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Heaven Shall Burn

Eine Liebeserklärung an den Heavy Metal

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Wer angesichts der nichtmetallischen Muskrichtung hassen möchte, soll gerne hassen. Doch hier geht es nicht um den musikalischen, sondern inhaltlichen Ausdruck – und der ist aufgrund seiner Liebeserklärung herzerwärmend. Der Bremer Indie-Rocker Grillmaster Flash hat im November 2018 sein Album STADION veröffentlicht, und das wäre uns normalerweise keine Zeile wert.

Aber: Auf diesem findet sich ein Song, der ein „Liebeslied an Metaller auf dem Land“ ist: ‘Sottrum’. Und wie sich das gehört wurde uns die Ehre zuteil, exklusiv die Premiere des neuen Videoclips zu präsentieren. Lest zuerst ein paar einführende Worte des Künstlers.

Bimmelbahnen in Sottrum

Ich weiß nicht mehr genau, wann es war, aber das Wetter war schlecht und ich saß im Zug von Bremen nach Hamburg – eine wundervoll trostlose Strecke. Der Metronom fährt dort mehrmals stündlich und wenn du Pech hast, landest du ausversehen in einer der zwischengeschobenen Bimmelbahnen, die wirklich an JEDEM Bahnhof hält – so auch in Sottrum.

Ich erinnere mich, wie ich einmal bei der Ansage „nächster Halt: Sottrum“ laut lachen musste, als ich mir vorstellte, dass Sottrum wie eine Metal-Band aus den 80ern klingt und dort somit nur Metalheads wohnen könnten – in ihrem eigenen Ganzjahres-Wacken, wo es nur Bier im Edeka gibt und sowas. Diese Mischung aus Grundschulhumor und Langeweile brachte einige Zeit später dann das hervor, was heute der Song „Sottrum“ ist.

Ich bin allerdings noch nie in Sottrum ausgestiegen. Erstens, weil in Niedersachsen alle Käffer gleich aussehen. Zweitens, weil das vielleicht die Vorstellung MEINES Sottrums zerstört hätte, stellt euch mal vor, Karl May wäre jemals in den Wilden Westen gereist! Das sind u.a. Gründe, weswegen wir „Sottrum“ in Osterholz-Scharmbeck drehen konnten, in echt haben wir es aber gemacht, weil wir es schneller erreichen konnten.

Allgemein ist Heavy Metal in meiner Wahrnehmung Musik, die nur in Dörfern oder wenig urbanen Gegenden gehört wird. Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich selbst bin im kleinstädtischen Milieu groß geworden und es ist natürlich völlig klar, dass auch ich als Teenager Metal Bands gehört habe (und das war Mitte der 90er, als sich wirklich niemand, der einigermaßen ernst genommen werden wollte, als Heavy Metal-Fan geoutet hat).

„Die Leute sind halt alle irgendwie nicht cool, aber sehr peacig“

Das erste, was ich auf meiner Gitarre spielen konnte, habe ich bei einem Metalgitarristen in Bremen-Nord gelernt, der mir, dem 12-jährigen Nerd, sofort seine arschteure, sauschwere B.C. Rich-Gitarre anstelle einer albernen Holzklampfe umgehängt hat, wofür ich ihm bis heute dankbar bin. Ich habe in der Zeit nur Metallica, Scorpions und Iron Maiden gehört und zumindest bei Maiden bin ich bis heute hängen geblieben, sie gehören zu meinen absoluten Lieblingsbands.

(c) Sven Hoppmann

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Arallu: Israelischer Black Metal-Widerstand

Arallu haben sich nicht nur mit dem Albumtitel SATANIC WAR IN JERUSALEM von 2002 in unsere dunklen Herzen gespielt, sondern vor allem damit, dass sie seit 1997 die Fahne des Black Metal im ewig krisengeschüttelten Israel hochhalten – durch den Bombenhagel zum Proberaum schleichen müssen, ist auf jeden Fall mehr Black Metal, als der Band lieb sein konnte. Das aktuelle Album EN OLAM ist bereits das siebte in den letzten 22 Jahren. ‘Unholy Stone’ ist das dritte Video dazu, das wir euch hier exklusiv präsentieren. https://www.youtube.com/watch?v=Cg_RNGsYIYE
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