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Konzertbericht: Opeth + Pain Of Salvation

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Wie schön: Als Support haben die ehrwürdigen Opeth ihre schwedischen Landsmänner Pain Of Salvation im Gepäck – ein perfektes Package, die Große Freiheit ist ausverkauft. Doch es passiert an diesem Samstagabend einmal mehr, was an gleicher Stelle bereits öfter passiert ist: Pain Of Salvation gehen bereits um 18.30 Uhr auf die Bretter und spielen lediglich eine erbärmliche halbe Stunde. Zusatzinformation: Auf den offiziellen Eintrittskarten war der Konzertbeginn mit 19 Uhr angegeben. So kommt es also, dass der Saal lediglich halbvoll ist, als Daniel Gildenlöw und Co. ihr Set beginnen. Wer naiverweise geglaubt hat, was auf dem Ticket stand, und um kurz vor 19 Uhr im Venue aufschlägt, ist mächtig erstaunt, als er/sie mit ‘No Way’ pünktlich zum letzten Song der schwedischen Prog-Metal-Meister um ihren selbstverliebten Frontmann (warum sonst sollte man ein großes Poster von sich selbst auf der Bühne aufstellen?) ankommt. Zu Recht vernimmt man in der anschließenden halbstündigen Umbaupause viele kritische Stimmen – bei einem Ticketpreis von 33 Euro ist so etwas ziemlich uncool.

Immerhin: Opeth spendieren ihren Fans im Anschluss über 100 Minuten und erweisen sich einmal mehr als meisterhafte Live-Musiker. Wer allerdings gehofft hat, auch den ein oder anderen deftigen Song zu hören, wird bitter enttäuscht: Kein einziger Grunzlaut entfährt Mikael Åkerfeld – die Tage des feinen Wechselspiels zwischen Aggression und Filigranarbeit, scheinen vorüber. Die Schweden machen nun Ernst und verabschieden sich offenbar endgültig von ihren ursprünglichen Trademarks. Und das ist schade.

Was nicht heißen soll, dass Opeth ein schlechtes Konzert abliefern – im Gegenteil: Der Sound ist überragend, jede Note sitzt perfekt und die Lightshow ist der gleißende Wahnsinn. Immer wieder lockert Åkerfeld das von Songs des aktuellen Opus HERITAGE (wie ‘I Feel The Dark’, ‘Slither’ oder ‘Nepenthe’) dominierte Set mit launischen Zwischenansagen auf: Über die Reeperbahn-Nutten, die in den Fenstern sitzen (müssen), über ‘The Throat Of Winter’, das für das Videospiel „God Of War“ geschrieben wurde, aber rein gar nichts damit zu tun hat, sondern eher zu einer verrückten Pornoszene passen würde, oder darüber, wie ihm Anders Fridén (In Flames) einst half, eine Gesangsbutze zu bauen. Dann wieder schäkert er mit den „balcony people“ auf der Balustrade, wünscht sich, wie viele andere Bands nur Songs mit drei Akkorden zu haben, und kündigt einen alten Song von der My Arms, Your Hearse-Scheibe an – was die Menge mit Begeisterung zur Kenntnis nimmt. „Aber keiner von den Schrei-Songs, sondern einer, bei dem man flachgelegt werden kann“, schiebt Åkerfeld nach und stimmt das akustische ‘Credence’ an. Das ist also der Grund für die radikale Abkehr von den „Schrei-Songs“: Opeth wollen öfter flachgelegt werden! Das hätten sie auch anders haben können.

Nach der Zugabe ‘Folklore’ ist der etwas unbefriedigende, aber dennoch faszinierende Konzertabend vorbei. Um 22 Uhr muss die Halle wieder für den Samstagabend-Partybetrieb hergerichtet sein. Vielleicht sollte man in Zukunft einfach schon um 15 Uhr anfangen.

Setlist Opeth:

The Devil’s Orchard
I Feel The Dark
Face Of Melinda
Porcelain Heart
Nepenthe
The Throat Of Winter
Credence
Closure
Slither
A Fair Judgement
Hex Omega

Folklore

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