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Schnellschuss

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Quantität statt Qualität?

Liebe Hammer Redaktion,

vom neuen Wintersun-Album mag man ja halten, was man möchte. Was mich aber verärgert, ist die Tatsache, wie das Album letzten Endes veröffentlicht wurde: Seit der Ankündigung von den Arbeiten am neuen Album sind mittlerweile sechs Jahre vergangen und es gab viele Umstände, die das Vorankommen verzögerten. Umso ärgerlicher finde ich es, dass wenige Monate vor dem Release angekündigt wurde, dass das Album in zwei Teile gesplittet werden soll. Begründet wurde dies von Nuclear Blast mit der Komplexität des Materials oder der Gesamtspielzeit von etwas über 80 Minuten. Zu allem Überfluss wurden diese Ankündigungen im Namen von Wintersun veröffentlicht, obwohl sich mittlerweile herausstellte, dass Jari selbst niemals vorhatte, das Album in Stücke aufzuteilen.

Zu dieser fadenscheinigen Begründung lässt sich Folgendes sagen: Was die Komplexität angeht, würde ich gerne selbst entscheiden, was ich meinen Ohren zutrauen kann und ab wann mir ein Album zu viel ist. Und in diesem Fall wirkt Time I leider extrem unvollständig und kurz – nicht nur für mich, wie auf vielen Diskussionsplattformen zu lesen ist.

Das “Problem” mit der Spielzeit hätte man durch eine Vorab-EP oder das Weglassen eines Instrumentalstücks sicherlich eleganter lösen können. Mittlerweile kristallisierte sich auch heraus, dass noch nicht mal alle Stücke aufgenommen worden sind. Das Argument, man hätte die Fans nicht noch länger warten lassen wollen, finde ich vor dem Hintergrund der langen Wartezeit geradezu lächerlich. Auf ein halbes Jahr mehr wäre es hier auch nicht mehr angekommen. Stattdessen setzt man den Hörern nun zweimal 40 Minuten für mindestens 15 Euro vor und verkauft das auch noch als fan-freundliches Entgegenkommen. Sorry, aber das war meiner Ansicht nach ein Schnellschuss, der der Qualität der Musik eigentlich nicht gerecht wird. Entweder gab es schlechte Kommunikation zwischen Band und Label, oder man wollte mit der Veröffentlichung schlicht mehr Geld rausschlagen. Zumindest eines von beidem muss sich Nuclear Blast in diesem Fall vorwerfen lassen.

Grüße,

Andy (per Mail)

Sauerei!

Hallo,

ich bin 49 Jahre alt und seit 35 Jahren Deep Purple-Fan. Da ich in Köln arbeite, war das Konzert am 15.11. in der Lanxess-Arena in Köln-Deutz der perfekte Anlass, meine Helden wieder einmal live zu erleben. Also, Kumpels einladen, Karten besorgen, und auf zum Konzert. Deep Purple haben dann auch fast zwei Stunden voll abgerockt. Eigentlich könnte ich also total happy sein, wenn es da nicht einen ganz miesen Beigeschmack gäbe. Als Vorgruppe beziehungsweise “Very Special Guest” traten Edguy auf. Was ich über Edguy weiß: Deutsche Metal-Band aus Fulda, existiert seit 20 Jahren, hat Wacken gerockt, kam gerade von einer Südamerika-Tour und geht jetzt mit Deep Purple auf Tour. Zur Vorbereitung auf das Konzert habe ich mir das aktuelle Album AGE OF THE JOKER gekauft und war total begeistert. Na, wenn das kein toller Supportact wird. Leider war es nicht so. Der Sound der Band kam offensichtlich stark gedrosselt rüber, sodass irgendwie kein echtes Konzert-Feeling aufkam, obwohl sich die Band nach Leibeskräften mühte. Dies machte sich auf die Stimmung im Publikum so negativ bemerkbar, dass sich die Begeisterung merklich in Grenzen hielt. Sehr zum Unmut der Band, die aber eigentlich kaum eine Mitschuld traf. Okay, Tobias Sammet hätte nicht ständig darauf hinweisen müssen, dass danach Deep Purple auftreten. Aber seine Verärgerung über die nicht aufkommende Stimmung war klar zu spüren und auch nachvollziehbar. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon schlimmste Befürchtungen, was den nachfolgenden Deep Purple-Auftritt anging. Aber zu meiner großen Überraschung war dieser nahezu perfekt. Die Musik war deutlich lauter, die Anlage sehr viel besser ausgesteuert, und auch die Videowürfel funktionierten plötzlich. Wie war das möglich? Offensichtlich wurden Edguy komplett verarscht. Sie wurden mit Anlauf gegen die Pumpe geklatscht. Was für eine Riesensauerei. Wenn man keinen Support haben will, dann soll man doch bitte alleine auftreten. Wie soll der Supportact die Stimmung anheizen, wenn man ihn künstlich runterdrosselt? Als langjähriger Musik-Fan fühle ich mich um mein Eintrittsgeld betrogen, wenn man mir nur die halbe Show gönnt.

Gewiss, das Thema ist nicht neu, und auch das Deep Purple-Management wird immer wieder mit solchen Machenschaften in Verbindung gebracht. Aber wenn das der einzige Weg ist, um meine Helden live zu erleben, dann verzichte ich lieber.

Auf diesem Weg möchte ich mich mit der Band Edguy und deren Fans solidarisch erklären und öffentlich gegen diesen Betrug Stimmung machen. So eine Sauerei hat diese großartige Band nicht verdient.

Rock on, Edguy!!

Hans-Dieter (per Mail)

Sehr problematisch

Liebe Metal Hammer-Redaktion,

da mich die Indizierung der letzten Veröffentlichung von Steel Panther aufgeregt hat, habe ich die Bundesprüfstelle darum gebeten, mir eine Begründung für ihre Einstufung mitzuteilen. Anbei die Antwort, die ihr aus meiner Sicht gerne verwenden könnt (oder auch nicht):

m/

Sven Zell (per Mail)

Sehr geehrter Herr Zell,

vielen Dank für Ihr Interesse! […] Die Bundesprüfstelle wird nicht von sich aus tätig, sondern die Einleitung eines Indizierungsverfahrens hängt davon ab, ob eine andere Behörde […] einen Antrag […] auf Indizierung hinsichtlich eines bestimmten Trägermediums […] bei der BPjM stellt. Die BPjM sichtet also nicht den Markt und nimmt sich irgendwelche Bands bewusst vor, sondern die Aufforderung dazu kommt sozusagen aus der Mitte der Gesellschaft, da die anderen Behörden in der Regel auf Hinweise aus der Bevölkerung reagieren. […] Da es um Jugendschutz geht, ist immer auf die Gefährdung Minderjähriger abzustellen, gerade auch solcher, die möglicherweise besonders anfällig sind für eine Gefährdung im Sinne einer sogenannten “sozialethischen Desorientierung”. Von daher geht es nicht um die Verurteilung der Fans oder das Absprechen derer sozialen Kompetenz, sondern ganz im Gegenteil wird die Gefährdung erst ersichtlich, wenn man sich die Kinder und Jugendlichen vorstellt, die zur Interpretation der Texte nicht in der Lage sind. […] Bei ihrer Entscheidung haben die Gremiumsmitglieder sehr genau zwischen den Verfassungsgütern Jugendschutz und Kunstfreiheit abzuwägen. […] Allerdings ist die Kunstfreiheit eben auch kein schrankenlos gewährtes Grundrecht und zugunsten des Jugendschutzes eingrenzbar. Das Prüfgremium hat schließlich ein Lied der CD als indizierungsrelevant eingestuft, da darin die Herabwürdigung der Frau nicht mehr parodistisch aufzufangen war. Die Band könnte das Album ohne dieses Lied jederzeit neu veröffentlichen. Das parodistische Gesamtkonzept hat die BPjM schon gesehen und ich möchte anhand einiger Auszüge aus der Entscheidung deutlich machen, dass der Indizierung eine diesbezügliche Abwägung voraus ging: “[…] Nach Auffassung des Gremiums sind zwei Faktoren dafür verantwortlich, dass eine sozialethische Desorientierung durch die Texte nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann. Erstens löst sich die eingenommene Pose der Künstler an keiner Stelle auf oder wird erkennbar ironisch gebrochen, so wie es beispielsweise in den von der Bundesprüfstelle nicht indizierten Alben der Gruppe K.I.Z. geschieht, in denen die Künstler ähnliche Posen einnehmen, diese aber in ihrer Inszenierung selbst noch ad absurdum führen und in ihrer eigenen Pose scheitern. Zweitens werden schließlich Aussagen getroffen, die weit über eine klischeehafte und Geschlechterrollenbilder karikierende Inszenierung hinausgehen und Frauen insbesondere in sexueller Hinsicht schlicht ihrer Menschenwürde berauben. Als in diesem Sinne indizierungsrelevant hat das Gremium den Titel 12 – “Critter” erkannt. […] Sexualität wird hier als reines Abhängigkeitsverhältnis bzw. als Mittel zur Gefügigmachung der Partnerin beschrieben. Je grober und herabwürdigender der Umgang mit der Partnerin sei, desto gefügiger und treuer verhalte sie sich gegenüber dem Mann. Der Vergleich mit einem Kriechtier bei gleichzeitig propagierter analer Penetration ist geeignet, das Frauenbild extrem herabzuwürdigen. Der Einsatz von Sexualität als Mittel zur Diskriminierung und Herabwürdigung widerspricht den […] Grundsätzen der Sexualethik und Sexualerziehung diametral. […] Hinsichtlich gefährdungsgeneigter Kinder und Jugendlicher, deren Frauenbild und sexuelles Rollenverständnis bereits aufgrund diverser medialer (Herabwürdigung von Frauen in anderen Medienformaten wie z.B. Pornorap, frei zugängliche pornographische Angebote) und sozialer (patriarchalisch geprägter kultureller Hintergrund) Faktoren negativ beeinflusst ist, sieht es das Gremium aus Sicht des Jugendschutzes als besonders problematisch an, dass die einzige künstlerische Brechung in der Übertreibung der optischen wie textlichen Darstellung liegt. Diese Brechung gelingt nach Auffassung des Gremiums an den Stellen nicht, die die Darstellung des bereits im Intro charakterisierten sexbesessenen Außerirdischen oder omnipotenten Rockstars verlassen und scheinbar allgemeingültige Thesen über die Behandlung von Frauen im sexuellen Kontext verbreiten. […]”

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Thomas Salzmann,

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Nicht ernsthaft, oder?

Tag zusammen,

KISS kommen nur für ein einziges Konzert nach Deutschland!? FÜR EIN EINZIGES KONZERT?! NACH DEUTSCHLAND!? Und das nach den überaus erfolgreichen Tourneen in den Jahren 2008 und 2010!? Das kann doch nicht wirklich KISS’ beziehungsweise euer Ernst sein!

Grüße,

Rainer (per Mail)

METAL HAMMER | Leserforum, Mehringdamm 33, 10961 Berlin | leserbriefe@metal-hammer.de

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