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The Devilʼs Blood The Thousandfold Epicentre

Ván/Soulfood 11.11.2011 (11 Songs / 72 Min.)

7/ 7
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Foto: Van Records

Satanische Botschaften hin, esoterischer Okkult-Kult her: Für einen Moment sollten wir das Brimborium aus Weihrauch, Kerzen und Blut ignorieren. Diese Elemente sind zwar wesentlicher Bestandteil der Auftritte von The Devilʼs Blood, aber ohne musikalische Basis bleiben sie nur Dekoration. Das Wichtigste sind gute Songs, die Show kommt erst danach. Deshalb nähern wir uns ihrem zweiten Album THE THOUSANDFOLD EPICENTRE allein mit den Ohren, und es dauert nur Sekunden, bis der Opener ‘On The Wings Of Gloria’ die volle Aufmerksamkeit fordert.

Das liegt vor allem an der außergewöhnlichen Stimme von Farida Lemouchi, deren warme Klangfarbe meilenweit vom gängigen Operetten-Pomp entfernt agiert. Ihre Geschichten aus der Finsternis werden vom dreifachen Gitarrendonner getragen, und noch während das Hirn den süßen Melodien folgt, ziehen Bass und Drums das Tempo an und treiben den Song zu einem fiebrigen Höhepunkt. Klingt nach Sex? Irgendwie schon, denn wie bei der Vereinigung zweier Körper fügen The Devilʼs Blood die Einzelteile aus Komposition und Interpretation gekonnt zusammen. So entsteht eine energiegeladene Atmosphäre, die durch spacige Sounds von alten Synthesizern und Pianos verstärkt wird.

Bei aller Sympathie für diese psychedelischen Spielereien: Der Hauptbestandteil der Songs bleiben weiterhin schneidende Gitarren, brillante Soli und peitschende Drums. Lupenreiner Hard Rock also, der mit liebevollen Details fasziniert. Da ist die schwere Orgel auf dem schnipsenden Beat von ‘Fire Burning’, oder das hypnotisierende ‘The Madness Of Serpents’, welches als roter Teppich für die 15-minütige Beschwörungshymne ‘Feverdance’ dient. Über allem thront das Titelstück mit seinem sakralen Orchester-Intro, dem mehrstimmigen Chorus und den feurigen Gitarrenläufen. Ein weiterer Höhepunkt ist das zunächst federleichte ‘Cruel Lover’, welches sich mit der Dynamik einer spontanen Jam-Session steigert, um zum Finale von einer Stromschnelle zur nächsten zu jagen. Dieses Album stellt ein in sich geschlossenes Werk dar, dessen Songs zueinander gehören und einem strukturierten Aufbau folgen. Schon deshalb wird THE THOUSANDFOLD EPICENTRE seinen Zauber kaum im Shuffle- oder Skip-Modus entfalten: Es zwingt zum Zuhören. Abgerundet wird das Erlebnis durch ein opulentes Artwork, welches zu jedem einzelnen Stück ein individuelles, psychedelisches Gemälde mit grafisch integrierten Texten beinhaltet.

Sicher, das rockende Rad erfinden auch The Devilʼs Blood nicht neu. Dazu ist die musikalische Nähe zu den atemlosen Saiteneskapaden von Jimi Hendrix oder den Harmonien der frühen Jefferson Airplane mehr als offensichtlich. Doch statt sich bei den Fans mit netten Liedchen oder simplem Retro-Gedröhne einzuschmeicheln, fahren die Holländer einen Frontalangriff auf unsere Synapsen. Diese beinahe schmerzhafte Kompromisslosigkeit macht The Devilʼs Blood zu den außergewöhnlichsten Vertretern der immer größer werdenden Welle selbsternannter Okkult-Rocker. Der Planet Metal ist voll mit klischeetriefenden Kapellen, die uns unter Zuhilfenahme von Trinkhörnern, Titten oder totem Fleisch das Schwarze vom Himmel versprechen. Um auf die eingangs erwähnten Showelemente zurückzukommen: Schon 1988 skandierten die HipHop-Vordenker Public Enemy, dass man keinem Hype glauben soll. Denn der Kern von allem bleibt aufregende und außergewöhnliche Musik. Um diese Magie zu entdecken, bietet der bunt schillernde und zugleich beklemmend schwarze Trip von The Devilʼs Blood den perfekten Einstieg.

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