Imperium Dekadenz + Haradwaith + Unlight live

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Die Barracken des ehemaligen Luftwaffenlazaretts bilden einen gespenstisch angemessener Rahmen für das zu erwartende Underground-Black Metal-Sperrfeuer.Gut 100 Leute sind gekommen, um nicht nur Ex-Endstille-Sänger Iblis beim ersten Gig mit seiner neuen Band Haradwaith zuzusehen, sondern allgemein der satanischen Tonkunst und dem ein oder anderen Gersten-Kaltgetränk zu huldigen.

Ich muss gestehen, dass ich von den Tölzern Thorngoth nicht besonders viel mitbekommen habe – liegt an dem Teil mit den Kaltgetränken: sehr orthodoxer, Headbang-kompatibel auch mal ins Midtempo driftender Black Metal mit leider recht bescheidenem Sound. Letzteres ein Thema, das den ganzen Abend negativ beherrscht.

Die Ingolstädter In Conspectu Mortis feiern den Release ihres Debütalbums GEBET UND VERDERBEN und bieten dementsprechend haufenweise neue Songs. Frontmann Zorn schafft es irgendwie, der Selbstverstümmelung an seinem mit einem Stacheldrahtverhau dekorierten Mikroständer zu entgehen, während menschenfeindliche Rohkost wie ‘Existence Is Hate’, ‘I-N-R-I’ und als Rausschmiss das schon vom Demo bekannte ‘The Ruins Of The Past’ in die halbwegs engagierte Meute prasselt.

Thrashiger wirds bei Unlight, und man merkt, dass die Badener schon vier Alben und jede Menge Live-Erfahrung haben. Sänger und Gitarrist Blaspherion bringt fast so etwas wie Rockstar-Aura in die Baracke und dirigiert seine Jungs nietenbewehrt und grimmig posend durch ein energiegeladenes Set, in dem das aktuelle Album DEATH CONSECRATES WITH BLOOD weiten Raum einnimmt. Die allmählich abkackende P.A. schluckt zwar alle Nuancen des ausgefeilten Songwritings, aber beim allgemein steigenden Pegel im Publikum wird auch die Schepperkost aus groovendem Gemörtel und klirrenden Riffs gut aufgenommen.

An sich sind die Leipziger Haradwaith für ihren ersten Gig mit dem frisch von der Schweinegrippe genesenen Iblis als Headliner gebucht, aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde werfen die Jungs mit Imperium Dekadenz die Münze, wer zuerst ran darf. Das Glück im Spiel dürften sie bald schon verflucht haben, denn in den kommenden 45 Minuten geht soundtechnisch so ungefähr alles schief. Die P.A. gibt komplett den Geist auf, dazu fällt auch noch Iblis‘ Mikro aus, so dass phasenweise nur noch Instrumental-Sound aus der Backline bleibt. Immerhin: Mit Iblis und Bass-Neuzugang Vorst haben Haradwaith zwei Mann auf der Bühne, die optisch alles dominieren – aggressiv, animalisch, absolut überzeugend. Dass der geschasste Endstille-Frontmann noch nicht sehr textsicher ist, spielt heute absolut keine Rolle. Er kreischt, er röchelt, er gibt alles. Und das markante „This is armageddon!“ am Ende von ‘Thoughts Of Exit’ sitzt passgenau.

Eine Weile dauerst es dann noch, bis Imperium Dekadenz den gepflegten Ausklang nach dem Inferno angehen dürfen. Nachdem die Anlage notdürftig repariert ist, zieht ein Hauch von altrömischer Erhabenheit ein – und der düster-melodische Klang von ‘Der Dolch im Gewande’ schafft es tatsächlich, die mittlerweile recht ausgelaugt und vollgetankt wirkende Menge zu annähernd synchronem Headbangen zu bewegen. Die Jungs aus dem Schwarzwald spielen größtenteils Songs ihres 2007-er Werks DÄMMERUNG DER SZENARIEN, bieten aber mit ‘Ego Universalis’ auch einen feinen Vorgeschmack auf das kommende Album PROCELLA VADENS und lassen sich zu Recht auf der Bühne und anschließend an der Bar abfeiern.

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