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Dream Theater

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Erfreut darüber, gerade am heutigen Mittwoch mal ein trockenes Zeitfenster erwischt zu haben, hat sich eine stattliche Zahl an Prog-Pilgern im lauschigen Innenhof der ehrwürdigen Spandauer Zitadelle eingefunden. Zum Auftakt präsentieren die polnischen Riverside mit originellem Orgel-Gewaber ihre Vorstellungen von fortschrittlichem Muckertum-Metal. Nicht schlecht – aber auch nicht vollends überzeugend, denn auf Dauer wirken vor allem die üppigen Santana-Solo-Einlagen ein wenig bemüht.

Nach netten Cellok. Zwischenspielen vom Band ist es dann so weit: Pünktlich zum Ende der Tagesschau stehen Dream L Theater zu den instrumentalen Intro-Klängen von ‘Overture 1928’auf der Bühne und gleiten nahtlos in ‘Strange Deja Vu’ von SCENES FROM A MEMORY. Bereits hier fällt der – für eine Open Air-Veranstaltung – ausgesprochen satte Live-Sound positiv auf. Bis auf ein paar kleine Sound-Löcher hier und da bleibt das Klangbild auch im weiteren Verlauf beeindruckend bombastisch. Nicht nur mit ‘Take The Time als erstem einer Reihe von Tracks vom 1992er Überalbum IMAGES AND WORDS nehmen i ” sich Dream Theater genügend Zeit, den 15jährigen Geburtstag ihres Klassikers gebührend zu feiern – und die Menge feiert mit.

‘Constant Motion’ und ‘Dark Eternal Night’ vom aktuellen SYSTEMATIC CHAOS kommen in ihrer Bühnenfassung mutig modern und herrlich heavy herüber, bevor ein grandioser Keyboard-Solo-Grenzgang von Jordan Rudess verzückt und in den Anfangs-Akkorden von ‘Surrounded’ endet. Im direkten Vergleich zur Album-Version gestaltet sich dies etwas behäbiger, und auch an James LaBries Organ scheinen die vergangenen 15 Jahre nicht spurlos vorüber gegangen zu sein: Die allerhöchsten Kapriolen und Tonschleifchen klemmt man sich lieber, auch wenn der Mann ansonsten immer noch extrem gut bei Stimme ist. Geschenkt.

Dafür wird neben dem neuen ‘Forsaken’ mit ‘Endless Sacrifice’ auch noch den guten TRAIN OF THOUGHT-Zeiten gedacht. Dann das Unvermeidliche: Die ersten Tropfen fallen – allerdings nur kurzzeitig. Derweil lassen Dream Theater nach einem hervorragenden ‘Home’ die Leute auch nicht lange im sinnbildlichen Regen stehen, sondern setzen trocken zur IMAGES AND WORDS-Zugabe an: ‘Wait For Sleep’ sowie ‘Learning To Live’ runden punktgenau – wie es sich für den Timing-sicheren Progressive-Metaller gehört – um zehn Uhr ein fast schon familientaugliches Festtagsprogramm in Wörtern, Bildern und Tönen ab. Traumhaft.

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