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Hardholz

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Die Bandbiographie der ‘Hardhölzer’ liest sich für damalige ostdeutsche Verhältnisse schon fast traumhaft und dürfte wohl gleich mit ein Ausdruck für das professionelle Engagement des Fünfers sein: Bereits im Gründungsjahr 1985 erlangte man den Status einer ‘Rockband der Sonderstufe’ (die nächste Stufe in der zu diesem Zeitpunkt gültigen staatlichen Hirachie wäre die heißbegehrte Anerkennung als Profi-Musiker). Eine halbwegs professionelle und radiotaugliche Produktion eigener Titel wie ‘Asphaltlady’, ‘Tannhäuser’ und ‘Winter der Gefühle’ sowie ausgedehnte Touren, die Hardholz sogar 14 Tage lang nach Polen verschlugen, standen die nächsten drei Jahre auf dem Arbeitsplan beziehungsweise im Tourkalender. Besonders der Mut, nicht unbedingt auf der momentan angesagten Thrash-Welle mitsurfen zu wollen, sondern sein eigenes Ding kompromißlos durchzuziehen, hoben Hardholz aus der einheimischen Szene mit heraus: Die Gebrüder Frank (d) und Michael Brill (b), die Gitarristen Lutz Edelhäuser und Lutz Rödiger sowie Sänger Stephan Buchfeld haben einen Sound kreiert, der in etwa vergleichbar wäre mit einer Mischung von Klangstrukturen a la Metallica und Iron Maiden. Gerade der Gesang von Stephan Buchfeld weist große Parallelen zu dem von Bruce Dickinson auf, während die Axemen einen ähnlich harten und trockenen Klang zu produzieren wissen, wie Mr. Hetfield und Co. Der nötige Schuß knallharter Power im Sound von Hardholz fällt dabei zu keinem Zeitpunkt den zahlreichen Melodiebögen zum Opfer.

Auch Live bietet man dabei nicht nur dem Ohr, Sondern auch dem Auge anspruchsvolles: Eine effektvolle Lichtshow, eine Bodybuilding-Show sowie Pyroeffekte vom Feinsten sorgen für eine entsprechende optische Unterhaltung sowie Abwechslung. Und obwohl bei Hardholz – im Vergleich zu anderen Kapellenzur damaligen Zeit – die ansonsten problematische Zusammenarbeit zwischen einer Heavy Metal-Band und den örtlichen Kulturbehörden relativ gut funktionierte, kam es dann im vergangenen Jahr doch noch zum üblichen Eklat mit den höheren und übergeordneten staatlichen Stellen in Berlin: Anlaß bot dabei die textliche Umsetzung einer thüringischen Sage. ‘Wieland, der Schmied’ hieß das Stück und war nach Meinung der werten Herrschaften (denen wohl selbst das Grimmschen Märchen ‘Hänsel und Gretel’ als zu gewaltverherrlichend erscheinen und somit ihrer Zensur zum Opfer fallen würde) vom Text her viel zu brutal und blutrünstig ausgefallen. Die daraufhin zwangsweise überarbeitete Fassung durfte dann letztendlich den Äther passieren, obwohl der Wortbeitrag nun kaum noch etwas mit der Grundidee der Story zu tun hatte und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde.

Doch solche behördlichen Schildbürgerstreiche dürften nun endgültig der Vergangenheit angehören. Stattdessen heißt es nun, sich auch in einer geeinten deutschen Metal-Szene zu beweisen. Und mit ihrer professionellen Eionstellung sowie ihrer Originalitätdürfte es den fünf Thüringern nicht schwer fallen, auch hier zu bestehen.

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