K. K. Downing feiert 70. Geburtstag

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K. K. Downing, Ex-Judas Priest-Legende und Chef der taufrischen Heavy Metal-Formation KK’s Priest, schlägt heute, am 27. Oktober 2021, eine neue Lebensdekade an. Dem Musiker und Songwriter, der seit geraumer Zeit bereits zu den hochkarätigsten Riffmeistern des Heavy Metal zählt, gönnen wir in diesem Rahmen einen schriftlichen Applaus, einen dankenden Moment der Würdigung. Seit nunmehr 50 Jahren leistet Downing wertvolle Beiträge zur Metal-Musik und prägte u.a. deren Entwicklung durch sein gewandtes Gitarrenspiel. Noch heute scheint ein Leben fernab der Bühne undenkbar für den Musiker.

Zur Information: Die Zwischenüberschriften leiten hier keinen inhaltlichen Kontext ein, sondern markieren chronologisch K. K. Downings prominenteste Nebenprojekte.

CONSPIRACY (1989): ‘Something Weird’ mit King Diamond

Kenneth Downing Jr., der im Jahr 1951 zur Welt kam, musste bereits früh lernen, dass seine unbändige Leidenschaft zur Rock-Musik schwer mit dem gesellschaftlich für ihn bereitgelegten Lebensweg vereinbar war. Der in West Bromwich, England, geborene Downing flog im Alter von 15 Jahren von der Schule. Auch seine Eltern hatten den rebellischen Teenager satt, der für nichts als Musik zu begeistern war, und setzten ihn auf die Straße.

Auf der Suche nach gleichgesinnten, jungen Kreativen tat sich Downing mit seinem Cousin zweiten Grades, Brian Badhams, zusammen und gründete sein erstes Band-Projekt Stagecoach. Da er bis dato allerdings bloß ein laienhafter Musikliebhaber ohne jegliche Instrumentalisten-Erfahrung war, geriet der junge Downing per Zufall an das Gitarrenspiel, das später zu seiner Profession werden sollte. Ein simpler Münzwurf – er konnte sich nicht entscheiden, ob er für Stagecoach Bass oder Gitarre spielen sollte – entschied schicksalhaft über die Zukunft von K. K. Downing.

VIOLENT STORM (2005): ‘War No More’ mit Violent Storm

Nach der Auflösung von Stagecoach und der Gründung von Freight mit Ian Hill konnte der selbsterlernte Gitarrist und Songwriter erstmalig Fuß fassen in der Welt leidenschaftlicher, doch übersehener und überhörter, armer Künstler. In Folge seiner Mittellosigkeit besuchte Downing die Gastronomiefachschule und arbeitete als Kochlehrling im Lyttelton Arms in Hagley.

Spannend wird die Geschichte um K. K. Downing allerdings erst mit der Gründung der legendären Heavy Metal-Band Judas Priest im Jahr 1970 in Birmingham. Aus Freight wurden Judas Priest – eine Band, die kurz vorher bereits unter der Leitung von Alan Atkins bestanden hatte. Nach diversen Unstimmigkeiten und Besetzungswechseln kam mit Rob Halfords Einstieg 1973 und Glenn Tiptons Einstieg 1974 die erste beständige Priest-Formation zustande. In dieser Formation sollte die erste Studioplatte ROCKA ROLLA debütieren.

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Speziell der Zuwachs um Gitarrist Glenn Tipton war für Downings Entwicklung von prägender Bedeutung, neben dem er seinen persönlichen Stil finden, formen und optimieren konnte. Downings aggressiver, Rock-beeinflusster Stil fand als Teil der Doppel-Lead-Konstellation aber vor allem in seinen energischen Soli Beachtung und Zuspruch. Im Gegensatz zu Tipton tendierten seine Soli zu einem raueren, kantigeren Sound, der sich oft auf Geschwindigkeit, technische Präzision und Melodie konzentrierte.

Ab STAINED CLASS (1978) jedoch dominierte Tipton zunehmend das Songwriting von Judas Priest, vor allem bei den kommerzielleren Stücken, während Downings Rolle in der Band zu schwinden begann. Nach 1980 machten Tiptons Songs die überwiegende Mehrheit der Live-Setlists der Band aus.

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WHO ARE YOU? AN ALL STAR TRIBUTE TO THE WHO (2012): ‘Eminence Front’ mit John Wetton und Derek Sherinian

21 Alben und 41 Jahre später verließ Judas Priest-Urgestein K. K. Downing die Band. Ab dem 20. April 2011 gingen die Musiker laut Downing aufgrund „einem seit geraumer Zeit andauernden Konflikt in der Arbeitsbeziehung zwischen mir, Teilen der Band und dem Management“ getrennte Wege. Zudem äußerte Downing, es hätte genau „21 Gründe“ für die Trennung gegeben, Details wollte er nicht näher beleuchten. Nahe liegt aber, dass mit diesen „21 Gründen“ die gemeinsam produzierten Alben und somit gleichzeitig Downings gesamte Band-Historie mit Judas Priest gemeint ist. Lief denn wirklich alles so schief?

Seither ersetzt Richie Faulkner K. K. Downing an der Priest-Gitarre. Nach Tiptons Ausfall im Jahr 2018 aufgrund seiner Parkinson Erkrankung wunderte sich Downing, weshalb die Metaller kein Interesse daran zeigten, das, laut eigenen Worten, „einzig loyale Priest-Mitglied“ K. K. Downing wieder zurück an Bord zu holen.

Die mediale Schlammschlacht war ausgerufen. Öffentliche Schuldzuweisungen seitens Halford, Downing und Co. gehörten (und gehören…) zur fast täglichen Metal-Berichterstattung. Immer wieder werden Downings Ausstieg sowie vermeintliche Gründe für sein unmögliches Priest-Comeback diskutiert. Speziell bei Downing hallt der Schmerz merklich nach, der noch immer regelmäßig empörte Statements zu seiner Vergangenheit mit Judas Priest abfeuert.

FREQUENCY UNKNOWN (2013): ‘Running Backwards’ mit Queensrÿche

Und das, obwohl sich 2020 eine neue Tür für den Musiker öffnete. KK’s Priest markiert den nächsten Meilenstein in Downings Karriere. Für das Projekt, dessen Name zynischerweise Downings anhaltende Kränkung offenlegt, holte sich der Musiker ein ebenfalls ehemaliges Judas Priest-Mitglied, nämlich Tim „Ripper“ Owens, mit ins Boot. Auch Les Binks kam kurzweilig in den Genuss der neuen Priest-Konstellation, wurde allerdings bereits ein Jahr später durch Sean Elg am Schlagzeug ersetzt.

Im Rahmen dieses neuen Projekts entfachten Diskussionen über den Band-Titel sowie die Frage nach der Authentizität der Gruppe. Mit der am 01. Oktober 2021 veröffentlichten Debüt-Platte SERMONS OF THE SINNER konnten Downing, Owens, Newton, Elg und Mills allerdings nachdrücklich ihre Daseinsberechtigung neben Judas Priest unter Beweis stellen. Nach bandeigenen Angaben sind die Arbeiten für das zweite Album bereits in vollem Gange und „wenn alles gut läuft“, können sich Fans schon im Frühjahr 2022 auf neues Material freuen.

Dass K. K. Downing mit 70 Jahren noch immer nicht genug hat, mag die ein oder andere ermüdete Reaktion hervorrufen, ist aber schlichtweg bemerkenswert und bleibt eine Bereicherung für die Metal-Musik.

In diesem Sinne: Happy fucking Birthday, K. K.!

40. Jubiläum STAINED CLASS (2018): ‘Beyond The Realms Of Death’-Cover

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