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Metal Hammer

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Vader/Krisiun/ Decapitated/Prejudice

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Das kleine, aber feine MarX ist so was wie der kleine Bruder der Hamburger Markthalle, befinden sich doch beide Säle in einem Gebäudekomplex. Beim großen Bruder rockt heute New Metal von und mit III Niiio. Nichtsdestotrotz finden etliche Death Banger den Weg ins MarX, um sich so richtig von Peter Prügelpeitsch und Konsorten verwöhnen zu lassen. Den pünktlichen Anfang machen fünf Belgier namens Prejudice Die Kollegen sind allesamt recht flink an ihren Instrumenten und der Sound ist auch okay, allerdings dröhnt die Ride oftmals viel lauter als die Snare, was ein wenig nervt Durchaus engagiert zockt sich das Quintett durch die ihm zugestandene knappe halbe Stunde, in der einige “Warriors” bereits ihr Gluck vor der Bühne im Mattenschwingen versuchen. Ein strikter Zeitplan lässt keine Zeit zum Verschnau fen, so dass die heimlichen Favoriten des heutigen Abends, Decapitated, die Bühne entern. Aufgrund der beiden grandiosen Alben WINDS OF CREATION und NIHILITY versprach sich so mancher eine Lehrstunde in Sachen Intensität und Energie der gerade mal 18-Jähi igen, aber man wurde leider enttäuscht. Trommler Vitek ist nicht mit von der Partie, und mit dem angeheuerten Session-Drummer absolvierten Decapitated gerade mal zwei Proben. Technisch über jeden Zweifel erhaben, spielen sie jedoch ohne Wucht, ohne ihre guten Songs – und sie zocken auch ein wenig aneinander vorbei. Nun denn, die Stimmung ist dennoch gut, und obwohl nur 25 Minuten gespielt werden, erntet das Quartett einige Hörner. Wie man es richtig anpackt, zeigen daraufhin die drei Höllenfürsten von Krisrun: lauter, härter, schneller, Krisiun. Zum ersten Mal zieht auch fetter Sound im MarX ein, und das Trio geht derartig straight zu Werke, dass es eine Freude ist. Erneut macht ungläubiges Staunen über die musikalischen Fähigkeiten der Brasilianer die Runde-die “Krisiun, Krisiun”-Chöre sprechen eindeutig für sich. Starke Band, starker Auftritt. Danach gibt es allerdings eine kleine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Haus-Mischer und Krisiuns Sound-Mann, der die Anlage zu sehr aufgedreht haben soll. Das Handgemenge, bei dem auch Krisiun selber mitmischen, wird aber von einer besonnenen Security lockerflockig aufgelöst, und nachher haben sich alle wieder lieb.

Den glorreichen Schlusspunkt des Abends setzen unsere Lieblinge von Vader. Diese Band kann einfach nicht schlecht spielen, so hat es jedenfalls den Anschein. Boss Peter macht seine Ansagen auf Deutsch, und Vader kriegen für ihren gelungenen Set fett Applaus Um 23:25 Uhr soll dann wohl schon Schluss sein, aber Vader waren nicht Vader, wenn sie nicht noch einen Trumpf am Start hätten: Ein mit Ekstase gefeiertes ‘Reign In Blood’-Cover von Slayer entlässt eine zufriedene Meute in die Hamburger Nacht.

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