Gladenfold NEMESIS

Epic Metal, Reaper/Warner (11 Songs / VÖ: 29.4.)

3.5/ 7
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Gladenfold sind (noch) nicht gerade das, was die Metal-Welt als „Meister ihres Fachs“ bezeichnen würde. Und doch: Im Vergleich zur Vorgängerplatte WHEN GODS DESCEND (2019) hat das finnische Sextett merklich an sich gearbeitet. Zwar wirkt der Sound an vielen Stellen noch sehr überladen und klingt etwas zusammengequetscht – doch auf seltsame Weise macht NEMESIS streckenweise sogar Spaß (‘Solitude’s Bane’). Wenn also nicht gerade zig Soundlayer übereinander­gelegt worden sind, sondern eine gewisse Melodie­struktur erkennbar ist wie beispielsweise im balladesken ‘Saraste’, hören sich Gladenfold recht angenehm an. Außerdem weicht die Überforderung in der zweiten Hälfte des Albums glücklicherweise ein wenig. Beim ebenfalls recht langsamen ‘Tapestry Of Creation’ zeigt Vokalist Esko Itälä zudem, was er in den ruhigen, tiefen Stimmlagen kann.

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Generell ist an der stimmlichen Darbietung nichts auszusetzen. Weniger ist aber doch manchmal mehr: Ein gewisses Können ist deutlich erkennbar, denn die Zusammensetzung aus Melodic Death und Power Metal-Elementen ist im Ansatz recht vielversprechend. Dennoch wäre es schön, irgendwann ein gesundes Mittelmaß zu finden und eben nicht zu viel auf einmal zu wollen. Epic Metal hin oder her – Überforderung mag niemand. Das dritte Studioalbum der Herren aus Turku ist demnach nur in Häppchen zu genießen, da sonst wahrscheinlich eine akustische Reizüberflutung droht. Freunde der musikalischen Super-Epik könnten aber durchaus Gefallen an NEMESIS finden.

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