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Marduk: Die immergleichen Nazi-Vorwürfe

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Das komplette Interview mit Morgan Håkansson von Marduk findet ihr in unserer aktuellen METAL HAMMER-Juliausgabe!

Diverse US-amerikanische Online-Magazine scheinen es sich aktuell zur Aufgabe gemacht zu haben, die Metal-Szene von Frauenfeinden, Fleischfressern und politisch unkorrekten Bands zu säubern. Speziell Black Metal steht in deren Fadenkreuz, und zu diesem Zweck werden in Europa längst beerdigte Vorwürfe wie beispielsweise gegen die Norweger Taake oder eben Marduk wieder ausgegraben.

Spätestens mit ihrem im Jahr 1999 erschienen Brachialklassiker PANZER DIVISION MARDUK kursierte das Gerücht, die Schweden hätten rechtsradikale Tendenzen. Wichtigstes Indiz: auf jenem Album tobt der Krieg. Sturzkampfbomber heulen, Artillerie feuert aus allen Rohren, und Panzerketten rasseln. „Was könnte mehr Metal sein als 60 Tonnen Stahl, die über ein Schlachtfeld donnern“, fragte Morgan damals rhetorisch auf die Frage nach dem Grund für diesen martialischen Aufmarsch zurück.

Heute fällt seine Antwort in Bezug auf die doch sehr spezielle Lyrik von VIKTORIA etwas differenzierter aus. „Es geht mir darum, Geschichte vor dem inneren Auge zum Leben zu erwecken“, betont der Gitarrist. „Unsere Texte kann jeder nachlesen. Diese drehen sich völlig unkommentiert um historische Ereignisse. Aber natürlich geht der ganze Ärger immer nur dann los, wenn wir uns thematisch mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen. Jede andere Epoche wird einfach so akzeptiert.“

Als Beispiel kann eine der ersten Single-Auskopplungen des aktuellen Albums dienen. Der Song ‘Werwolf’ handelt nicht von Tiermenschen, sondern dreht sich um den Versuch des Naziregimes, die deutsche Bevölkerung zu Partisanenaktionen aufzustacheln. „Das Ganze war militärisch ein völliger Reinfall“, kommentiert Morgan den Titel. „Was mich daran interessiert, ist die völlig bizarre Idee, am Ende eines bereits verlorenen Kriegs noch Greise und Kinder in die Schlacht zu schicken. Die nächste Generation sollte sinnlos verheizt werden.“

Olle Kamellen

Diese Aussage klingt weder nach Glorifizierung noch Zustimmung zu einem Kriegsverbrechen, wie diverse Kritiker dem Band-Kopf gerne vorwerfen. „Ich frage mich wirklich, was unsere Titel und Texte mit einer Unterstützung für eine politische Ideologie zu tun haben“, entgegnet der Schwede. „Wenn ich über die napoleonischen Kriege schreibe, stelle ich mich ja auch nicht auf die Seite des korsischen Feldherrn.“

Neben ollen Kamellen gab es jedoch auch neue Vorwürfe aus der schwedischen Heimat – und zwar, dass frühere Band-Mitglieder bei einem rechtsradikalen Webshop bestellt haben sollen. „Die Beschuldigten wissen zwar nichts davon, aber das interessiert im Netz ja keinen“, wehrt sich Morgan. „Die Urheber dieses Angriffs haben ihren Text sogar umgeschrieben, als klar wurde, dass die Story mit der Bestellung aus Schweden nicht stimmen konnte, weil wir zu dem angeblichen Zeitpunkt auf Tour waren.

Das Problem ist doch, dass jeder irgendwelche Behauptungen ins Internet stellen kann, und dann wächst die ganze Sache unaufhörlich an, ohne dass jemand nach dem Wahrheitsgehalt fragt.“ Resultat von dem, was der Musiker als „Sturm im Wasserglas“ bezeichnet, war ein an einen anderen Ort verlegtes Konzert in Stockholm. Vermutlich wird es bei dieser für die Band ärgerlichen, aber letztlich verschmerzbaren Aktion bleiben.

Denn seit ihrer Gründung im Jahr 1990 haben Marduk nie politisch agiert und sind auch nicht durch extremistische Aussagen aufgefallen, weshalb sich außer ihrer bewusst unkritischen Haltung gegenüber dem Thema „Krieg“ kaum haltbare Vorwürfe finden lassen.

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Metal beim Eurovision Song Contest: Monster wider den Mainstream

Obwohl er auch zehn Jahre nach dem großen Triumph noch einmal dasselbe tun würde, eine zweite Teilnahme allerdings ausschließt, denkt der Finne Tomi Putaansuu alias Mr. Lordi nicht nur mit positiven Erinnerungen an den Sieg beim Eurovision Song Contest 2006 zurück: „Jahre später mussten wir erfahren, dass uns viele alte Fans verlassen hatten – nicht, als wir teilnahmen, sondern nachdem wir gewonnen hatten. Ich werde nie verstehen, warum.“ Der Monsterboss wird noch deutlicher: „Wenn ich eine Band mag, ist es doch egal, welches Forum sie für ihre Auftritte nutzt. Für mich ist die Idee, einen geliebten Künstler nicht mehr zu…
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