Saturnus Saturn In Ascension

Doom Metal, Cyclone Empire/Soulfood 9 Songs / 77:05 Min.

6.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

Das Schönste an den Winterausgaben ist, dass aufgrund der geringen Veröffentlichungsdichte auch mal Bands, die nicht zu den üblichen Siegverdächtigen zählen, eine Chance auf den Soundcheck-Gewinn haben. Der Sieg von Saturnus ist jedoch nicht allein darauf zurückzuführen, dass die Konkurrenz vergleichsweise schwach ist. Nein, die Dänen haben sich ihr Gold redlich verdient. Denn beim Hören dieser intensiven, kraftvollen Death Doom-Platte stellt sich bei mir eine Gänsehaut ein – und die ist nicht bibbernder, sondern durchweg wohliger Natur.

Und ich frage mich: Wie schafft es eine Band, ein solches Album im Sommer einzuspielen? Denn während wir uns jetzt, inmitten der Frostzeit, darüber freuen können, dass jemand den perfekten Soundtrack zum grimmigen Eiswetter gezimmert hat, mussten Saturnus die warmen Monate damit verbringen, sich bei strahlendem Sonnenschein in Moll-Laune zu versetzen. Dass den Dänen dieses Kunststück gelungen ist, beweisen zwei Dinge. Erstens: Wir haben es hier, etwas anderes ist nach über zwanzig Jahren Karriere auch nicht zu erwarten, mit echten Profis zu tun. Und, viel wichtiger: Sie meinen es verdammt ernst.

Dies sorgt dafür, dass SATURN IN ASCENSION nicht bloß ein Manifest der Tristesse ist – Saturnus lassen ihr Death Doom-Grau in den unterschiedlichsten Klangfarben schillern. Die Akustikballade ‘A Lonely Passage’ etwa demonstriert Zerbrechlichkeit in ihrer pursten Form, während ‘Forest Of Insomnia’ wie ein Lavastrom alles Menschliche zermalmt. Herzstück des Albums ist jedoch ‘Between’, ein elfminütiges Epos, das alle Emotionen, die SATURN IN ASCENSION hervorruft, noch einmal verdichtet auf den Punkt bringt: Verzweiflung, Einsamkeit, Trauer und auch Wut.

Dass keines der vier Gefühle die Oberhand gewinnt und damit den Hörer niedergeschlagen zurücklässt, sondern man sich nach diesen 77 aufwühlenden Minuten sogar in gelöster Stimmung von seinem Platz erheben kann und einen Funken Hoffnung in sich trägt, ist sicher mit das schönste Kompliment, das man dieser Art von Musik machen kann.

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