Wolf Hoffmann über die fehlende Inspiration

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Auch die Heavy Metal-Stärke von Accept wurde sich dem Ausmaß des Pandemiestillstands umgehend gewahr: Nur bedingt vertröstende, äußerst unsichere Show-Ankündigungen für die nächsten Monate, ständige Tour- und Konzertabsagen und enttäuschte Fan-Gesichter prägten die drei verlorenen Jahre innerhalb der Veranstaltungs-Branche. Während es nur wenig Hoffnung darauf gab, dass die gewohnte Lebensrealität baldig wieder Einzug halten würde, mussten die Triebfedern der Musik-Branche ihre neu gewonnene Zeit anderweitig zu nutzen lernen. Andererseits bot die erzwungene Entschleunigung vielen Bands die Chance, sich vermehrt auf die Musikproduktion zu konzentrieren.

Anders aber bei dem Gitarristen und Hauptkomponisten der Band, Wolf Hoffmann. Auf die Frage des Rocksverige-Magazins hin, ob er die Zeit während des Lockdowns kreativ für neues Material nutzen konnte, räumte er ein, dass sie sich damals stattdessen auf die bevorstehende Tour eingestellt hatten und für sie eine weitere heiße Produktionsphase nicht in Frage kam.

„Ich wollte zwar kreativ werden, aber da ich immer dachte, dass bald wieder alles anlaufen würde, hatte ich keine Eile damit; schließlich wollten wir bald auf Tour gehen und hatten gerade erst ein Album produziert, also hatte ich nicht wirklich Lust, ein weiteres zu schreiben und es ebenfalls in der Pipeline zu haben. Ehrlich gesagt war ich überhaupt nicht inspiriert. Wahrscheinlich hätte ich mich dransetzen sollen, aber ich sagte mir selbst: ‚Scheiß drauf, ich werde es nicht tun.‘ Jetzt haben wir also nichts [an Pandemieerzeugnissen] vorzuweisen… (lacht)“

Gut Ding will Weile haben – so auch ein Entstehungsprozess der Alben von Accept

„Ich wünschte, ich hätte es getan, aber ich wollte auch nicht einer dieser lahmen – und viele Künstler haben dies in die Tat umgesetzt – Songs aus der Kindheit neuinterpretieren; das ist irgendwie lahm und das wollten wir nicht tun. […] Ebenso wenig wollte ich keinen dieser COVID-Livestreams austragen. Es scheint, als ob all diese Dinge schon von anderen zuhauf gemacht worden sind. Ich dachte, es wäre besser zu warten, bis wir wieder richtig touren können, und das haben wir dann auch getan.“

 

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Zuletzt verrät das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Band, welche Methode ihn wahrhaftig zu ideenreichen Höchstleistungen veranlasst:

„Ich bin erst dann so richtig inspiriert, wenn ich es sein muss. Wenn es eine Deadline gibt, spornt mich das an, und wenn ich weiß, dass wir im Januar eine Tournee haben und die Plattenfirma sagt: ,Wir brauchen das im Herbst‘, dann lege ich los. Aber wenn es mir wie ein offenes Ende vorkommt, muss ich zugeben, dass ich resigniere und sage: ,Nee, heute nicht. Da habe ich keine Lust drauf.‘ Ich bin da einfach sehr menschlich. Ich bin nicht der deutsche Roboter, für den mich die Leute halten.“

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