Stix scheint nicht direkt aus der Transvestitenshow zu kommen und erweist sich modisch im Gegensatz zu seinen Kollegen als einigermaßen stilsicher.

Doch auf Mode kommt es bei dieser Combo eh nicht an, vielmehr ist der Stiel hier das alles beherrschende Thema: Immer wieder setzen die Kalifornier zu langen „fucking bitches on the Reeperbahn“-Reden an und bieten so einen erzählerischen Rahmen für Steel Panther-Hits wie ‘Asian Hooker’, ‘Party All Day (Fuck All Night)’ oder ‘It Won’t Suck Itself’. Irgendwann werden die Dicke-Eier-Geschichten und die „Muschilecking“-Anfeuerungen zwar etwas ermüdend (Zitat aus dem Publikum: „Shut up and play!“), aber bei Steel Panther gibt’s zu den Hardrock-Hymnen nun mal immer das narrative Fickenbumsenblasen-Komplettpaket dazu. Der Stimmung tut das mitunter in Peinlichkeit abdriftende Gelaber freilich keinen Abbruch: Mit voller Inbrunst grölt der komplette Saal die Textzeile „My heart belongs to you“ von ‘Community Property’ mit, explodiert zu Krachern wie ‘Tomorrow Night’, ‘Death To All But Metal’ und ‘Eyes Of A Panther’ und scheint für anderthalb Stunden auf einer Welle der Ekstase zu treiben. Einige der erstaunlich zahlreich anwesenden Ladys kommen sogar den „Show us your boobies“-Aufforderungen der Band nach und ziehen, auf kräftigen Schultern reitend, immer mal wieder blank – sehr zur Freude der versammelten Mannsbilder. Ebenfalls ein Höhepunkt der Show: Satchells siebenminütiges Gitarrensolo, bei dem er sich munter durch die Riffgeschichte des Hardrock zitiert. Zum ‘17 Girls In A Row’-Finale besteigen dann zwar nicht 17 aber immerhin sechs tanzfreudige Damen die Bühne und lassen Hüften, Haare und Boobies kreisen. Das war’s dann leider auch schon mit Audio-„Muschilecking“ à la Steel Panther. Was haben wir gelernt? „My heart belongs to you, but my cock is community property…“

Setlist Steel Panther:

Supersonic Sex Machine
Tomorrow Night
Fat Girl (Thar She Blows)
Asian Hooker
Just Like Tiger Woods
Gold-Digging Whore
(Guitar Solo)
It Won’t Suck Itself
Community Property
Eyes Of A Panther
Girl From Oklahoma
Party All Day (Fuck All Night)
Turn Out The Lights
Death To All But Metal

Eatin’ Ain’t Cheatin’
17 Girls In A Row

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