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PROBIER’S MAL MIT GEMÜTLICHKEIT

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Fünf Stunden Nettofahrzeit – von Berlin die A9 herunter, hinter Nürnberg rechts herum ein Stück Richtung Heilbronn, dann noch einen Schlenker nach Süden – sind kein Pappenstiel. Doch die nimmt die METAL HAMMER-Mannschaft nur allzu gerne auf sich. Schließlich geht es darum, sich gepflegt die letzte sommerliche Brise geballter, metallischer Freiluftbeschallung um und vor allem in die Ohren wehen zu lassen.

Mittwoch, 14.8.

PARTY STAGE

Mit Bury Tomorrow fällt der Startschuss für die Labelnight von Nuclear Blast. Der typische Briten-Metalcore funktioniert live wesentlich besser als auf Platte, Sänger und Hobby-Animateur Daniel Winter-Bates fordert viel, bietet viel, und bekommt von der jungen Meute mindestens genauso viel zurück. Vader schlagen hingegen in eine ganz andere Kerbe. Bei der polnischen Death Metal-Brigade bedarf es nicht vieler Worte, dann da weiß man, was man bekommt – nämlich eine unbarmherzige Abrissbirne nach der anderen. Die anfänglich viel zu dominante Bassdrum stört die ausgelassene Stimmung im brechend vollen Zelt glücklicherweise kaum. Gnadenlos gut. Exodus können es auch sichtlich ohne Gary Holt. Den Posten des Slayer-Helfers füllt Heathen-Gitarrist Kragen Lum perfekt aus, und obendrein stampft Rob Dukes in Bestform über die Bretter. Die Frontröhre und seine gut aufgelegten Spießgesellen rütteln mit Bay Area-Thrash-Granaten wie ‘Fabulous Disaster’, ‘Bonded By Blood’ und ‘The Toxic Waltz’ heftig die Köpfe durch. Destruction hängen sich ebenfalls voll rein. Das Teutonen-Thrash-Trio gibt beim Heimspiel mit ‘Thrash Till Death’ gleich Vollgas. Danach purzeln die Klassiker, und das Publikum tobt. Der Hüne Schmier schreitet von ‘Mad Butcher’ bis zu ‘Curse The Gods’ zwischen drei Mikrofonen hin und her, während Mike Sifringer ein geniales Riff nach dem anderen schrubbt. Die für Witchcraft eingesprungenen Kadavar machen zu später Stunde genau das Richtige: Völlig unbeirrt und geradezu entfesselt spielt das bärtige Trio heute auf. Das Zelt ist zwar nur noch etwa zur Hälfte gefüllt, alle ausharrenden Retro Rock-Fans erwartet aber eine fesselnde Darbietung, die niemanden enttäuscht in die Nacht entlässt.

CAMEL STAGE

Mit pfeifendem Ächzen weihen Revel In Flesh die Camel Stage mit undefinierbarem Death Metal der Marke “Mir egal” ein. Bass: vorherrschend. Gitarren: feuchter Furz. Drums: uffta-uffta. Die Anlage muss sich erst einstimmen. Nasty haben mehr Glück, locken beherzt ins Gatter und verteilen die Hardcore-Schelle. “Wir wurden erzogen, die Fresse zu halten!” – genau deswegen gibt’s jetzt doppelt aufs Maul. “Chaos” ertönt daher sehr passend. Mächtig präsentieren Deserted Fear dann den fettesten Sound des Tages. Gitarrengegrummel in durchdringender Deutlichkeit, Expertise Groove – die Thüringer gehören auf die ganz große Bühne! Year Of The Goat drosseln danach die Stimmung mit gestriegeltem Southern Rock im Anzughemd. Ein paar verlorene Seelen hüpfen im Kreis zur Schüler-Band, die über Luzifer sinniert. Nur schade, dass auch bei den israelischen Thrashern von Hammercult lichte Luft herrscht. Circle Pits zum Autobahn-Speed-Thrash sollen aber nicht ausbleiben. Wer noch wach ist, lässt kurz vor drei Uhr die Haare zu Wild Zombie Blast Guide hängen. Kranker Zombie-Metalcore mit Grabsteinen und Gitarrengranaten vom furios fidelnden Fabian “Fabs” Schwarz – Kieferklappe am Boden!

Donnerstag, 15.8.

PAIN STAGE

Zunächst erhalten Stormborn in einer kurzen Zeremonie den New Blood Award in die Hand gedrückt und dürfen vor zahlreichen Schaulustigen noch einmal beweisen, wie gekonnt sie Iron Maiden verinnerlicht haben.

Nach der Siegerehrung übernehmen die alten Hasen von Cultus Ferox das Steuerrad. Sie haben mit Metal zwar nicht viel am Hut, unterhalten mit ihrem nautischen Mittelaltergetröte und Stücken wie ‘Schurkentanz’ aber doch ganz ordentlich. Was Alestorm im Anschluss veranstalten, ist nur mit einem Wort zusammenzufassen: Wahnsinn! Zu Piratenkrachern wie ‘Shipwrecked’ oder ‘Back Through Time’ dreht das Publikum die Wiese komplett um. Kein Wunder, dass die Security schon kurz nach Beginn des Auftritts nach Verstärkung ruft. Crowdsurfer, Rudelrudern und nackte Leiber. Nicht das einzige Mal an diesem Wochenende, dass die Pain Stage der Hauptbühne den Rang abläuft. Gut gelaunt geht’s weiter, allerdings wird es mit We Came As Romans dann erstmals hart, wild und modern auf der Zeltbühne: Die US-Amis starten mit ‘Hope’ direkt voll durch und bringen ihre bunten Fans im Handumdrehen zum Hüpfen, Mitsingen und Seifenblasenpusten.’Glad You Came’ wird besonders frenetisch gefeiert, ist aber nur eines von vielen Highlights dieses Nachmittags-Gigs. Richtige Höhepunkte vermisst man indes bei Korpiklaani, was vielleicht auch daran liegen mag, dass das ein oder andere Band-Mitglied torkelnd im Backstage-Bereich gesichtet wurde. Man könnte glatt meinen, die Finnen feiern lieber abseits als auf der Bühne. Klar, vor der Pain Stage ist es gerammelt voll, das trinkfreudige Publikum macht sowieso Party, aber wo sind die Hits? Kein ‘Beer Beer’, kein ‘Journey Man’, kein ‘Tequila’, kein ‘Happy Little Boozer’ – da wäre (noch) mehr drin gewesen.

Nicht so beim Heavy Metal-Teil des Abends! Powerwolf stürmen mit wehenden Gewändern die Bühne und zeigen sich einmal mehr in Spiellaune. Goldkehlchen Attila ist gut bei Stimme, einige Feuersäulen sorgen für die passende Atmosphäre, und ein kurzer Gitarrenausfall wird durch das Mitsingen der Menge wettgemacht. Neue Brenner wie ‘Coleus Sanctus’ oder ‘Amen & Attack’ sind offensichtlich bereits bekannt und zünden sofort – der Wolf zieht erneut unter Triumphgeheul vom Platz. Daraufhin beschließt mit Saltatio Mortis die Mittelalter-Rock-Band der Stunde den Tag auf den großen Bühnen. Um Mitternacht legen die Spielmänner los und verdeutlichen schon mit ‘Ode an die Feindschaft’, dass man sich kaum noch mit mittelalterlicher Romantik abgibt. Stattdessen wird der Dudelsack-Rock von Kapitalismuskritik unterfüttert, was aber nur bedingt funktioniert.

MAIN STAGE

Frühsport bei First Blood: Ungetüm Carl Schwartz proklamiert über die kreisenden Hobby-Hampler “Next time I see you, you’re dead!” Der Hardcore des Quartetts neigt zwar leicht gen 08/15, für das gediegene Warmschütteln der müden Knochen aber taugt er optimal. Mit Todeswänden und Wasserstrahlen gegen die Mittagshitze geht’s weiter zu The Bones. Mit “It’s a party night!” begrüßt Frontmann Beef Bonanza die Meute. Seine nächste Weisheit “Seid ihr betrunken? Ich schon!” trifft den Nagel allerdings eher auf den Kopf. Als Soundtrack für das Nachmittagsbier eignen sich Punk Rock-Hymnen der ‘Wendy’-Kategorie oder das Accept-Cover ‘I’m A Rebel’ optimal. Anschließend wird es Zeit für melodischen Schwedenstahl. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Seine “Seid ihr schon genügend aufgeheizt?”-Kontrollfrage hätte sich Soilwork-Sänger Bjørn “Speed” Strid auf jeden Fall sparen können: Der dazugehörige Zuschauerandrang sorgt für Kuschelfaktor 13, während mächtige Versionen von Gassenhauern der ‘Follow The Hollow’-Güteklasse das Fan-Herz wohlig erwärmen. Doch hierauf macht sich – wie vor jeder Fear Factory-Show – leichtes Unbehagen breit: Wird Sänger Burton C. Bell den Klargesang halbwegs meistern oder nicht? Das Summer Breeze-Publikum darf sich freuen, denn der Frontmann hat einen guten Tag erwischt. So fliegt den Fans ein Klassiker nach dem anderen mit Hochdruck um die Ohren. Die Industrial-Metaller sieht man leider nicht immer in Topform, doch heute ist einer dieser Tage!

Nach dieser gepflegten Dröhnung gibt es mit Der W eine Breeze-Premiere. Der ehemalige Onkelz-Basser und frisch gebackene TV-Star Stephan Weidner trifft jedoch auf wenig Resonanz – bei keiner Band war der Platz vor der Bühne so luftig. Woran das liegt? Das Publikum zu jung, der Sound zu lasch (speziell, wenn Stephan die Gitarre ablegt), die Songs von III zu lahm? Wohl von allem ein bisschen. Stimmung kommt nur bei Solofrühwerken wie ‘Geschichtenhasser’ oder ‘Schatten’ auf. Und wenn man schon gegen die Konkurrenz schießt (‘Kampf den Kopien’), sollte man den Song zumindest halbwegs fehlerfrei darbieten. Ebenfalls unter keinem guten Stern stand der Auftritt von Sabaton – zumindest im Vorfeld: Die Einreise nach Russland wurde ihnen verwehrt, der Drummer hat einen gebrochenen Zeh – und zu allem Überfluss verlieren sie vor dem Headlinergig beim Summer Breeze ihr Equipment am Flughafen! Die Fans zittern den ganzen Nachmittag über: Können die Schweden trotzdem auftreten? Können sie, und wie! Mit Leihinstrumenten von Fear Factory und Alestorm erobern sie das Summer Breeze. Trotz etwas drucklosem Gitarren-Sound begeistern sie nicht zuletzt mit dem lange nicht gespielten ‘Panzerkampf’ und launigen Sprüchen von Sänger Joakim Brodén, der seine Drohung diesmal wahr macht und sich nach ein paar Bieren auf der Bühne auszieht (Family- statt Sixpack). Das Summer Breeze ist während und auch noch lange nach diesen anderthalb Stunden Sabaton in bester Feierlaune.

PARTY STAGE

Der Black Metal-Schildwall von Winterfylleth hält auch im Schwabenland stand. Das Quartett in schwarzen T-Shirts lässt die doppelten Gitarren zu Hammer-Songs wie ‘A Valley Thick With Oaks’ magisch surren. Die Angelsachsen füllen das Zelt, bis zum finalen ‘Defending The Realm’ der Beifall rauscht. Beim Zelt-Billing findet man Mustasch zwar ziemlich weit unten auf der Härteskala, auf dem dazugehörigen Stimmungsbarometer sind die Schweden jedoch ganz vorne mit dabei. Garant für den Gute-Laune-Faktor: Unwiderstehliche Heavy Rock-Ohrwürmer wie ‘Deep In The Woods’, kombiniert mit den deutschsprachigen Ansagen von Frontmann Ralf Gyllenhammar. Richtig weit oben auf der Härteskala sind hingegen Illdisposed einzuordnen. Endlich Death Metal! Die selbst ernannten eierlosen Nutten aus Dänemark walzen sich in bekannter Manier durch ein tolles Subwoofer-Set, bei dem ‘Throw Your Bolts’ oder ‘Fear The Gates’ ebenso knallen wie das kultige ‘Submit’. So kann das ruhig weitergehen. Macht es dann auch mit den schwedischen Todesgewaltigen von Evocation. Diese nutzen die Steilvorlage ihrer dänischen Kollegen, um die Fans im Zelt mit melodischen Hymnen weiter anzuheizen. Neben dem perfekten Einstieg mit ‘Divide And Conquer’ und dem abschließenden ‘Feed The Fire’ sind es ebendiese Feuerfontänen, die auf der Bühne für das gewisse optische Extra sorgen. Necrophobic präsentieren am heutigen Abend ebenfalls eine Art Extra: Naglfar-Sänger Kristoffer Olivius unterstützt die Band, da der eigentliche Sänger und Bassist Tobias Sidegård aktuell im Knast sitzt. Der höllische Auftritt gerät mit nur einer Gitarre leider etwas drucklos. Höhepunkt des Auftritts:’Black Moon Rising’, das dem Anfang 2013 verstorbenen Gitarristen und Band-Mitbegründer David Parland gewidmet wird.

So oft Sólstafir auch mit diesem Album bereits auf Festivals und Tourneen zu Gast waren: Das Epos SVARTIR SANDAR wird einfach nicht langweilig. Einmal mehr beweisen Island’s finest dies im randvollen Party-Zelt, wo sie bei zwar schwachem, aber dennoch atmosphärischem Sound eine psychedelische Messe zwischen ‘Ljós í Stormi’,’Svartir Sandar’ und ‘Fjara’ abhalten. Kauzig intensiv. Weil Benediction aufgrund eines Todesfalls absagen mussten, springen anschließend kurzerhand Atrocity in die Bresche. Die Band ist wegen des Leaves’ Eyes-Gigs ohnehin vollzählig vertreten und liefert eine überraschend brutale Show ab. Auf WERK 80-Cover verzichtet man bewusst, stattdessen gibt es ‘Haunted By Demons’,’Blut’,’Pandaemonium’, zwei spärlich bekleidete Tänzerinnen, fliegende Haare und ziemlich hohes Tempo. Anschließend bieten Cult Of Luna puren Genuss. Aus nebligem Gegenlicht tauchen Gestalten auf, die mit zwei Schlagzeugen und drei Gitarren dichte Klanggeflechte mit Namen wie ‘Ghost Trail’ und ‘Owlwood’ weben. Die Schweden zaubern grandiose Stimmungen zwischen zarter Melancholie und wütendem Zorn herbei. Applaus dafür! Die US-Death-Spezialisten von Dying Fetus beweisen dann, warum ihnen die Top-Spielzeit um 23.45 Uhr zusteht: Das Zelt ist ebenso rappelvoll wie ein Großteil der Fans, die sich zu einem wahren Overkill an Hits gnadenlos zerlegen:’One Shot, One Kill’ für die Ewigkeit. Wie bereits beim Wacken Open Air zählen auch Haggard zu den Gewinnern der alten Garde. Heute ist der Altersschnitt ebenfalls recht hoch. Selbst nach Dying Fetus lädt diese Mischung aus Klassik und Metal auch den harten Deather noch zum Träumen ein. Als Betthupferl dürfen danach Carach Angren agieren. Der geisterhafte Black Metal der Holländer hat sich mittlerweile zu einem Leckerbissen entwickelt. Durch Keyboards, Geigen und jede Menge Orchestrierung sound-technisch zwar schwierig, begeistern Carach Angren dennoch ein gut gefülltes Zelt mit theatralischen Horrorgeschichten nach griechischem Vorbild.

Freitag, 16.8.

PAIN STAGE

Statt Sister Sin eröffnen heute Summer Breeze-Stammgäste das Programm. Der aktuelle Vertretungsplan scheint sich allerdings nicht überall herumgesprochen zu haben, denn sonst hätten gewiss ein paar mehr Zuschauer der soliden Psychopunch-Show beigewohnt. Während Letzte Instanz sieht die Sache schon anders aus: Das Bühnenareal präsentiert sich ansprechend gefüllt, als die Brachialromantiker nicht nur mit ‘The Final Countdown’-Zitaten oder Nena-Liebesgeständnissen, sondern auch durch eine souverän dargebotene Best Of-Setlist auf sich aufmerksam machen. Bei Leaves’ Eyes hat Frontengel Liv Kristine im kurzen Schwarzen wie gewohnt ihr Publikum im Griff. Die Schwaben setzen bewusst auf Härte und Groove wie bei ‘Spirits’ Masquerade’, was gut ankommt. Auch die Weltpremiere von ‘Hell To The Heavens’ wird abgefeiert. Freunde gediegener Epik kommen zuletzt bei ‘Frøya’s Theme’ aber ebenso auf ihre Kosten. Es folgt ein Heimspiel, denn End Of Green sind alte Bekannte und werden vom Publikum herzlich empfangen. Ihre traurigen Stücke passen zwar nicht so recht zur gleißenden Hitze und neue Songs wie ‘De(ad)generation’ und ‘Hangman’s Joke’ sind noch recht unbekannt, doch die Düster-Rocker können auf die Unterstützung ihrer Fans bauen und spielen ihr Set souverän herunter.

Einen wahren Triumphzug treten daraufhin Walls Of Jericho an: Fünf Jahre und eine Babypause nach THE AMERICAN DREAM zeigt Frontröhre und Tough Guy-Traum Candace Kucsulain mit ihren Mannen vor der gerammelt vollen Pain Stage, wie man ein endloses Meer an Crowdsurfern fordert und auch bekommt. Beeindruckend. Im Gegensatz zum Bühnen-Outfit von Tiamats Johan Edlund, welches eher das Prädikat “unprätentiös” verdient. Er klettert barfuß auf die Pain Stage und hat sich als optisches Highlight ein buntes Tuch um den Kopf gewickelt. Doch daran stört sich offenbar niemand im Publikum, denn die Leute strömen in Scharen herbei -insbesondere, um Klassiker wie ‘Whatever That Hurts’ oder ‘Gaia’ zu hören. Diese funktionieren auch 17 Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch blendend, und so manch einer hätte sich weiteres Nostalgiematerial gewünscht. Bis 2007 gehörten Finntroll quasi zum Festival-Inventar. Diese lange Pause hat ihrer Popularität aber nicht geschadet. ‘Blodsvept’ klingt noch wackelig, aber dann drehen die Plastikwackelohren auf. Sänger Vreth animiert in Uniformjacke die Meute zum Mitsingen. Diese feiert den Düstersalsa ‘En Mäktig Här’ ebenso ab wie den Rauswerfer ‘Jaktens Tid’.

MAIN STAGE

Über ‘Hurra hurra die Pest ist da’ oder ‘Wir lieben Dudelsack’ kann man definitiv geteilter Meinung sein. Dass Feuerschwanz mit derartigen musikalischen Ergüssen und dazugehöriger Show die Main Stage fast zum Überlaufen bringen, muss man allerdings neidlos anerkennen. Zwischen dem ohrenbetäubenden Dudelsack-und Mittelalter-Lärm setzen Neaera ihren unglaublichen Festival-Siegeszug fort. Druckvoll und gnadenlos walzen sich die Münsteraner ihren Weg durch die Massen, zerstören zu Recht die Hauptbühne und lernen unter anderem eines: Wer zwei Circle Pits fordert, wird in Dinkelsbühl drei bekommen. Dann ist Zeit für Hardcore: Roger Miret und Vinnie Stigma erleben aktuell ihren virtuell fünften Frühling, und so lassen es Agnostic Front bei tollem Sound richtig krachen. Unter den interessierten Augen von Madball-Gitarrist Mitts, der durchs Publikum schlendert, machen Hits wie ‘Friend Or Foe’ richtig Laune, und ‘Gotta Go’ mutiert zum totalen Mitsingmonster. Wo wir gerade beim Mitsingen sind: Da auf keinem Festival Metal mit Gothic so wunderbar zusammenschmilzt wie beim Summer Breeze, rocken sowohl Kuttenträger als auch Schwarzkittel gemeinsam zu den NDH-Stampfern von Eisbrecher. Ob Schlager der Marke ‘Augen unter Null’ oder Dampfhammer wie ‘Verrückt’ – langweilig wird es nie! Warum die Bayern allerdings ‘Miststück’ in einer zwölf Minuten langen Version statt zwei Songs mehr spielen, bleibt ihr Geheimnis.

Ganz anders verhält es sich bei Anthrax: Ein Feuerwerk an Greatest Hits wurde im Vorfeld erwartet – und die Thrasher liefern es ab. Auch ohne ihren verletzten Schlagzeuger Charlie Benante. Die alten Helden sind heute verdammt gut drauf, schmettern Klassiker wie ‘NFL’, ‘Caught In A Mosh’ und ‘Madhouse’ in die Menge, lassen es sich aber auch nicht nehmen, mit ‘In The End’ zwei anderer großer Legenden –Ronnie James Dio und Dimebag Darrell – zu gedenken. Das AC/DC-Cover ‘T.N.T.’ hätten sich die Jungs aber sparen können. Auch Lamb Of God setzen alsdann nicht nur auf Klassiker, sondern fahren stattdessen das volle Programm auf -und zwar in jeglicher Hinsicht. Randy Blythe und Co. gehen keine Sekunde vom Gas und geben von Beginn an alles: ‘Desolation’ zerstört die ersten 66.000 Hirnzellen innerhalb von wenigen Nackenrotationen, und das soll es noch lange nicht gewesen sein: ‘Walk With Me In Hell’ wird zum Motto des Abends, und fast die gesamte Summer Breeze-Fan-Meute hat sich zum Bangdich-ein vor der Main Stage versammelt. Gemeinsam schrauben sich Zehntausende zu Hymnen wie ‘Omerta’ oder dem unsterblichen ‘Redneck’ die letzten Wirbelreste ab.

PARTY STAGE

Das Party Stage-Zelt ist bei den vorherrschenden Außentemperaturen eine gern in Anspruch genommene, weil kühle Alternative. Trotzdem will es nur wenige Hundert Metal-Fans zu Merrimack ziehen – finsterer Black Metal und Corpsepaint-Gesichter auf der Bühne sind am frühen Nachmittag wohl doch eine Spur zu frostig. Im Anschluss können auch Misanthrope keine wirklichen Akzente setzen. Zwar agieren die Franzosen an ihren Instrumenten durchaus engagiert, insgesamt wirkt die Performance aber zu profillos. Da hilft auch die abschließende Champagner-Dusche nichts mehr. Fast zwanzig Stücke in unter 40 Minuten -Rotten Sound bringen die volle Grind-Abrissbirne ins Party-Zelt. Das Publikum erfreut sich an der fachmännischen Zerlegung jedweder Harmonie und malträtiert die Nacken artig zu ‘Salvation’ oder ‘Doomed’. Keine Frage, Finnlands Krachmeister lassen hier wenig anbrennen. Der Weg Einer Freiheit melden sich mit einem Griff nach der heimischen Black Metal-Krone für die ‘Ewigkeit’ an. Deutsche Aggression trifft auf norwegische Melodie und amerikanische Psychedelik. Wenn Nikita Kamprad kreischend den ‘Lichtmensch’ vernichtet, ist die ‘Ruhe’ danach ein ‘Zeichen’. Groß! Firewind hingegen verkommen mehr und mehr zu einer einzigen Gus G.-Show.

Der Ozzy-Gitarrist stellt sein (zweifelsohne erhabenes) Können nur allzu gerne in den Vordergrund, für den Rest seiner Band bleibt oftmals nur die zweite Geige. Abgesehen davon aber eine saubere Leistung der Griechen und eines zu großen Egos. Wie bei einer richtigen Band geht es daraufhin bei Orphaned Land weiter. Zwar müssen Kobi Farhi und seine Crew zunächst unter schlechten Sound-Verhältnissen leiden, doch das bessert sich im Lauf des Sets. Zudem haben die Israelis bei ‘Sapari’ prominente Gastunterstützung mit dabei: Mariangela Demurtas von Tristania beeindruckt sowohl gesanglich als auch mit ihrem roten Kleid. Mit ‘Norra El Norra’ machen Orphaned Land schließlich den Sack zu und räumen die Bühne für Whitechapel, die erst kürzlich das Wacken-Zelt in Stücke gerissen haben. Jetzt werden sie auf das Summer Breeze losgelassen und sind genauso brachial angepisst wie auf dem norddeutschen Acker: Ultratiefe Growls, krasseste Breakdowns, Vollgas von Anfang bis Ende und ein Händchen für genau die richtige Art von Schädelspalter-Riffs lassen die US-Amis den Deathcore-Thron ins Visier nehmen.

Und wie soll man Whitechapel noch toppen? Richtig, mit Madball. Die New Yorker zeigen anhand eines schönen Old School-Sets, wie der “Real American Hardcore” geht: Von ‘Streets Of Hate’ bis ‘Demonstrating My Style’ wird von Jung und Alt alles abgefeiert, als gäbe es kein Morgen mehr, sodass auch Freddy Cricien nicht umhin kommt, wie der namensstiftende Flummi über die Bühne zu toben. Nach diesem Kraftakt setzen Evergreen Terrace weniger auf brachiale Faustgewalt, sondern streuen mehr Grooves und Melodien ein, was vor allem der jüngeren Summer Breeze-Generation mächtig Spaß bereitet. Nach der 2012er-Absage sind die Herren dieses Jahr natürlich doppelt motiviert, die Fans auf ihre Seite zu ziehen – und stimmen für alle, die noch nicht mit ihrem Material vertraut sind, zudem noch zwei Cover an. Dass Marduk nicht alles vernichten, liegt am grottigen Sound. Mortuus rast wie von Sinnen, was auch ein dummer Irrläufer auf der Bühne schmerzhaft zu spüren bekommt. Band-Kopf Morgan bringt seine Gitarre ständig an die Front. Doch all dieser fanatische Einsatz von ‘Serpent Sermon’ über ‘Christraping Black Metal’ bis zu ‘502’ bleibt im Klangmatsch stecken. Die Nachtschicht müssen Nocte Obducta übernehmen. Torsten, Der Unhold ist anfangs nervös, doch nimmt der weiß getünchte Sänger das überraschend volle Zelt mit auf eine opulente schwarze Reise, die nach einleitender ‘Leere’ zu ‘Der Durst in meinen Augen’ führt. Bei Prachtstücken wie ‘Anis’ fällt das Ausharren leicht.

Samstag, 17.8.

PAIN STAGE

Bei Nachtblut macht die Pain Stage ihrem Namen alle Ehre. Schmerz lass nach! Geklaute Riffs, peinliche Texte (“Ich trinke Blut -und es tut mir gut”) und unbeholfenes Stageacting lassen die Frage aufkommen, ob es sich hierbei um ein wissenschaftliches Experiment handelt. Der Andrang bei der anschließenden Autogrammstunde zeigt deutlich, wie groß Arkona mittlerweile geworden sind. Wohlverdient: Die Pagan-Metaller um Frontkriegerin Maria “Mascha” Archipowa holzen sich schroff, archaisch, spirituell und historisch gekleidet durch ihre Stücke. Es geht doch nichts über Authentizität. Mit diversen Songs ihres neuen Albums WINNERS & BOOZERS gehen die Summer Breeze-Veteranen Fiddler’s Green an den Start und sorgen bei ihren Anhängern für ausgelassene Stimmung. Sonne, Folk und Polkapogo sind schließlich eine erprobte Taktik, die auch dieses Jahr wieder voll aufgeht. Nicht nur voll zu ertragen sind daraufhin Knorkator. Bei Deutschlands meister Band der Welt liegen Comedy, Wahnsinn und absoluter Nonsens meist sehr dicht beieinander. Wenn Sänger Stumpen per Luftkugel über dem Publikum “schwebt”, Boney M. und Ace Of Base durch den Fleischwolf gezogen werden oder Wortwitz in derbem Fäkalhumor endet, dann ist das gewiss nicht jedermanns Sache. Vor der Pain Stage beschwert sich allerdings niemand.

Grund zur Klage haben allerdings Ensiferum, die hernach ihren Roadies zum Verwechseln ähnlich sehen. Des Rätsels Lösung: Während die Finnen mit Gassenhauern wie ‘Token Of Time’ die Pain Stage zum Kochen bringen, befindet sich das Equipment der Band noch in den Fängen einer Fluggesellschaft. Kein Wunder, dass sich Air Berlin bei ‘Tale Of Revenge’ über eine persönliche Widmung freuen darf. Grund zur Freude bereiten auch Amorphis, die bei nächtlicher Kühle einmal mehr zeigen, was sie können. Glücklicherweise haben die Finnen ihr Akustikset von Wacken zu Hause gelassen und trumpfen mit Originalversionen ihrer Hits auf, die genau wie neueres Material à la ‘Silver Bride’ oder ‘Hopeless Days’ perfekt dargeboten werden -der Dinkelsbühler Sternenhimmel bietet die perfekte Kulisse für solch wundervolle, mitreißende Melodien. Dark Funeral erzeugen ein Déjà-vu-Erlebnis: Wie vor drei Jahren verabschiedet sich Frontbolide Caligula mit ‘My Funeral’ in den Ruhestand. Doch erst demonstrieren die Schweden vor vollem Feld, wie Black Metal klingen muss. Rasselnd und ruppig wird Satan mit Stahlhämmern wie ‘Open The Gates’ oder ‘Stigmata’ gehuldigt. Die Menge tost, trotz später Stunde.

MAIN STAGE

Die True- und Symphonic Metal-Fraktion startet mit Orden Ogan gut in den letzten Tag des Summer Breeze. Die Fans sind hellwach und feiern ‘We Are Pirates’ und ‘To The End’ ab – manch schräger Ton von der Bühne wird gerne verziehen, die alberne “Fist of fate”-Nummer allerdings nicht. Apropos nicht gewährte Entschuldigung: Rakkatakka, ihr Luschen! Auch dieses Jahr bleibt dem Summer Breeze Van Canto nicht erspart, und während am METAL HAMMER-Stand die Mienen immer länger werden, unterhalten die deutschen A-cappella-Rocker ihre zahlreichen Fans mit eigenen Songs wie ‘The Mission’ und merkwürdigen Interpretationen von Klassikern wie ‘Rebellion’ oder ‘Wishmaster’. Bei Moonspell feiern Jung und Alt gemeinsam ab. Die einen schätzen frische Fetzer wie ‘Alpha Noir’, die anderen freuen sich über Klassiker des Kalibers ‘Opium’. Die Portugiesen laufen zur Hochform auf. Als besonderer optischer wie stimmlicher Leckerbissen liefert sich Sänger Fernando Ribeiro zu ‘Raven Claws’ ein Duett mit Tristanias Mariangela. Der Abgang wird wie gewohnt mit den Gassenhauern ‘Alma Mater’ und ‘Full Moon Madness’ zelebriert. Beifall! Hart geht es danach bei DevilDriver zur Sache. Sänger Dez Fafara und seine Crew legen eine gewaltige Show mit dicker Sound-Wand hin und hätten heute sicher auch etwas mehr Zuspruch verdient. Es mag dem heißesten Tag des Festivals geschuldet sein, dass die Stimmung anfangs etwas verhalten ist. Doch im Lauf der Show kommt immer mehr Bewegung in die Meute vor der Bühne, bis am Ende schließlich alle austicken und die Kalifornier mit stattlichen Circle Pits und wildem Gebange abfeiern.

Diese Atmosphäre kann in der Folge sogar noch gesteigert werden: Hatebreed sind gekommen, um abzuräumen – und tun das auch. Die Fans verwandeln sich in eine wogende und hüpfende Macht, und das Jeff Hanneman-Gedächtnis-Cover ‘Ghosts Of War’ ist eine schöne Geste den alten Ziehvätern gegenüber. Allerdings: Hatebreed brauchen einen vernünftigen Mischer, um Hits wie ‘Destroy Everything’ die passende akustische Durchschlagskraft zu verpassen. Noch sind die Jungs um Jamey Jasta “nur” Co-Headliner auf der Hauptbühne, doch dies wird sich gewiss mit dem Abtreten alter Helden bald ändern. Denn kaum eine Band schafft es, mit dermaßen viel Spielfreude und trotz aller Härte so viele Menschen in ihren Bann zu ziehen. Bei In Flames stimmt dann wieder alles: Der heutige Auftritt markiert nicht nur das Festival-Finale, sondern auch das Ende des gesamten SOUNDS OF A PLAY-GROUND FADING-Tourzyklus’. Und das merkt man den Schweden auch an: Selten hat man den Göteborger Fünfer befreiter erlebt als bei dieser pyrogetränkten Headlinershow. Durstige Fans werden mit reichlich Bier versorgt, ältere Semester mit ‘The Hive’ bedient, und die ersten Reihen mit meterhohen Flammensäulen und Hits wie ‘Cloud Connected’ oder ‘Take This Life’ gegrillt. Denkwürdige Impressionen, die Band und Publikum gleichermaßen mit nach Hause nehmen – von dem obligatorischen ‘My Sweet Shadow’-Feuerwerk ganz zu schweigen.

PARTY STAGE

Die niederländischen Porn Grind-Veteranen Cliteater spielen die größte Show ihrer Rumpeltodkarriere und werden von den Sickos gebührend gefeiert. Klobürsten-Yolonaise,’M.I.L.F. Hunter’ und ‘Eat Clit Or Die’ – noch Fragen? Gute Party! Auf das Goregrind-Geballer folgt eine heftige Ladung Old School-Thrash der Überraschungs-Soundcheck-Sieger unserer Dezemberausgabe 2012: Die schwedischen Totenkopfmaskenträger Dr. Living Dead! müssen leider vor einem mäßig besuchten Party-Zelt aufspielen, zeigen sich davon aber unbeeindruckt und veranstalten gemeinsam mit den Anwesenden ein höllisches Inferno aus Circle Pits und fliegenden Matten. Nach dieser Thrash-Granate zieht gepflegte Schwärze im Zelt auf: Die gecorpsepainteten polnischen Deather Hate spucken ein sattes Pfund Gift und Galle von der Zeltbühne und werden dabei von rund 400 Finsterfreunden rechtmäßig bejubelt. Bei der niederländischen All-Star-Death Metal-Truppe Grand Supreme Blood Court ist dagegen ein wenig die Luft raus aus dem Zelt – der schleppende Tod der “Asphyx mit Freunden”-Bande ist weniger auf Party ausgerichtet, sondern vielmehr auf wütende Hornissen, die sich zum Schwarm formieren und Köpfe aushöhlen. Da hilft nur noch eine große Portion Hits: Pro-Pain spielen so fett auf wie seit locker 18 Jahren nicht mehr. Schreihals Gary Meskil und seine Jungs definieren das Wort Groove neu und drehen Show wie Fans für ein später erscheinendes neues Video mit. Und ‘Make War Not Love’ sorgt natürlich für die erwarteten Kollateralschäden vor der Bühne. Vom Old School-Hardcore zum Old School-Death: Grave machen einmal mehr klar, dass man aus dem Grab nicht in den Himmel gucken kann. Vor allem die Death Metal-Veteranen im Publikum freut das, und so werden in den Frontreihen auch derbe die Haare rotiert.

Für einen perfekten Abend sorgen im Anschluss Enslaved: Erstens: In Sachen Sound sind sie bei den Top drei des Festivals. Zweitens: Musikalisch kann dieser Band kaum jemand das Wasser reichen – das machen die Norweger mit ihrem grandiosen Spagat zwischen Prog Rock und Black Metal auch heute wieder deutlich. Gänsehauthöhepunkte sind ‘Ruun’,’Convoys To Nothingness’ und das finale ‘Isa’.

Tristania sind gekommen, um den Gothic Metal mit ihrem neuen Album DARKEST WHITE am Leben zu erhalten – und setzen diese Mission mit einem kraftvollen Set in die Tat um. Ein volles Zelt erfreut sich an alten Stücken wie ‘Beyond The Veil’, erstklassigen neuen Kompositionen und der wie immer zauberhaften Mariangela Demurtas. In Flames sind vorbei, kaum einer noch wohlauf, aber Architects strotzen vor Stärke! Die überschaubaren Übriggebliebenen im Zelt üben sich in wildesten Verrenkungen oder springen sich mit ausreichend Platz zum grandios grantigen ‘Even If You Win, You’re Still A Rat’ und dem oberfetten Schlusslicht ‘These Colors Don’t Run’ die Beine kaputt, während Sänger Sam Carter auf ganzer Linie brilliert. Primordial demonstrieren eindrucksvoll, wie sehr Nüchternheit auf der Bühne nützt. Die Iren legen trotz Standardprogramms, angefangen mit ‘No Grave Deep Enough’ über den Mitgröler ‘As Rome Burns’ bis hin zum schmerzerfüllten ‘The Coffin Ships’, einen denkwürdigen Auftritt hin, der für frühere Summer Breeze-Gigs entschädigt. Keiner predigt Metal besser als Alan A. “Nemtheanga”. Wie durch ein Wunder füllt sich die Party Stage immer mehr, und Long Distance Calling setzen an zum Gnadenschuss! Mit gemütlich groovendem Post Rock, soundgewaltigen Songs wie ‘Black Paper Planes’ oder ‘Ductus’ fabrizieren die Münsteraner den perfekten Festival-Ausklang.

Das kostet das summer breeze

Drei-Tages-Ticket (inklusive Campen/Parken, zuzüglich VVK): 92 Euro

Tageskarte: 50 Euro

Bier (0,4l): 3,30 Euro

Limo, Cola (0,4l): 3,30 Euro

Wasser (0,4l): 1,50 Euro

Cocktails (0,4l): 7 Euro

Pfand: 1 Euro

Döner: 5 Euro

Veggie-Döner: 5 Euro

Pommes mit Sauce Hollandaise: 4 Euro

Pizzastück: 4 Euro

Flammkuchen: 4,50 Euro

Asianudeln: 5 Euro

Thai-Curry: 6 Euro

PROMIPARADE

FERNANDO RIBEIRO (Moonspell)

Wir haben schon oft auf dem Summer Breeze gespielt und es ist immer wieder toll, ein Teil dieses Ganzen zu sein und zu sehen, wie das Festival wächst. Und dann ist heute auch noch so ein wunderschöner Sommertag. Wahrscheinlich der beste Tag, den ich in Deutschland jemals verbracht habe.

BENNY HILLEKE (Neaera)

Das Summer Breeze kurz zusammengefasst: Megageil! Wir wurden definitiv nicht enttäuscht, weder vom Wetter noch von den Leuten. Unsere Show heute war tatsächlich einer meiner bisherigen Karrierehöhepunkte. Da kann ich schon verstehen, wenn einige Leute sagen, das Summer Breeze wäre ihr Lieblings-Festival – das kann ich nur unterschreiben. Und ich bin leicht angetrunken, da sage ich sowieso immer die Wahrheit.

STEPHAN WEIDNER (Der W)

Ich bin gerade angekommen, habe eine Autogrammstunde gegeben, aber es sieht hier alles nach einem kleinen Wacken aus. Es hat diesen Vibe, so wie Wacken eben früher war. Alles ein bisschen kleiner, die Leute scheinen extrem gut drauf zu sein, und dementsprechend habe ich bisher einen super Eindruck.

JARKKO AALTONEN (Korpiklaani)

Wir haben wirklich verdammt viele lustige Erinnerungen an das Summer Breeze. Solche, an die wir uns auch in 30 Jahren noch erinnern werden. Ohne ins Detail zu gehen, aber einer aus unserer Band wurde hier auch schon mal vom Notarzt abtransportiert, weil es aussah, als würde er sterben. Auf der Korpiklaani-Skala war er aber nur ein bisschen angetrunken. (lacht)

KOBI FARHI (Orphaned Land)

Orphaned Land spielen hier zum dritten Mal. Es war schon immer ein tolles Festival, aber es ist auch schön zu sehen, dass es weiter wächst und gedeiht. Hierher kommen Leute aus der ganzen Welt, sogar aus unserer Heimat Israel. Man kann förmlich sehen, wie die Metal Community zusammenrückt. Mir kommt es so vor, als würde hier immer die Sonne scheinen.

MATHIAS “VRETH” LILLMÅNS (Finntroll)

Wir freuen uns jedes Mal, hierher zurückzukehren. Für mich hat es die perfekte Größe. Das Bier ist billig, und die Atmosphäre sehr entspannt. Außerdem war es eines der ersten Festivals, die ich überhaupt mit Finntroll gespielt habe. Und natürlich wollte ich ganz Rockstar-like noch einen Fernseher aus dem Hotelzimmer schmeißen. Der hat aber irgendwie nicht durch das Fenster gepasst, also habe ich stattdessen einfach die Fernbedienung rausgeschmissen. (lacht)

FRANK JOOSS (Fiddler’s Green)

Wir haben hier vor drei Jahren zum ersten Mal gespielt, schon damals fand ich es gut. Dieses Jahr hat aber alles getoppt. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Leute, die hierher kommen, eine unglaubliche Energie und Power haben. Wir spielten am dritten Tag in der prallen Hitze, und das Publikum hat im wahrsten Sinn des Wortes die Sau rausgelassen.

BJØRN “SPEED” STRID (Soilwork)

Wir haben erst vor einer Stunde gespielt und hatten eine Menge Spaß. Es waren wirklich verdammt viele Leute da und es war, glaube ich, unsere bisher beste Show auf dem Summer Breeze. Das Wetter ist toll. Ich hoffe, dass das Festival auch den Leuten gefallen hat. Cheers!

TOMI KOIVUSAARI (Amorphis)

Das Summer Breeze ist einfach ein sehr angenehmes Festival, wir haben hier schon mindestens sechs oder sieben Mal gespielt. Es ist hier zwar immer ziemlich heiß, die Atmosphäre dafür umso gelassener.

THE BONES

Es ist wirklich toll, hier zu sein, wir hatten bisher einen super Tag und sind auch schon ein bisschen betrunken. Es ist einfach nur der Wahnsinn hier. Wir haben schon vor ein paar Jahren auf dem Breeze gespielt und hatten riesigen Spaß. Heute war es sogar noch besser. Vielen Dank, dass wir hier sein dürfen. Die Leute hier sind wirkliche “true”.

SASCHA RISSLING (Der Weg einer Freiheit)

Wir kommen hierher, seit wir 15 Jahre alt sind. Vor zwei Jahren haben wir dann auch zum ersten Mal hier gespielt. Für uns ist es jedes Jahr wie ein Klassentreffen. Es kommt stets eine bunte Mischung an Bands zusammen, und das merkt man dann auch beim Publikum. Trotz der vielen Leute herrscht aber immer noch eine sehr familiäre Atmosphäre.

ATTILA DORN (Powerwolf)

Es ist verdammt sonnig hier. Auf dem Summer Breeze ist alles ein bisschen kompakter. Es ist nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Wir haben vor zwei, drei Jahren im vollen Zelt gespielt, und während jener Show wurde es nur noch voller. Die Stimmung war damals wirklich der Wahnsinn. Heute Nacht zu spielen, wird hoffentlich auch wieder etwas ganz Besonderes.

Camel Stage

Auf dem Weg zum Zelt passiert das Festival-Volk wie üblich die Camel Stage, auf der diverse Combos kurzweilig bis anstrengend unterhalten. Der Donnerstag bietet einen Mix aus netten Cover-Versionen von Ski King über hohe Schreie und Glitzer von Tragedy aus New York, die zum ersten Mal in Deutschland spielen, bis hin zu ausgelassener Party-Stimmung bei Honigdieb. Am Freitag stellt das Duo Das Niveau ein Highlight dar, aber auch der Rockabilly-Trucker-Mix von Bob Wayne und die Feiermelodien von Gasmac Gilmore ziehen überraschend viele Leute vor die Minibühne. Das gelingt am Samstag auch Comedian Bembers, der mit einer Maske gegen steigende Popularität ankämpft und über das Rauchen in Flugzeugen sowie Pickel zwischen Sendemast und Funkloch spricht. Gejohle allerorten. Gelungene Instrumental-Cover von Vkgoeswild, etwas unspektakuläre Country-Klänge von Eddie Spaghetti und die abgefahrene Volksmusik-Metal-Mischung von Volksmetal beschließen das diesjährige Raucherprogramm.

VOLKES STIMME

SEBASTIAN GIEHL (24), Mathematik-Lehramtsstudent aus Würzburg

“Ich liebe das Summer Breeze, da es nicht zu groß ist, dass es familiär bleibt, vor der Haustür liegt und weil die musikalische Bandbreite so toll ist. Sogar lokale Bands ohne Label-Vertrag dürfen auftreten. Am besten waren Haggard mit jeder Menge Musikern, Madball, und überraschend: Fiddler’s Green.”

TATJANA SCHMIDT (20), ERIC ROHLEDER (23), Vollzeitmama und Werkzeugmechaniker aus Meerane

“Wir haben nicht erwartet, dass Van Canto live so geil sind. Auch nicht, dass Saltatio Mortis-Sänger Alea der Bescheidene stagedivet und dabei noch singt! Schön ist am Summer Breeze, dass es nur in der Szene bekannt ist, also keine Metal-Touristen anzieht und so friedlich und harmonisch abläuft.”

GELI HESSE (26), ELLI KINDLER (30), Steuerfachwirtin und Erzieherin aus Berlin

“Sabaton kannten wir vorher gar nicht, wir wurden wirklich von ihnen überrascht. Auf Long Distance Calling freuen wir uns noch. Campen beim Summer Breeze ist superlustig: Wasserbomben-Battles oder Ü30-Partys mit ausgiebiger Wodka-Verkostung.”

PAULA SPRÖDEFELD (21), Studentin der Kunstgeschichte und Medienwissenschaften aus Nürnberg

“Dieses Jahr sind beim Summer Breeze sowohl Sonne als auch Stimmung super! Lamb Of God waren besser als sonst, In Flames und Hatebreed habe ich zum ersten Mal gesehen. Whitechapel waren auch fett, selbst wenn der Sound im Zelt scheiße ist. Cult Of Luna sind aber mein absoluter Favorit mit krasser Lightshow, ich habe fast geweint.”

KATRIN LANG (18) aus Erlangen

Sie lebte bis vor Kurzem noch in Spanien und ist das erste Mal beim Summer Breeze. Eine Woche zuvor hatte sie bei einer LARP-Convention extrem viel Pech, als sie von einer Meute von zwanzig Leuten über den Haufen gerannt wurde. An ihrem Plan, zum Summer Breeze zu kommen, konnte selbst das nichts ändern, wofür dem tapferen Mädel samt ihrer fürsorglichen Begleitung höchster Respekt gebührt. Katrin ist in erster Linie wegen den Bands hier, allen voran Fear Factory, In Flames, Soilwork und Sabaton. Ihr gefällt vor allem die Atmosphäre, aber die Distanzen zwischen den Bühnen sind für die aktuell an den Rollstuhl Gefesselte nicht ganz ohne. Nächstes Jahr wird sie definitiv wieder am Start sein – komme, was wolle. Wir sind der Meinung: Katrin ist Maximum Metal!

NEW BLOOD AWARD

Der New Blood Award winkt 2013 erstmals mit einem Plattenvertrag. Walking Dead On Broadway eröffnen den Reigen der Bewerber darum. Doch mit stumpfem Deathcore hinterlassen die fünf Leipziger kaum Eindruck. Auch die Hamburger Aeons Confer kommen trotz schwarzer Lederkluft und melodischem Todeshacken kaum weiter. Stormborn kopieren schamlos Iron Maiden, aber das können die Engländer sehr gut. Auch die Kieler Divide überzeugen mit hochfrequentem Todesflirren. Dahaca aus Polen bringen zwar viel Groove mit, bleiben aber zu statisch. Die Lokalmatadore May The Silence Fail haben im Stil von Eths mit zwei Sängerinnen zwar beim Publikum und in Sachen Originalität die Nase klar vorn, aber die Jury wählt Stormborn. Das Niveau des Wacken Metal Battle erreicht der New Blood Award leider nicht.

Veranstalter-interview

RALF NÜSSER (LEITER FESTIVALPRODUKTION):

“Wir machen das Festival nicht wegen der schnellen Mark.”

Die gesamte METAL HAMMER-Mannschaft hat das diesjährige Summer Breeze genossen. Was für eine Bilanz zieht ihr – auch im Vergleich zur Jubiläumsauflage von 2012?

Ich glaube, ich spreche für das gesamte Team, wenn ich sage: Die Auflage von 2013 war das für uns beste und auch beeindruckendste Summer Breeze bisher. Ich persönlich habe bei In Flames an und auf der Bühne gestanden – Atmosphäre, Lautstärke, der Geruch von Pyros in der Luft: DAS ist es, wofür wir ein Jahr lang gearbeitet haben. Das ist die Magie eines Festivals. Der totale Hammer. Und bis dorthin hat bei uns alles prima geklappt, sodass man den Moment auch genießen konnte.

Das Summer Breeze war erneut ausverkauft – wie viele Besucher sind vor Ort gewesen? Und wie viele Personen haben auf dem Gelände gearbeitet?

Es waren 35.000 Zahlende auf dem Gelände. Dann noch rund 350 Leute, die direkt für uns arbeiten plus zig Personen, die von den Dienstleistern vor Ort angeheuert waren. Hinzu kommen all die Menschen, die am Auf- und Abbau beteiligt waren.

Während des Summer Breeze-Wochenendes fanden dieses Jahr noch viele weitere Festivals statt, unter anderem Rock ‘n’Heim, Rock im Pott, Elbriot und Highfield – das Summer Breeze war dennoch ausverkauft. Was sind für euch die Alleinstellungsmerkmale des Summer Breeze, die den Erfolg im Vergleich zur Konkurrenz ausmachen?

Zum einen sind wir eine gewachsene Größe. Den Fans ist klar, dass wir sie nicht abzocken und es auch nicht wegen der schnellen Mark machen. Zum anderen ist trotz der Größe noch die alte Atmosphäre zu spüren. Es ist immer noch ein Schuss Abtsgmünd zugegen. Wir versuchen, das zu halten, aber es ist nicht einfach. Mit dem Wachsen des Festivals ist dies eine zusätzliche Herausforderung geworden. Außerdem bedienen wir eine umfangreiche musikalische Spannweite und sind mit 92 Euro Eintritt von den großen Festivals immer noch eines der preiswerten. Die steigenden Preise allerorten machen es uns auch nicht leicht. Aber selbst, wenn wir die 100-Euro-Grenze erreichen: Überteuert wäre das Summer Breeze damit noch lange nicht.

Befürchtet ihr, dass sich die Festival-Gänger angesichts des Überangebots irgendwann übersättigt fühlen? Oder dass einige Besucher zu anderen Festivals abwandern?

Bei 35.000 Zuschauern gibt es immer sehr unterschiedliche Meinungen zur Sache. Der eine fühlt sich bemüßigt, zu gehen, ein anderer kommt dazu. Man muss die Wünsche des Publikums aber ernst nehmen und darf nicht leichtsinnig werden! Das Überangebot ist bestimmt ein Problem. Aber, wie erwähnt: Wir sind in diesem Bereich eine gewachsene und glaubwürdige Größe und haben definitiv unsere Daseinsberechtigung.

Die ersten Bands für das Summer Breeze 2014 habt ihr mit HEAVEN SHALL BURN, CHILDREN OF BODOM, BEHE-MOTH, HYPOCRISY, WINTERSUN, ARCH ENEMY, CALIBAN und J.B.O. bereits eingetütet. Wollt oder könnt ihr uns schon weitere Acts verraten?

Nein! Wir arbeiten gerade an weiteren Engagements und werden wie gewohnt im Lauf der nächsten Wochen und Monate weitere Acts bekannt geben.

Zum Abschluss noch ein kleiner Blick auf die Konkurrenz: Das nächstjährige Wacken Open Air war nicht einmal drei Tage nach der diesjährigen Veranstaltung ausverkauft. Wie nehmt ihr solche Erfolgsmeldungen zur Kenntnis: mit ein klein wenig Neid, heruntergeklapptem Kiefer oder purem Staunen?

Es waren nicht mal zwei Tage! Ich glaube, das W:O:A ist ein Phänomen. Die ständigen Vergleiche kommen immer von anderen. Entsprechend gibt es bei uns keinen Neid. Beeindruckend ist das aber schon. Wir gönnen Holger den Erfolg. Er gönnt uns unseren ja auch. Dafür haben wir besseres Wetter. (lacht)

Tops und Flops der Redaktion

THORSTEN ZAHN

TOP: Beste Crew, bestes Wetter, beste Orga, beste Secu, beste Nachbarn (metal.de). Das vielleicht beste Summer Breeze, das ich erleben durfte. Hut ab. Lachflash dank Feuerschwanz: “Met-Notstand im Märchenland.” Cult Of Luna, Dr. Living Dead!, Enslaved, In Flames.

FLOP: Summer-Breeze vorbei, Open Air-Saison vorbei.

ENRICO AHLIG

TOP: Alestorm (beste Stimmung des Festivals – famos!), Primordial (Gänsehaut), Dying Fetus – und Kollege Strater bei Dying Fetus. Das Publikum verhält sich nicht so pubertär wie in den Vorjahren – und feiert bei bestem Wetter alles ab!

FLOP: Der W liefert eine blutleere Performance ab und Sabaton leiden unter schlechtem Sound (sowie einem übermotivierten Drummer). Organisatorisch gibt es nichts zu meckern.

LOTHAR GERBER

TOP: Feuerschwanz, Salatio Mortis und Nachtblut verpasst. Moonspell. Amorphis. Primordial. In Flames. Das schnuckeligbeschauliche Dinkelsbühl. Heaven Shall Burn schreiben Autogramme am METAL HAMMER-Stand, obwohl sie gar nicht auftreten. Fahrtbeschallung mit den herrlich stumpfen Grober Knüppel.

FLOP: Sabaton und Powerwolf verpasst. Anthrax haben es nötig, AC/DC zu covern.

MARCO GÖTZ

TOP: Shuttleservice für den komatösen Mikael Stanne, super entspannte Festival-Atmosphäre, Pipi im Auge bei Sólstafir, Amorphis und In Flames.

FLOP: Scott “fününü” Ian, unheimliche Stimmen aus dem Herbergsbüro, grenzwertige musikalische Unterhaltung im Van, Autounfall Feuerschwanz, Cult Of Luna verpennt.

VINCENT GRUNDKE

TOP: Cult Of Luna schicken mich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens, atemberaubende Architects, krustige Kadavar, dreckige Deserted Fear, Neaera sowieso immer wieder und derbste Cliteater! The Mighty Zwiebel veranlasst sicke Walls Of Death vor dem METAL HAMMER-Stand, Toto does the Karpfen (wichtigster Dancemove), Party mit Hammercult, Brust am Tisch.

FLOP: Dass es endete. So ein urgemütliches Festival, daran können selbst Van Canto und Scheuerwanst wenig rütteln; nur das Gatter vor der Camel Stage mit dem Motto: “Nur für Erwachsene!”

SEBASTIAN KESSLER

TOP: Wie immer In Flames. Sabaton schaffen es trotz verlorener Instrumente auf die Bühne. Tiamat, Amorphis und Moonspell zaubern Düsterstimmung der schönsten Art. Grober Knüppel sorgen für Fahrspaß. Zivi-Zwiebel rettet die Igelfamilie. Team, Bands und Fans rocken den METAL HAMMER-Stand. Cultus Ferox verpasst.

FLOP: Cult Of Luna verpasst. Die WLAN- und Mobilfunkabdeckung auf dem Gelände: Ich kann so nicht arbeiten!

GERNOT KREBS

TOP: Die von MC Zwiebel initiierte Wall Of Death vor dem METAL HAMMER-Stand. Hatebreed versohlen alle. Feuerschwanz verpasst.

FLOP: Nachtblut – nicht nur, weil am Morgen, sondern weil Nachtblut. Van Canto ist eine akustische Foltermethode. Aus Berlin ist’s ganz schön weit hierher, aber das kann man dem Festival kaum vorwerfen.

KAI KRINGS

TOP: Cult Of Luna waren der Wahnsinn! Grave, Destruction, Necrophobic, Deserted Fear, Climbing-Zwiebel-On-The-Roof-Of-METAL-HAMMER-Headquarter, ein weiteres Mal die beste Stand-Crew, wo gibt! Die metal.de-Truppe. Soundtrack der nächtlichen Fahrten zum Hotel: Grober Knüppel ‘Mit Vollgas an die Wand’ – immer und immer wieder. Camel-Lounge +Weed +die besten Dudes = herrlich.

FLOP: Revel In Flesh verpasst, zu viel Tralala und Dudelsack.

MANUEL LIEBLER

TOP: Die Organisation, das ausgewogene Billing, Spaßgetränke und die “normfreie” Fressmeile. In Sachen Bands würde ich euch Amorphis, Der W, Evocation, Letzte Instanz oder Gasmac Gilmore ans Herz legen.

FLOP: Bands mit Haltbarkeitsdatum und Hoffnungsträger ohne Potenzial. Namen gibt es keine, denn wenn mir ein Shirt nicht gefällt, renne ich auch nicht durch die Einkaufsstraße und erzähle jedem davon. Außerdem: Alle Egons und die “S”-Taste!

KATRIN RIEDL

TOP: Dauerhailen bei Sabaton, Mosh-Alarm bei Evocation und In Flames, Kuschelatmosphäre bei Amorphis und Tiamat. Wiedersehen mit der METAL HAMMER-Familie, das gesamte Team. Handbrot und Falafel. Gunnar hasst so herrlich. Das Damentrio Schnürwanst aus Hamburg. Einzelne Songs von Grober Knüppel.

FLOP: Sólstafir und Primordial verpasst. Van Canto und Feuerschwanz am frühen Morgen. Bis auf die Gänge zu den nötigen Bands nicht aufs Gelände getraut. Grober Knüppel in Endlosschleife.

MARCEL RUDOLETZKY

TOP: Die vielen bekannten Gesichter. Perfekte Organisation. Primordial dominieren. Cult Of Luna: bestes Licht des Festivals. Sólstafir, Enslaved und Grave extrem fett, Tiamat magisch. Madball: energiegeladen.

FLOP: Viel zu viele unterdurchschnittliche, teils sogar unterirdische Bands auf den beiden großen Bühnen.

GUNNAR SAUERMANN

TOP: Sólstafir (überragend), Primordial (fantastisch), Enslaved (groß), Moonspell, Winterfylleth, Dark Funeral, Nocte Obducta. Handbrot für meinen Magen. Von den tollen Grabenschlampen können andere Securitys lernen.

FLOP: Mehr Black Metal geht immer. Amorphis zeitgleich mit Enslaved. Sound-Dreck bei Marduk. Feuerschwanz: Schlüpferstümer-Textniveau. Van Canto: nervtötend.

PETRA SCHURER

TOP: Enslaved als persönliches musikalisches Highlight. Beste Unterhaltung auf der und rund um die Camel Stage. Klasse Wetter, überall freundliche Stimmung. Preisgünstiges Wasser, bei dieser Hitze hochwillkommen.

FLOP: Bei einigen Futterständen haben zwar die Preise angezogen, aber die Qualität hat stark nachgelassen. Nicht alle Bands können ihr Talent voll ausspielen.

BJÖRN SPRINGORUM

TOP: Sólstafir, Tiamat, In Flames, End Of Green. Das beste Wetter der Saison, der beste METAL HAMMER-Stand aller Zeiten, Prosecco zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

FLOP: Zu viele Kollegen nicht getroffen, dreiste Taxifahrer, häufig schlechter Sound.

THOMAS STRATER

TOP: Alle Mitarbeiter, Fans und die METAL HAMMER-Schmutz-Crew des Todes. Dying Fetus, Neaera, Walls Of Jericho, Whitechapel, Madball, Der Weg Einer Freiheit, Pro-Pain, John & Lorne aus Kanada.

FLOP: Exodus, Nasty und Grave verpasst, Karate-Opfer bei Whitechapel (da hat es nicht nur Beifall geklatscht).

TOBIAS ZWIEBEL

TOP: Haggard. Destruction. Whitechapel reißen die Party Stage ab. Die Stimmung am METAL HAMMER-Stand. Hello Kitty begeistert jung und alt. Chorgesänge zu Grober Knüppel im METAL HAMMER-Mobil.

FLOP: Zu wenig Grober Knüppel auf Autofahrten und am Stand. Teilweise grottiger Sound vor der Main Stage.

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