Toggle menu

Metal Hammer

Search

„Ich liebe Totenschädel!“

von
teilen
teilen
twittern
teilen
mailen

Als eine der wenigen europäischen Bands haben Lacuna Coil in den Vereinigten Staaten Fuß fassen können, ihr verbringt sehr viel Zeit dort. Fühlst du dich in den USA mittlerweile zu Hause?

Aus verschiedenen privaten Gründen fühle ich mich dort zu Hause. Ich mag die Mentalität und habe viele Freunde in den USA. In der Musikszene herrscht viel Respekt vor den Künstlern, was sich in günstigen CD-Preisen niederschlägt, sodass die Fans ihre Bands unterstützen können. Selbstverständlich gehört ein Teil meines Herzens aber noch immer Europa. Mein Haus steht nach wie vor in Mailand.

Wie nehmen eure Fans in Italien euren internationalen Erfolg wahr?

In einem Interview mit einem italienischen Magazin wurde ich kürzlich gefragt, warum wir so viel außerhalb Italiens spielen. Wir vergessen Italien selbstverständlich nicht und spielen immer wieder gerne dort, aber wir sind schon immer eine internationale Band gewesen und können nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Somit sind unsere italienischen Fans froh, dass wir viel Erfolg haben, aber auch enttäuscht, dass wir nicht immer für sie da sind.

Wie stehen deine Freunde und deine Familie zu deiner Karriere und den vielen, langen Reisen, die du dafür unternimmst?

Sie sind natürlich überglücklich. Wer sich wirklich um dich kümmert, kann sich nichts anderes für dich wünschen, als Glück und Erfolg im Beruf zu haben. Sie vermissen mich natürlich sehr und es ist ein seltsames Gefühl, nach einigen Monaten wieder zurückzukehren, und alles hat sich geändert. Dort wurde eine neue Straße gebaut, hier hat ein alter Freund geheiratet und du konntest nicht dabei sein. Man versäumt sehr viel, das ist eines der Opfer, die dieser Job mit sich bringt.

Du hältst aber engen Kontakt zu deinen Angehörigen…

Natürlich, und mit dem Internet wurde das alles viel einfacher. Am Anfang unserer Karriere war das noch komplizierter: Du musstest immer irgendwo ein Telefon organisieren, eine Prepaid-Karte haben, um von Amerika aus zu Hause anzurufen – eine ganz andere Welt.

Nicht nur die Technik hat sich im Lauf eurer Karriere weiterentwickelt. Wie hat sich die Rolle der Frauen in der Metal-Szene geändert, seitdem ihr unterwegs seid?

Alles hat sich geändert! Heutzutage ist es viel normaler für eine Frau, in einer Metal-Band zu sein. Als wir anfingen, gab es vielleicht eine Hand voll, und kaum eine davon aus Amerika. Das hat sich aber nach und nach geändert; die Akzeptanz, als Frau in einer Band zu sein, wuchs. Aber ich denke auch, dass die Frauen sich geändert haben. Es ist nicht mehr das ständige Die-Schöne- und-das-Biest-Klischee, sondern die Frauen heute sind vollwertige Band-Mitglieder. Ich bin froh darüber, denn Musik sollte nicht sexistisch sein.

Worauf bist du am meisten stolz?

Getan zu haben, was ich getan habe, und nach 15 Jahren immer noch dabei zu sein. Es sind viele kleine Details. Am meisten erfüllt mich mit Stolz, wenn mir weibliche Fans schreiben, dass ich ihnen dabei geholfen hätte, aus sich herauszugehen und selbstbewusst ihr Ding zu machen. Niemand ist perfekt, aber jeder kann aus sich das Bestmögliche herausholen.

Vor einigen Jahren hast du in einem METAL HAMMER-Interview gesagt, dass du, wenn du keine Musik gemacht hättest, Köchin geworden wärst…

Das war ich sogar einige Zeit! Ich liebe es immer noch, zu kochen, auch wenn ich nicht der beste Koch der Welt bin. Das erste, was ich mache, wenn ich nach Hause komme, ist, meine Freunde einzuladen und zu bekochen. Handgemachte Pasta und Brot sind meine Spezialitäten.

Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, als zweites Karrierestandbein ein Restaurant zu eröffnen?

Wir haben tatsächlich darüber nachgedacht, aber es ist nicht einfach. Wir bräuchten jemanden, der sich darum kümmert, weil wir ständig unterwegs sind. Es gäbe so vieles zu bedenken und so viele Ausgaben – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen ist das einfach zu riskant. Aber vielleicht eines Tages.

Gibt es Dinge, die du bereust, getan zu haben – oder, sie nicht getan zu haben?

Ich bereue grundsätzlich nichts, was ich getan habe, da jeder Schritt mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Aber eine Sache, die ich versäumt habe, war ein Duett mit Lemmy Kilmister. Anfang 2012 waren wir mit Megadeth und Motörhead auf Tour in den USA. Motörhead wollten, dass ich ‚Killed By Death‘ mitsinge. Ich war aber schon jeden Abend mit Megadeth für ‚A Tout Le Monde‘ auf der Bühne, und zweimal als Gast aufzutauchen, erschien mir zu billig und auch unfair gegenüber Megadeth. Wir wollten das also auf den letzten Gig der Tour beschränken – als Bonbon für den letzten Abend. Der fand aber nie statt, weil wegen einer Erkrankung von Lemmy die letzten Shows abgesagt wurden. Ich hatte also nie die Gelegenheit, mit ihm ‚Killed By Death‘ zu singen, was ich sehr bereue.

Wie war es für dich, Lemmy zu treffen?

Es war der Wahnsinn! Er ist die großartigste Persönlichkeit überhaupt. Und ein wahrer Gentleman! Immer sehr höflich, sehr umsichtig, sehr kommunikativ. Ich hatte ihn auf einen Anhänger angesprochen, den er trug. Daraufhin zeigte er mir direkt seine Sammlung von Andenken aus dem Zweiten Weltkrieg, von der er immer einen Teil auf Tour mitnimmt.

Welches ist das schrägste Gerücht, das du über dich hören musstest?

Da gibt es so viele! Eines der schrägsten war, dass ich lesbisch sei, aber zugleich schwanger. Ja, was denn nun? Einige Zeit ging auch herum, dass ich nach jeder Show gemeinsam mit den Jungs duschen würde. Ich war auch schon mit verschiedenen Männern verheiratet, die ich nie getroffen habe, und selbstverständlich mit jedem im Bett, mit dem ich einen Song aufgenommen habe – ganz egal, ob ich die Person persönlich getroffen habe oder nicht. Meistens kann ich über solche Geschichten lachen. Wer mich kennt, weiß ohnehin, was er davon zu halten hat.

Andersherum: Hast du eine verrückte Angewohnheit oder ein schräges Hobby, von dem viele Fans nichts ahnen?

Ich sammle Schädel. Ich liebe sie einfach. Aber keine kitschigen Piraten-Totenköpfe, sondern echte. Neulich habe ich eine etwas verrückte Sammlung aus Röntgenaufnahmen angelegt. Ich habe etwas darüber im Internet geschrieben und die Fans fingen an, mir ihre Röntgenbilder zu schicken. Ich denke darüber nach, damit eine Lichtinstallation in meinem Haus einzurichten, oder darüber zu malen.

Weitere Highlights

teilen
teilen
twittern
teilen
mailen
Corey Taylor bewertet die Slipknot-Alben

In einem Interview mit noisey.com erzählt Slipknot-Sänger Corey Taylor, was er mit den Veröffentlichungen seiner Band verbindet und welches seine Lieblings-Alben sind. Hier die Reihenfolge seiner Lieblings-Alben mit einer Auswahl der Begründungen von Corey Taylor: 5. ALL HOPE IS GONE (2008) „Ich mochte die gesamte Erfahrung einfach nicht – die Musik ist nicht der Grund – aber ich muss sagen, dass ALL HOPE IS GONE mir am wenigsten gefällt. (...) Die eine Hälfte der Band wollte das eine, die andere Hälfte das genaue Gegenteil davon. Ich saß dabei buchstäblich in der Mitte. (...) Diese zwei Jahre waren schrecklich“, begründet Corey…
Weiterlesen
Zur Startseite